Basketball Löwen unterliegen Angstgegner Frankfurt

Frankfurt.  Der Gala-Auftritt von DeAndre Lansdowne reicht nicht aus, um die 88:77-Niederlage bei den Skyliners zu verhindern.

Braunschweigs DeAndre Lansdowne konnte sein Team trotz herausragender Leistung nicht vor der Niederlage bewahren

Braunschweigs DeAndre Lansdowne konnte sein Team trotz herausragender Leistung nicht vor der Niederlage bewahren

Foto: Florian Kleinschmidt / Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Einen freien Tag hat sich DeAndre Lansdowne gegönnt. Gestern entspannte der Point Guard der Löwen Braunschweig tatsächlich nur für sich zu Hause. Obwohl er das noch bis einschließlich Dienstag tun könnte – Trainer Frank Menz hat dem Team so lange frei gegeben – wird sich der US-Amerikaner heute wieder in der Trainingshalle einfinden. „Es gibt immer noch Dinge, die ich verbessern will, um dem Team zu helfen“, sagte der Musterprofi.

Das lag nicht aus Frust an der knappen 77:82-Niederlage bei den Frankfurt Skyliners am Samstagabend vor 4860 Zuschauern in der Ballsporthalle, „so bin ich einfach“, erklärte Lansdowne. Seine gute Leistung, 21 Punkte und fünf Assists und 31 Löwen-Punkte im Schlussviertel, reichten diesmal nicht, um das Ende der Serie von drei Siegen in Folge in der Basketball-Bundesliga (BBL) zu verhindern.

„Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren“, brachte es Scott Eatherton, elf Punkte und fünf Rebounds, vier Assists, auf den Punkt. Die ersten 20 Minuten waren in der Tat völlig verkorkst. Nach einem guten Start (13:4) waren die Löwen mit 30:49 in die Kabinen geschlichen und lagen kurz nach der Pause sogar mit 22 Zählern (30:52) hinten.

„Wir waren immer einen Schritt zu langsam“, monierte Lansdowne. Trae Bell-Haynes (17 Punkte), der Aufbauspieler der Skyliners, habe einen Korbleger nach dem anderen machen können. 15 Punkte erzielte der Kanadier in der ersten Hälfte. Eatherton ergänzte: „Vielleicht hat uns der Fokus gefehlt.“ Auch am offensiven Brett sahen die Braunschweiger lange kein Land gegen die Hessen. Eigentlich eine ihrer Stärken. Sie zeigten sich von der Intensität und Verteidigung der Hessen beeindruckt.

Dabei hatte sich das Team eigentlich vorgenommen, noch härter als der bis dato Tabellensechszehnte zu spielen. „Nach unseren drei Siegen war es schon recht schwer, den Jungs klarzumachen, dass uns hier in Frankfurt ein anderes Spiel erwartet“, sagte Menz, der weiter auf Bazou Koné verzichten musste. In der Partie mit „zwei Gesichtern“ (Menz), zeigten die Löwen in den zweiten 20 Minuten ihres wahres Gesicht. Sie erhöhten den Druck, zwangen die Skyliners alleine im dritten Viertel zu acht Ballverlusten, lagen vor dem Schlussviertel aber immer noch mit 15 Zählern zurück.

Dort waren es Brayon Blake und DeAndre Lansdowne, die mit „wilden Würfen“ (Eatherton) die Löwen in Schlagdistanz brachten. Blake machte elf seiner 18 Punkte im letzten Viertel, Lansdowne zehn seiner 21. Und Center Eatherton war es, der einen 13:0-Lauf zum 66:66-Ausgleich viereinhalb Minuten vor Ultimo vollendete. Es entwickelte sich ein Offensivspektakel. Lansdowne brachte sein Team 1:35 vor dem Ende mit einem Dreier erstmals seit dem ersten Viertel in Führung.

Doch auf der anderen Seite, zeigten die erfahrenen finnischen Nationalspieler der Skyliners ihre Qualität. Erik Murphy (18 Punkte) und Shawn Huff (11) versenkten selbst die schwierigsten Würfe und Huff machte mit einem Mitteldistanzwurf (77:81) den Deckel drauf. „Wir haben die Würfe bekommen, die wir wollten. Am Ende haben wir Dreier ausgetauscht und so kann man letztlich kein Spiel gewinnen“, analysierte Lansdowne, der den Kampf seiner Mannschaft lobte.

Das sah sein Trainer genauso: „Es war ein wahnsinniges Comeback und daher sehr schade, dass wir doch verloren haben“, sagte Menz. Die Wurfquoten, die Skyliners trafen 56 Prozent, die Löwen nur 39 Prozent, waren dann der kleine, aber feine Unterschied warum die Niedersachsen seit 2002 weiter auf einen Sieg in Frankfurt warten müssen.

Vielleicht klappt es ja in knapp vier Wochen. Am 22. Dezember (18 Uhr) müssen die Löwen im Pokal-Viertelfinale nach Frankfurt. „Dann werden wir bereit sein“, kündigte Eatherton an. Zunächst steht aber die Länderspielpause an, das nächste Bundesligaspiel steigt am 9. Dezember zu Hause gegen Ludwigsburg. Brayon Blake ist bereits gestern nach Paris aufgebrochen, „um die Welt zu sehen.“ Auf diese Idee würde DeAndre Lansdowne nicht kommen. „Urlaub ist im Sommer“, sagte er grinsend. Jetzt gehe es darum, die Köpfe freizubekommen. Auch wenn er das lieber in der Trainingshalle, als auf dem Sofa macht.

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