Löwen-Profi Nawrocki: „Ich mache, was ich liebe“

Der gebürtige Braunschweiger hofft nach seinem starken Auftritt gegen Crailsheim, bei den Basketballern künftig wieder mehr zu spielen.

Dennis Nawrocki zieht gegen Münchens Nationalspieler Maodo Lo zum Korb. Nach seinem starken Auftritt gegen Crailsheim darf er auf mehr Einsatzzeit hoffen.

Dennis Nawrocki zieht gegen Münchens Nationalspieler Maodo Lo zum Korb. Nach seinem starken Auftritt gegen Crailsheim darf er auf mehr Einsatzzeit hoffen.

Foto: Peter Sierigk

Braunschweig. Schon zur Partie gegen Crailsheim schmückte er das Plakat der Braunschweiger Basketballer , und bis zum nächsten Heimspiel am 2. März gegen Würzburg werben die Löwen den ganzen Monat lang weiter mit Dennis Nawrocki, wie er lächelnd den Ball auf dem Zeigefinger dreht. Sozusagen pünktlich zu diesem Aufstieg zum „Posterboy“ spielte der gebürtige Braunschweiger beim Sieg gegen die Merlins auch erstmals in dieser Saison eine richtig wichtige Rolle auf dem Feld.

Zwar hatte er zu Saisonbeginn bereits dreimal noch ein paar Sekunden länger mitspielen dürfen als vergangenen Sonntag, doch groß hervortun konnte sich der 26-Jährige dabei nicht. Später erhielt er nur noch kurze Einsätze von unter zwei bis fünf Minuten. Gegen Crailsheim aber kam sein großer Auftritt, als sich die Gäste Ende des dritten Viertels auf sechs Punkte herangekämpft hatten. Die Löwen fanden keinen richtigen Zugriff auf die starken Werfer, immer tat sich im Defensivverbund irgendwo eine Lücke auf – bis Nawrocki für Brayon Blake aufs Feld durfte.

„Ich freue mich, dass ich Stabilität in die Defense bringen konnte“, kommentiert er seinen Input, mit dem sich die Löwen vorentscheidend auf 20 Punkte absetzen konnten. In seinen gut neun Minuten Einsatzzeit erzielte sein Team 16 Punkte mehr als der Gegner – der Bestwert aller Akteure, wie sein Trainingskumpel DeAndre Lansdowne beim anschließenden Fantalk nochmal hervorhob.

Ob dieser Auftritt sich für ihn wie ein Durchbruch in die Stammrotation anfühlte? „Nein, dafür müsste noch mehr passieren“, sagt Nawrocki zurückhaltend. „Ich würde ihn eher als Ergebnis meiner harten Arbeit sehen, die Früchte getragen hat.“ Es sei einfach schön, dafür mal etwas zurückbekommen zu haben. Das Eigengewächs gilt bei den Löwen zusammen mit Topscorer Lansdowne als Trainings-Junkie. Es gibt kaum einen Tag, an dem die beiden nicht eine Stunde vor dem Trainingsstart in die Halle kommen, um zu werfen, am Ballhandling zu feilen oder hinterher noch Extraschichten im Eins-gegen-eins schieben.

Nachdem Nawrocki in der Vorsaison in 24 Spielen durchschnittlich je elf Minuten aufs Parkett gedurft hatte, waren es bislang in 14 Einsätzen aber nur fünfeinhalb. „Natürlich habe ich gehofft, dass ich wieder genauso viel oder noch mehr Spielzeit bekomme“, sagt der Flügelspieler. Zumal er sich als in mancher Hinsicht verbessert einschätzt, etwa beim Lesen des Spiels, beim Zug zum Korb oder bei der Eins-gegen-eins-Verteidigung. „Aber ich wusste, dass unser Kader diese Saison viel stärker ist und wir andere Ziele haben, da war mir klar, dass es sein kann, dass ich weniger spiele.“

Enttäuscht oder gar frustriert sei er jedoch nicht, betont Nawrocki. „Es macht noch genauso Spaß oder sogar noch mehr als letzte Saison, weil wir so erfolgreich sind und die Halle so voll ist“, schwärmt er. Deshalb sei auch sein Höhepunkt der Triumph vor 5000 Fans gegen Berlin gewesen, obwohl er da gar nicht eingewechselt wurde. „Das A und O ist der Teamerfolg, egal ob ich 10 Sekunden oder 10 Minuten spiele, ich werde immer mein Bestes geben“, betont Nawrocki, den sie bei den Löwen für seinen Enthusiasmus und seine stets positive Einstellung schätzen. Und von der Bank aus, fügt er an, könne man die Mannschaft ja ebenfalls unterstützen.

Was ihn immer wieder zu so harter Arbeit ansporne, wenn er doch kaum spielt? „Die Frage stellt sich gar nicht“, sagt Nawrocki ganz ernsthaft. „Ich mache, was ich liebe: in der ersten Liga Basketball spielen. Und sobald ich in der Halle stehe, bin ich mehr als motiviert, an mir zu arbeiten.“

Für die Partie beim Tabellenzweiten Oldenburg am Sonnabend wünscht er sich natürlich, dass seine Spielanteile nicht wieder schrumpfen. Die 36-Punkte-Pleite aus dem Hinspiel stecke noch im Hinterkopf. „Da würden wir gerne Revanche nehmen“, betont er. Die Löwen könnten ohne Druck frei aufspielen. „Und wenn wir das können, sind das die besten Spiele für uns.“

Oldenburg – Braunschweig, Sonnabend, 20.30 Uhr, Arena

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