Menz: „Fast 90 Punkte sind ein achtbares Ergebnis“

Oldenburg  Braunschweigs Basketballer haken ihre erste klare Auswärtsniederlage, 89:103-Niederlage beim heimstarken Tabellenzweiten Oldenburg, schnell ab.

Löwen-Topscorer DeAndre Lansdowne war diesmal zu sehr auf sich allein gestellt und rügte schlechte Körpersprache seines Teams.

Löwen-Topscorer DeAndre Lansdowne war diesmal zu sehr auf sich allein gestellt und rügte schlechte Körpersprache seines Teams.

Foto: Andreas Burmann

. Im Frust des Abends wollte Braunschweigs Basketballern am Samstag nicht mal mehr der Dank an die Fans so recht gelingen. Bedröppelt schlichen Shaquille Hines und Co. vom Parkett, streckten wie in Trance die Arme zum Abklatschen den in gelben oder blauen Trikots an der Bande wartenden Zuschauern entgegen und schauten irritiert, als diese abweisend ihre Hände wegzogen. Denn das waren die Oldenburger Anhänger, während die gleichfarbigen Löwen-Fans oben auf der Tribüne auf ihren Dankeschön-Beifall warteten, den sie natürlich auch noch bekamen.

Die Löwen-Profis mussten akzeptieren, dass sie beim 89:103 (50:48) nach sechs knappen Niederlagen erstmals in dieser Saison in einem Auswärtsspiel keine Siegchance gehabt hatten. Wie schon bei der höchsten Saisonniederlage im Hinspiel war der Tabellenzweite eine Nummer zu groß für das Team von Trainer Frank Menz und entschied die Partie bereits im dritten Viertel.

Menz wollte mit seinem Team aber nicht zu hart ins Gericht gehen. Er sei nicht enttäuscht, behauptete er. „Die Oldenburger sind eine Mannschaft, die das Halbfinale erreichen wird und die heute einen sehr guten Tag hatte“, lobte er lieber den Gegner. Zu Recht.

Die Löwen bekamen zu spüren, wie stark ein ausgeruhtes Topteam aufspielen kann, das nicht unter der Woche noch im Europapokal aktiv ist und mit den Kräften haushalten muss. Perfekt vorbereitet, hochkonzentriert und absolut entschlossen legten die Baskets los und zogen die Schlinge in den entscheidenden Momenten immer enger.

Beim Menz-Team lief von Beginn an einiges schief. So konnte es nicht wie gewohnt die Reboundhoheit erobern. Zudem war Scott Eatherton schnell foulbelastet, musste lange vom Feld und ließ sich im Duell mit dem herausragenden österreichischen Nationalspieler Rasid Mahalbasic früh entmutigen, dem ein seltenes „Triple-Double“ aus 19 Punkten, 13 Rebounds und 10 Vorlagen gelang. Eatherton verlor seinen Biss und vergab am Ende sogar die „Elfmeter“, was das Spiel für seine Kollegen noch schwerer machte. Menz musste zu lange in zu kleiner Aufstellung spielen lassen.

Geradezu sensationell war es, dass die Löwen trotz dieser Widrigkeiten zur Halbzeit führten – dank der außergewöhnlichen Ausbeute von 50 Punkten bei 53 Prozent Trefferquote. Sie ließen sich von Vorsprüngen der Gastgeber nicht beirren, blockten Würfe, klauten den Ball. Dank ihrer sieben Ballgewinne bekamen sie mehr Würfe als der Gegner. Topscorer DeAndre Lansdowne krönte den geschlossenen Teamauftritt mit dem Führungstreffer zur Halbzeit.

Doch im dritten Viertel legten die Oldenburger defensiv eine Schippe drauf, rannten Schnellangriffe, leisteten sich keinen Ballverlust mehr und trafen eiskalt fünf von acht Dreiern. Dazu kamen demoralisierende Szenen, in denen die Löwen den Ball schon fast erkämpft hatten, er aber doch noch irgendwie beim Gegner landete, der schlimmstenfalls noch einen Dreier versenkte.

„Oldenburg hat heute alle freien Bälle bekommen“, bedauerte Lansdowne, dessen Team in diesem Abschnitt (17:32) schlecht traf und die sonst so unerschütterliche Zuversicht verlor. „Wir waren ein bisschen deprimiert, nachdem es in der ersten Hälfte so gut gelaufen war“, meinte der beste Löwe, der mangels Unterstützung offensiv zunehmend als Ein-Mann-Show unterwegs war. „Keiner konnte hier einen Sieg von uns erwarten, da muss man die Köpfe oben lassen und weiterkämpfen“, rügte er die Körpersprache.

Doch diesmal hatten die Löwen gegen den fast fehlerfrei agierenden Favoriten nichts mehr zuzusetzen. Aus 13 Punkten Rückstand vor dem Schlussviertel wurden schnell 20. Neben den Impulsen Eathertons fehlten auch die von Brayon Blake und Chris Sengfelder, Bazou Koné schönte seine Statistik ganz am Ende. „Dass wir da noch fast 90 Punkte machen, ist ein achtbares Ergebnis“, resümierte Menz und hakte die Partie ab.

Kapitän Thomas Klepeisz mahnte im Blick nach vorne höhere Verteidigungsanstrengungen an. „Sich auf so einen Shoot-out einzulassen ist gefährlich, wir müssen wieder Wege finden, im Spiel zu bleiben, auch wenn wir nicht so gut treffen.“

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