Löwen-Trainer Menz erwartet eine knallharte Schlacht

Braunschweig.  Braunschweigs Basketballer wollen beim Kellerteam Jena mal wieder einen Auswärtssieg feiern. Eine Zeitung bringt den Coach beim Gegner ins Spiel.

Solche entschlossenen Aktionen müsste Flügel Brayon Blake wieder öfter zeigen, wenn die Löwen auswärts gewinnen wollen. Er steckte zuletzt im Leistungsloch.

Solche entschlossenen Aktionen müsste Flügel Brayon Blake wieder öfter zeigen, wenn die Löwen auswärts gewinnen wollen. Er steckte zuletzt im Leistungsloch.

Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Es ist wieder so eine Partie, bei der der sympathisierende Basketballfreund auf die Tabelle schaut und vom Pflichtsieg ausgeht. Bei Braunschweigs Trainer Frank Menz hingegen schrillen die Alarmsirenen: Auswärts! Wo sein Team erst drei von zehn Spielen gewonnen hat. In Jena! Wo ihn selbst nostalgische Gefühle weich werden lassen, während die Gastgeber mit knallharten Zweikämpfen ihren Heimvorteil bei den Schiedsrichtern ausreizen. Bei einem Kellerteam! Das gern unterschätzt wird, sich im Vergleich zum allzu leicht mit 90:66 gewonnenen Hinspiel aber enorm verstärkt hat und mit Macht auf einen Sieg drängt.

Alles Faktoren, die den Löwen-Sportchef vor dem vierten von fünf Auswärtsspielen innerhalb von vier Wochen in Sachen Siegesprognosen sehr zurückhaltend werden lassen. „Für Jena ist das wie ein Endspiel, die haben sich seit Wochen uns als erstes Opfer nach ihrer Durststrecke auserkoren“, weiß Menz, dessen Familie in Jena wohnt und der seinen Ex-Verein gut kennt. Außerdem haben sich die Thüringer außergewöhnlich gut verstärkt, und treten am Samstag zu ihrem einzigen Heimspiel im Februar an.

Andererseits verfolgen die Löwen ihr Ziel, aus der aktuellen Auswärtstournee mindestens einen Sieg zu holen. „Und der ist in Jena sicherlich eher möglich als er es in Oldenburg war und in Berlin sein wird“, betont Menz.

„Das ist ein unglaublich wichtiges Spiel für uns“, bekräftigt der frisch nominierte A-Nationalspieler Chris Sengfelder. „Wir wollen auch auswärts wieder in die Erfolgsspur kommen, nachdem wir in Crailsheim und Gießen gepatzt haben“, sagt er. „Dazu müssen wir wieder verteidigungsintensiver spielen und weniger Punkte zulassen.“ In den jüngsten drei Auswärtsspielen waren es im Schnitt 100 gewesen.

Menz beschwört die mentale Stärke. „Die Grundvoraussetzung für einen Sieg ist, dass wir im Kopf bereit sind für das, was uns erwartet“, fordert er und zählt auf: „Die werden an die Grenzen des Erlaubten gehen, knallhart versuchen, unsere jungen Spieler zu beeindrucken und unsere Schlüsselspieler gezielt attackieren.“ Angesichts dieser Ahnungen von einer „Schlacht“ versucht der Coach, seinem Team den Druck zu nehmen. Es sei in Jena keine weichenstellende Partie, findet er, und ob seine Mannschaft danach noch auf einem Play-off-Platz stehe, sei ihm erstmal egal.

Derweil bringt die Thüringische Landeszeitung den Allstar-Coach nach einem Interview mit der Überschrift „Menz liebäugelt mit einer Rückkehr nach Jena“ bei Science City ins Gespräch. Es sei ja fast logisch, dass er irgendwann mal in seiner Wahlheimat lande, bestätigte er. Aber seine Aussage habe sich weder auf die kommende Saison noch auf eine bestimmte Funktion bezogen.

Fakt sei, dass er als Basketballcoach weitermachen wolle und dass er in den vergangenen Wochen diverse Angebote anderer Klubs bekommen habe. Die Entscheidung im Dezember, das Braunschweiger Verlängerungsangebot nicht anzunehmen, sei aber aus anderen Gründen gefallen. Seine privaten Gründe hätten weiterhin Priorität vor jedem Vertragsabschluss, betonte er, da werde er sich Zeit nehmen. Und zur Frage ob die Unterschrift, wie es sich die Fans wünschen, vielleicht doch bei den Löwen erfolgen könnte, will er weiterhin nichts sagen.

Jena – Brauschweig, Sonnabend, 20.30 Uhr, Arena

Der Gegner

Science City Jena wartet seit dem 10. November auf den vierten Saisonsieg und kassierte in dieser Zeit elf Niederlagen. Nach Spielen gegen die kaum schlagbaren Gegner Oldenburg, Bamberg und München soll gegen Braunschweig nun mit Macht die Wende gelingen, zumal Center Oliver Mackeldanz wieder fit ist.

Für den Klassenerhalt haben die Thüringer erheblich aufgerüstet und ihre athletischen Schwächen durch zwei europaerfahrene Top-Amerikaner ausgebügelt. Es kamen Powerforward Ronald Roberts, der starke 20,5 Zähler und 7,5 Rebounds pro Partie liefert und Reggie Williams, der NBA-Erfahrung aus 206 Spielen mitbringt und auf 14 Punkte, 8 Rebounds, 5 Vorlagen kommt.

Neun Ausländer hatte Trainer Björn Harmsen zwischenzeitlich sogar im Kader, nun aber haben Ike Iroegbu und Jamar Abrams Jena inzwischen verlassen. Das routinierte Trio der ehemaligen Braunschweiger Immanuel McElroy, Derrick Alllen und Dru Joyce durfte bleiben. Im Vorjahr siegten die Löwen in Jena 85:83.

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