Die Löwen verlieren in Jena das Spiel und Center Eatherton

Jena.  Die Knieverletzung ihres Stars schockt Braunschweigs Basketballer bei der 83:85 (43:45)-Niederlage. Trotzdem hätten sie das Spiel gewinnen müssen.

Scott Eatherton, hier im Hinspiel gegen Jena, zog sich Mitte des dritten Viertels ein schwere Knieverletzung zu und schied aus. Der Center dürfte den Löwen lange fehlen.

Scott Eatherton, hier im Hinspiel gegen Jena, zog sich Mitte des dritten Viertels ein schwere Knieverletzung zu und schied aus. Der Center dürfte den Löwen lange fehlen.

Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Der Auswärtsfluch hält an. In Jena kassierten Braunschweigs Basketballer am Samstagabend die vierte Niederlage in fremder Halle in Folge, die dritte unnötige, hauchdünne mit dem letzten Wurf. Doch das 83:85 (43:45) lässt sich noch vergleichsweise leicht verkraften im Gegensatz zur wohl schweren Verletzung von Center Scott Eatherton. Mitte des dritten Drittels fiel ihm sein Gegenspieler unglücklich von hinten ins Knie, wobei sich der Löwen-Center nach erster Diagnose mutmaßlich einen Bänderriss zugezogen hat. Bewahrheitet sich dies bei einer MRT-Untersuchung, wird er der Mannschaft für viele Wochen fehlen.

Und so fuhren die Löwen mit reichlich Frust aus Thüringen nach Hause.

Zunächst einmal mussten sie sich über sich selbst ärgern und taten das auch, wie die Statements der Spieler ergaben. Denn wieder einmal, und entgegen den eigenen Ankündigungen, waren sie über weite Strecken eben nicht griffig genug in der Verteidigung, sondern ein willkommener Aufbaugegner für die Gastgeber. Jena, ein Team das elf Spiele in Folge verloren hatte, durfte sich in der ersten Hälfte mit der traumhaften Trefferquote von 61 Prozent zu 45 Punkten kombinieren und hätte locker die 50er-Marke geknackt, wären nicht 9 von 15 Freiwürfen verworfen worden. Das brachte Rhythmus und Selbstvertrauen.

Allerdings setzten den Braunschweigern nicht nur die wie erwartet knallhart spielenden Jenaer zu, sondern auch die Schiedsrichter. Die waren nicht nur schwach und überfordert, wie es Löwen-Trainer Frank Menz in der Pressekonferenz monierte, sie maßen vor allem zu Beginn auch mit zweierlei Maß. Es war schon komisch, was seiner Mannschaft da an angeblichen unsportlichen Fouls oder Schrittfehlern von stehenden Spielern angekreidet wurde. Es gab sogar ohne Vorwarnung ein Technisches Foul gegen die Löwen, weil die Bankspieler bei einem Treffer Eathertons kurz jubelnd aufgesprungen waren. Den Gastgebern hingegen, die Eatherton und Co. kompromisslos attackierten und auch die Schnellangriffe der Löwen gnadenlos stoppten, kamen viel zu oft ungeschoren davon.

Trotz alledem hätten die Braunschweiger gewinnen können, weil sie im vierten Viertel endlich besser verteidigten und reboundeten. Menz’ Erwartung, dass die Präzision der Jenaer Routiniers mit der Zeit nachlassen würde und seine Spieler die Oberhand gewinnen würden, bewahrheitete sich. Aus den acht Punkten Rückstand beim 61:70 vor dem Schlussviertel machten die Löwen auch ohne Eatherton eine Führung.

Jung-Nationalspieler Chris Sengfelder, der vor den Augen von Bundestrainer Henrik Rödl kämpferisch stark auftrumpfte und auch höchst treffsicher (70%) 17 Punkte erzielte, brachte sein Team eine Minute vor Schluss per Dreier mit 81:80 in Führung.

Der Sieg war greifbar.

Doch Jena hatte in Neuzugang Reggie Williams (24 Punkte), ein Mann mit 206 NBA-Spielen Erfahrung, einen Joker. Im direkten Duell mit Braunschweigs Spielentscheider DeAndre Lansdowne legte er zweimal vor. Lansdowne schaffte das 83:82 und führte sein Team beim Versuch an, nach Williams’ Dreier zum 85:83 für Jena in den letzten 33 Sekunden den Siegtreffer zu versenken oder eine Verlängerung zu erzwingen. Drei Versuche dazu erkämpften sich die Löwen dank zweier Offensivrebounds. Doch erst scheiterte Lansdowne per Dreier, dann wurde er beim Korbleger geblockt, und dann ließ Thomas Klepeisz die Chance aus, einen freien Dreier zum Sieg zu verwandeln, zögerte zum Ärger seines Trainers, nahm einen Zweipunktewurf und verfehlte.

Löwen: Lansdowne 23 (47%, 4 Vorlagen, 3 Ballgewinne), Sengfelder 17 (70%, 3/ 5 Dreier, 6 Rebounds, 2 Vorlagen), Hines 10 (50%, 9 Rebounds), Eatherton 9 (50%, 5 Rebounds), Klepeisz 8 (33%, 3 Vorlagen), Rahon 6 (8 Rebounds, 7 Vorlagen), Koné 6, Blake 3, Lagerpusch 1, Kovacevic, Nawrocki.

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