Löwen-Trainer Menz baut auf kleine Aufstellung

Braunschweig.  Die Basketball Löwen setzen nach dem Ausfall von Center Scott Eatherton in Berlin auf Tempospiel.

Auf Lars Lagerpusch (links) kommt nach dem Ausfall von Scott Eatherton mehr Verantwortung zu.

Auf Lars Lagerpusch (links) kommt nach dem Ausfall von Scott Eatherton mehr Verantwortung zu.

Foto: Frank Rieseberg

Eigentlich wollten Trainer Frank Menz und seine Basketballer das Spiel am Dienstag in der Hauptstadt ganz locker und mit reichlich Vorfreude angehen. Das 74. Aufeinandertreffen mit dem großen Nachbarn Alba Berlin – Bilanz 61:12 für den Spitzenklub – ist auch das Duell der beiden Allstar-Coaches. Und passend dazu wird die BBL wohl am gleichen Tag die Spielernamen veröffentlichen, die sich Menz und sein Gegenüber, der spanische Kulttrainer Aito, für ihre Auswahlteams ausgesucht haben.

Neben den von den Fans gewählten Startformationen konnte jeder Coach noch sieben Stars auswählen, die beim Allstartag am 23. März in Trier auflaufen dürfen und von denen mehrere auch in Berlin auf dem Parkett stehen werden.

Nicht dabei sein wird allerdings Scott Eatherton, der mit ziemlicher Sicherheit auch auf der Nominiertenliste von Aito Reneses stehen dürfte. Und dass ihr Vorjahres-Allstar verletzt ausfällt, trübt die Laune bei den Löwen natürlich erheblich.

Wie schwer die Knieverletzung des 27-Jährigen genau ist, wussten die Braunschweiger bis Montagabend nicht. Die MRT-Untersuchung hatte Eatherton hinter sich, doch die Interpretation der Bilder und die Diagnose, ob er sich, wie befürchtet, einen Innenbandriss zugezogen hat, stand noch aus. Wenn am Dienstag feststeht, wie lange der Center ausfällt, wollen Sportchef Frank Menz und Geschäftsführer Sebastian Schmidt beraten, ob ein Ersatzmann geholt werden soll und kann.

In Berlin dürften die Löwen ohne ihren Schlüsselakteur unter den Körben erst recht keine Chance haben, ihren Hinspiel-Coup zu wiederholen und ihre Negativserie mit vier Niederlagen aus fünf Spielen zu stoppen. „Scotts Qualitäten, sein Rebounding, seine Abschlüsse, sein Spielverständnis, können wir nicht ersetzen“, betont Menz.

Nun ist Backup Lars Lagerpusch gefragt, der Eatherton bislang die Verschnaufpausen verschafft hatte, und nun beweisen muss, dass er das hohe Niveau auch länger als wenige Minuten pro Viertel halten.

Vor allem aber soll laut Menz in einer kleineren, schnelleren Aufstellung Powerforward Chris Sengfelder wieder unter die Bretter rücken, wie schon nach Eathertons Ausscheiden in Jena. Der frisch nominierte Löwen-Nationalspieler hatte das mit Shaquille Hines an seiner Seite gut gelöst. Diese beiden bilden seit längerem das kämpferische Kraftzentrum der Löwen, lassen nie die Köpfe hängen, geben keinen Ball verloren, jagen jedem Rebound nach und zeigen stets beherzte Entschlossenheit.

Auf der Position vier soll dann Brayon Blake für Sengfelder einspringen. Der 23-jährige Rookie kennt die Rolle vom College, muss bei den Löwen aber erstmal die ungewohnten Laufwege einstudieren. Vielleicht hilft die neue Herausforderung dem Flügelspieler auch dabei, sich aus seinem Leistungsloch zu kämpfen, in dem er seit einigen Wochen steckt und das ihn eine Menge Spielzeit gekostet hat. „Er bekommt wieder eine größere Rolle und gewinnt dadurch vielleicht neue Sicherheit“, hofft der Coach.

In Berlin von einem Sieg zu träumen, sei unter den gegebenen Umständen unrealistisch, weiß der Trainer. So lautet das Ziel, der Topmannschaft und den vielen Zuschauern ein richtig gutes Spiel zu liefern. „Dafür trainieren wir ja“, betont Menz. Zudem müssten seine Profis möglichst schnell in die neuen Rollen zu wachsen. „Eventuell müssen wir ja noch längere Zeit in kleinerer Aufstellung spielen.“

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