74:82 – Löwen erzwingen ein enges Spiel gegen Alba Berlin

Berlin.  Kurz schnuppern Braunschweigs Basketball-Löwen an der Sensation gegen das in eigener Halle bisher ungeschlagene Berliner Team.

DeAndre Lansdowne, hier gegen Kenneth Ogbe, führte die Löwen in Berlin offensiv an und erzielte 21 Punkte. Im Schlussviertel schien er noch an einen Sieg zu glauben.

DeAndre Lansdowne, hier gegen Kenneth Ogbe, führte die Löwen in Berlin offensiv an und erzielte 21 Punkte. Im Schlussviertel schien er noch an einen Sieg zu glauben.

Foto: Tilo Wiedensohler / camera4

Frank Menz und seine Assistenten hatten sich für das Spiel in der Hauptstadt groß in Schale geworfen. Das Trainertrio der Braunschweiger Basketballer trug am Dienstagabend erstmals feine maßgeschneiderte Anzüge und bekam darin einen ebenso niveauvollen Auftritt seines Teams zu sehen.

Auch ohne den am Knie verletzten Center Scott Eatherton behaupteten sich die Löwen beim Spitzenteam Alba Berlin hervorragend, führten die gesamte erste Hälfte sogar und schnupperten in der Schlussphase nochmal vage an einer Sensation. Letztlich mussten sie sich dem in eigener Halle noch ungeschlagenen Pokalfinalisten mit „nur“ 74:82 (43:39) beugen und taten dies auch mit ein bisschen Stolz.

Menz ärgert die Niederlage – mit einem Augenzwinkern

„Das war eine klasse Leistung, die Jungs haben sich super verkauft“, lobte Trainer Frank Menz, obwohl er sich vorher – mit ein bisschen Augenzwinkern – gegenüber den Berlinern geärgert hatte, dass es nicht zum Sieg gereicht hatte.

Den holten sich die Hauptstädter aber natürlich verdient. Denn ohne Eatherton waren die Löwen in ihrer Paradedisziplin, bei den Rebounds, diesmal klar 26:42 unterlegen. Und offensiv fehlte ihnen noch ein zuverlässiger Punktesammler.

32:20 – Löwen zogen davon

Dennoch machten sie das Beste aus ihrer Situation und ärgerten das Spitzenteam in der ersten Hälfte in kleiner Aufstellung mit einer sehr schnellfüßigen und aufmerksamen Verteidigung. Die Berliner, die gerade erst am Sonntag in Bonn gespielt hatten und gedanklich wohl schon beim Pokalfinale in Bamberg waren, leisteten sich einen Ballverlust nach dem anderen, und die Löwen konnten mit Schnellangriffen einfache Punkte einstreuen.

Außerdem wirft es sich ja bekanntlich leichter, wenn man nichts zu verlieren hat. Und so flutschten in der ersten Viertelstunde sechs Dreier der Braunschweiger bei zwölf Versuchen durch den Berliner Korb. Sie zogen auf 32:20 (13.) weg.

Blutende Wunde zwang Sengfelder auf die Bank

Dann allerdings schalteten die Albatrosse defensiv zwei Gänge hoch und nutzen ihre Kadertiefe und Athletik. Und es wurde hart, was vor allem Chris Sengfelder als Ersatzcenter untern den Körben zu spüren bekam. „Ich bin tot, das war total physisch“, stöhnte er nach der Partie. Doch wie man es von ihm kennt, er biss sich durch und bestätigte den 8000 Zuschauern, die ihn noch nicht so kannten, seine Berufungen ins Nationalmannschaft und ins Allstarteam.

Erst eine blutende Wunde über dem Auge zwang ihn vorübergehend für eine Zwangspause auf die Bank. „Chris ist heute aufgetreten als ob er schon fünf Jahre in der BBL spielen würde und hat ein komplettes Programm aus Verteidigung, Dreiern und Aktionen mit dem Rücken zum Korb geliefert“, lobte Menz den Rookie, der ein Double-Double aus 15 Punkten und 10 Rebounds schaffte.

Trotz Rückstand nicht nachgelassen

Im dritten Viertel aber zeigte der Eurocup-Viertelfinalist, was er kann. Die Löwen konnten gar nicht so schnell schalten, wie sich Luke Sikma und Co. mit klugem Passspiel und großer Dynamik zum Korb durchkombinierten. In der Verteidigung drängten sie die Löwen fast bis an die Mittellinie zurück und überrollten sie mit Schnellangriffen. „Da haben wir den Faden richtig verloren“; gestand Menz, „und Alba hat die Entscheidung herbeigeführt.“

Als sich sein Team zum Schlussabschnitt sammelte, lag es mit 14 Punkten (53:63) hinten. „Aber wir haben keine Sekunde nachgelassen“, freute sich der Coach über die Aufholjagd, die dann folgte, angeführt von DeAndre Lansdowne.

DeAndre mit Ausrufezeichen in der Schlussphase

Als wollte er Berlins Allstarcoach Aito demonstrieren, dass er als drittbester Scorer der BBL auch gerne fürs Allstar-Spiel nominiert worden wäre, zog er energisch zum Korb und warf Dreier. Mit acht Punkten im Schlussabschnitt war der Topscorer der Hauptverantwortliche dafür, dass die Löwen beim 69:75 eineinhalb Minuten vor Schluss plötzlich wieder im Spiel waren. Thomas Klepeisz legte noch zweimal nach, aber Alba war zu gut, um noch etwas anbrennen zu lassen.

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