Neu-Löwe Meisner: Braunschweig ist optimal für meine Entwicklung

Braunschweig.  Braunschweigs Basketballer schnappen sich einen der begehrtesten BBL-Profis, der nicht auf dem Heimataspekt herumreiten will, sondern hohe Ziele hat.

Lukas Meisner freut sich riesig auf die Saison im Löwen-Trikot. „Wir werden ne Menge Spaß machen als Team“ verspricht er und will als Führungsspieler und nicht nur als Heimkehrer wahrgenommen werden.

Lukas Meisner freut sich riesig auf die Saison im Löwen-Trikot. „Wir werden ne Menge Spaß machen als Team“ verspricht er und will als Führungsspieler und nicht nur als Heimkehrer wahrgenommen werden.

Foto: SoulClap Media / oh

Die Geschichte von der Heimkehr des verlorenen Sohnes will Lukas Meisner nur ungern über sich erzählt wissen zumindest, was das Geschehen auf dem Basketball-Parkett anbelangt. „Klar ist Braunschweig ein emotionaler Standort für mich, aber auf dem Feld werde ich spielen, wie ich es in jedem anderen Team auch tun würde“, betont der 24-Jährige, nachdem seine Rückkehr in die Heimatstadt nun offiziell ist. Für zwei Jahre hat er bei den Löwen unterschrieben, „und zwar nicht, weil das für mich der leichteste Weg war, sondern weil ich hier eine optimale Situation finde, um mich weiter zu verbessern.“

Auch die Löwen dürfen sich freuen, mit dem 2,03 Meter großen Flügelspieler zunächst mal eine große sportliche Verstärkung zu bekommen, die auch von anderen BBL-Klubs umworben war. Meisner ist einer jener deutschen Profis, die im neuen Team mit einer wichtigen Rolle als Eckpfeiler eingeplant sind, wie Geschäftsführer Oliver Braun im Interview mit unserer Zeitung angekündigt hatte.

Und trotzdem ist es eben die Vorgeschichte, die diesem Transfer die ganz besondere Note und ein bisschen sentimental-nostalgischen Touch verleiht. Denn in Meisner kehrt ein Vorzeigeathlet aus dem einst hochgelobten Braunschweiger Nachwuchsprogramm zurück.

Teamkollege von Dennis Schröder

Wie sein Freund und einstiger Teamkollege Dennis Schröder hat er in der Basketballklasse der IGS Franzsches Feld gelernt, in den Jugendteams der SG Braunschweig auf sich aufmerksam gemacht und dann schon in jungen Jahren im ProB-Team von Trainer Liviu Calin Akzente gesetzt.

Mehrfach versuchten die Verantwortlichen des Erstligateams, den Youngster frühzeitig in ihre Reihen zu befördern. Doch er sagte ab, weil er seinen Wechsel an die renommierte Columbia Universität nach New York durch einen Halbprofistatus nicht gefährden wollte. Als er dann von dort nach drei Jahren vorzeitig zurückkehrte, kamen die Löwen wieder nicht mit ihm zusammen. Dabei war der Kontakt eng, Meisner hatte sich in der Collegezeit jeden Sommer mit Calin und Athletiktrainerin Ellen von Borstel in der Tunicahalle für Nationalmannschaftseinsätze fit gemacht.

Braunschweiger BBL-Spieler im dritten Anlauf

Aber als er 2018 überraschend und spät auf den Markt kam, hatte der damalige Löwen-Trainer Frank Menz seinen Etat schon ausgeschöpft und das Team komplett. So wechselte der Braunschweiger A-2-Nationalspieler für seine erste Profistation nach Bayreuth zu Trainer Raoul Korner, den er auch noch aus der Löwenstadt kannte.

Und nun, sozusagen im dritten Anlauf, hat es geklappt: Der Standort darf sich wieder auf die Auftritte des Eigengewächses freuen. Natürlich auch eine schöne Story für Gesellschafter und NBA-Star Dennis Schröder, der - nach seinem eigenen Rückweg zu den Braunschweiger Wurzeln - nun als Spieleragent auch seinen Schützling dorthin zurückgelotst hat. Denn Meisner steht bei Schröders Agentur Golden Patch Management unter Vertrag.

„Den Push bringen für die Play-offs“

Aber, respektieren wir Meisners Wunsch nach einem nüchterneren Blick aufs Sportliche: Er ist ehrgeizig nach einem starken zweiten Jahr in Bayreuth, in dem er in 21 BBL-Minuten im Schnitt 10,2 Punkte bei starker 43,6-prozentiger Dreierquote sowie 3,8 Rebounds beigesteuert und auch im Fiba Europe Cup überzeugt hatte. Und er sei sehr überzeugt von der „Braunschweiger Idee“, nennt er als seinen Hauptwechselgrund. „Der Coach und Oli Braun arbeiten gut zusammen und bringen positive Energie und Stimmung in die Organisation, von der ich gerne ein Teil sein möchte“, führt er aus. „Ich will helfen, den Push zu bringen, der noch nötig ist, um die Play-offs zu erreichen.“

Wie Strobl „extrem verliebt in Basketball“

Mit Trainer Pete Strobl habe er sofort auf einer Wellenlänge gelegen. „Wir sind beide extrem verliebt in Basketball“, erzählt er. „Deshalb hatten wir sofort Respekt füreinander und können über alles reden.“ Auch freut er sich aufs Spiel mit Karim Jallow, ein guter Kumpel seit Jugendnationalmannschaftstagen, mit dem er sich wohl die Positionen drei und vier teilen wird.

Ein Führungsspieler wie Klepeisz?

Für die persönliche Entwicklung hat Meisner sich selbstbewusst vorgenommen, nicht nur unberechenbarer zu spielen, sondern auch vom Rollen- zum Führungsspieler zu reifen. „Verantwortung zu übernehmen ist der nächste Schritt in einer Basketball-Karriere“, sagt der junge Mann, den man eher als zurückhaltend bis introvertiert in Erinnerung hatte. „Aber ich war Kapitän der Collegemannschaft und habe inzwischen viel gelernt von Coaches und Führungsspielern“, betont er. „Ich möchte im Team einer sein, der mit allen klarkommt und es in die richtige Richtung lenkt.“

Und wer bei diesen Worten an Ex-Kapitän Thomas Klepeisz denkt, den die Löwen schmerzlich vermissen, darf sich einig wissen mit Geschäftsführer Braun. „Lukas ist Tommy von Typ her nicht ganz unähnlich“, sagt der 47-Jährige. „Ich glaube, er kann in so eine Führungs- und Local-Hero-Rolle hineinwachsen.“

Riesenvorfreude auf die Saison

Womit wir wieder beim Thema „Braunschweiger zurück in Braunschweig“ wären. Natürlich weiß Meisner, dass er auch als Aushängeschild und Identifikationsfigur geholt wurde, die in der Öffentlichkeit und bei Sponsoren für den Standort wirbt, und nimmt die Rolle gerne an. Denn sie ist ja wie gemacht für den familien- und heimatverbundenen Basketballer. „Ich bin unfassbar glücklich darüber, wieder zu Hause zu sein und hier zukünftig vor meinen Eltern, Großeltern, langjährigen engen Freunden und den Löwen-Fans spielen zu können“, schwärmt Meisner. „Und ich glaube, wir werden `ne Menge Spaß machen als Team.“

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