Braunschweigs Basketballer Lars Lagerpusch arbeitet am Comeback

Braunschweig  Der frühere Löwen-Profi hat wegen einer Knieoperation seit einem Jahr kein Spiel mehr bestritten und hält sich im Heimtraining fit.

Lars Lagerpusch absolviert Krafttraining in den eigenen vier Wänden.

Lars Lagerpusch absolviert Krafttraining in den eigenen vier Wänden.

Foto: privat

Gut fünf Jahre ist es her, als Lars Lagerpusch mit 17 Jahren sein Bundesliga-Debüt feierte - mit den Basketball Löwen in der Volkswagen Halle gegen Bayern München. Die Festtage dürften das Braunschweiger Eigengewächs also ein wenig an den Start in seine Profikarriere erinnert haben. Und diese hat er trotz einer Knieverletzung, verbunden mit fast einem Jahr Pause, längst noch nicht aufgegeben. Vorerst zurück im Haus seiner Eltern macht sich der 22-Jährige mit Lauf- und Krafttraining wieder fit.

„Wenn es das Knie hergibt, will ich auf jeden Fall als Basketballprofi weitermachen“, sagt Lagerpusch kämpferisch. Coronabedingt konnte er erst Ende Mai statt Anfang März operiert werden, was den 2,08-Meter-Flügelcenter in der Rehabilitations-Phase wichtige Zeit kostete. Für den ProA-Zweitligisten Panthers Schwenningen konnte er daher kein Spiel bestreiten. Anfang Dezember wurde der Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst, denn Lagerpusch wollte wegen der Pandemie sein Aufbautraining lieber in der Heimat fortsetzen.

Dem Coach nach Jena gefolgt

Vor etwas mehr als einem Jahr war Lagerpusch seinem früheren Löwen-Coach Frank Menz zum Zweitligisten Science City Jena gefolgt. Und zwar im Laufe seiner fünften Braunschweiger Erstliga-Saison. Denn unter dem damals neuen und jetzigen Löwen-Trainer Pete Strobl hatte er kaum Spielanteile erhalten. Drei Begegnungen konnte Lagerpusch für die Mannschaft aus Thüringen absolvieren, bis die Verletzung auftrat. Eine zunächst konservative Behandlungsmethode brachte nicht den gewünschten Erfolg. Die Panthers lockten im Sommer mit viel Spielzeit. Daher erfolgte der Wechsel zum Ligakonkurrenten.

Das coronabedingt ohnehin mehr oder weniger verlorene Jahr 2020 ist für Lagerpusch abgehakt. Sein Blick richtet sich nach vorne. Und das aus gutem Grund, denn er hat zahlreiche Erfolge vorzuweisen. 2016 gewann er mit der U18 das Albert-Schweitzer-Turnier, eine Art inoffizielle Weltmeisterschaft, übrigens an der Seite von Kostja Mushidi, mit dem er dann zu Beginn der Spielzeit 2019/20 zusammen im Löwen-Trikot auflief. Es war der erste AST-Titel einer DBB-Auswahl. 2017 nahm Lagerpusch mit der U19 an der WM in Ägypten teil und war einer der besten Spieler des Turniers. 2018 holte er bei der Heim-EM in Chemnitz mit der U20-Auswahl Bronze.

Sieben Mal in der Startformation

Nach vielen Jahren als Junioren-Nationalspieler folgte 2019 die Berufung in die A2-Männer-Nationalmannschaft. Sein Bestleistung in der 1. Bundesliga steht bei 16 Punkte, erzielt zu Jahresbeginn 2018 in Jena, was die dortigen Fans bei seiner Verpflichtung noch in bester Erinnerung hatten. Die Serie 2017/18 war auch seine stärkste Spielzeit für die Löwen. 3,3 Punkte und 1,9 Rebounds verbuchte Lagerpusch im Schnitt. Sieben Mal stand er in der Startformation. Auch in der darauffolgenden Serie hatte er eine feste Rolle unter Menz. Die Löwen zogen umjubelt in die Play-offs ein und lieferten dem späteren Meister Bayern München einen tollen Kampf.

Auf dem Weg zurück aufs Parkett will Lagerpusch seinem Knie vor allem die nötige Zeit geben und gut mit den Ärzten aus Eisenberg nahe Jena abstimmen, wo die Operation durchgeführt wurde. „Die kennen mein Knie am besten.“ Helfen soll ihm auch ein renommierter Privattrainer, mit dem er schon einmal erfolgreich zusammengearbeitet hat. Nach Schwenningen hat Lagerpusch weiterhin guten Kontakt. „Der Physiotherapeut hat mich sehr unterstützt, und ich habe dort viele tolle Menschen kennengelernt. Ich könnte mir eine Rückkehr vorstellen.“

Mögliche Rückkehr zur SG Braunschweig

Lagerpusch schließt auch einen Weg zurück nach oben über die SG Braunschweig nicht aus, wo er einst das Basketball-Spielen erlernte. Das Farmteam der Löwen spielt allerdings nur in der 2. Regionalliga. Nach einer langen Verletzung ging der Braunschweiger Dennis Nawrocki vor einigen Jahren diesen Schritt und schaffte es zurück ins Profigeschäft. Zunächst bei den Löwen, inzwischen in Jena.

Trotz aller Zuversicht, als Profibasketballer weitermachen zu können, plant Lagerpusch seit Oktober zweigleisig seine Zukunft. Er hat ein Sportmanagement-Studium begonnen, an der Wings Hochschule, die eng mit der Barmer Krankenkasse zusammenarbeitet, dem Sponsor der 2. Bundesliga. „Dieser Studiengang lässt sich mit Leistungssport gut verbinden“, erklärt er. Die meisten Seminare laufen online. Zudem bietet die Hochschule zahlreiche Prüfungssandorte an, so dass weite Fahrten nicht nötig sind. Ein flexibles Studium also, welches ihm für seine Zukunft als Basketballer alle Optionen offenhält.

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