Löwen gegen MBC: Reicht nach der Quarantäne die Energie?

Braunschweig.  Braunschweigs Basketballer fühlen sich gut, sind aber unsicher, was sie nach der Zwangspause schon leisten können. Wank fällt nach Coronainfektion aus.

Einmal kurz in die Hände gespuckt: Karim Jallow und die Löwen wappnen sich für einen harten Kampf gegen den MBC.

Einmal kurz in die Hände gespuckt: Karim Jallow und die Löwen wappnen sich für einen harten Kampf gegen den MBC.

Foto: Darius Simka / Regios24

Die ersten Spiele nach einer Quarantäne gehen verloren, und zwar in der Verteidigung. Das war zumindest die bittere Erfahrung aller vier zuvor betroffenen Mannschaften der Basketball-Bundesliga. Ob Berlin, Bayreuth, Chemnitz oder Gießen, sie alle kassierten beim Neustart nach zwei Wochen Corona-Zwangspause deftige Niederlagen mit mehr als 100 Gegenpunkten.

Meister Berlin, der sensationell bei Euroleague-Topteam ZSKA Moskau gewonnen hatte, kam nach der Quarantäne gegen Barcelona mit 67:100 unter die Räder. Die Bayreuther hatten im Pokalwettbewerb gegen Titelfavorit Bayern München triumphiert, mussten pausieren und ließen sich danach sagenhafte 123 Punkte vom MBC einschenken. Chemnitz und Gießen verpassen den Saisonauftakt und zahlten beim umso härten Spätstart gleich mehrfach heftig Tribut.

Basketball Löwen Braunschweig müssen leere Akkus fürchten

Es scheint so, als ob eine zweiwöchige Auszeit im Trainingsbetrieb die Akkus einer Mannschaft derart leert, dass sie nicht genügend Energie für eine 40-minütige harte Verteidigung aufbringen kann. „Ich hoffe, wir können jetzt das Gegenteil beweisen“, sagte Löwen-Sportchef Nils Mittmann mit Blick auf die erste Nachholpartie seiner Braunschweiger Basketballer am Donnerstag gegen den Mitteldeutschen BC. „Allerdings ist Defense eine Intensitätsfrage, und es ist schwierig, die auf Knopfdruck zu bringen.“

Mehr dazu: Löwen-Kapitän: „Ein komplettes Spiel durchzustehen wird hart“

Immerhin konnten die Braunschweiger, deren Spielweise ja besonders von Physis und Aggressivität geprägt ist, aus den schlechten Erfahrungen der Konkurrenz lernen. Man habe sich mit den Kollegen intensiv ausgetauscht, berichtet Trainer Pete Strobl und versucht, die Erkenntnis auf den Punkt zu bringen: „Du darfst im Training nicht zu viel machen, aber auch nicht zu wenig.“

Trainer Pete Strobl räumt Unsicherheit ein

Aber wie viel ist das? „Es gibt ja leider nicht so viele Beispiele, aber ich glaube, wir haben es gut gemacht“, sagt Strobl, räumt allerdings seine Unsicherheit ein: „Ich bin wirklich neugierig, wie wir spielen werden und habe auch ein bisschen Angst, dass die Energie nicht reichen könnte.“

Kapitän Karim Jallow sorgt sich nicht so sehr um die Fitness der Löwen. „Da fühle ich mich eigentlich ganz gut und habe den Eindruck, dass es auch die anderen gut gemeistert haben.“ Die Spieler hätten schließlich Kraft- und Ausdauergeräte ins „Homeoffice“ bekommen und intensive Workouts mit Athletiktrainer Alvaro de Pedro absolviert. „Aber man braucht Zeit, um wieder in die Basketball-Abläufe reinzukommen.“

Weichenstellende Partie gegen den Tabellennachbarn

Schließlich fehlten 14 Tage intensive Trainingsarbeit, betont auch Sportdirektor Mittmann, was bei seinem vergleichsweise jungen Team besonders schlimm sei. „Denn wir haben ja darauf gesetzt, dass wir eine steilere Lernkurve haben als andere“, verdeutlicht er. „Aber wir werden kämpfen wie die Löwen.“

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Die Partie gegen den Tabellennachbarn aus Weißenfels, der auf einen möglichst frühen Spieltermin nach der Löwen-Quarantäne gedrängt hatte, ist besonders wichtig. Mit einem Sieg könnte das Strobl-Team Anschluss nach oben halten. Verliert die Mannschaft, dürfte sie angesichts des schweren Folgeprogramms für längere Zeit in die untere Tabellenhälfte rutschen.

Lukas Wank fällt nach Covid-Erkrankung noch aus

Verzichten muss das Team auf Lukas Wank. Der kampfstarke Allrounder ist der am 28. Dezember positiv auf das Coronavirus getestete Spieler der Löwen. Er entwickelte später Krankheitssymptome und ist immer noch nicht wieder richtig fit. Der zweite Braunschweiger Profi, der am 30. Dezember leicht positiv getestet worden war, kann dagegen mitspielen. Sein Name wurde nicht kommuniziert, er war durchgängig symptomfrei. Eventuell kann Strobl wieder auf Spielmacher Bazou Koné zurückgreifen.

So oder so bleibt seine Rotation jedoch für diese Umstände recht dünn. „Wir werden versuchen, den Spielern viele Verschnaufpausen zu geben, in denen sie kurz sitzen und mal einen Schluck trinken können“, sagt Strobl. Wer dabei ist, werde sich jedenfalls zerreißen, kündigt Jallow an. „Wir sind alle super happy, dass wir endlich wieder spielen dürfen.“

Löwen Braunschweig – Mitteldeutscher BC, Donnerstag, 19 Uhr, live bei Magentasport.

Der Gegner

Der MBC steht mit ebenfalls vier Siegen, aber schon zwei Niederlagen mehr in der Tabelle direkt hinter den Löwen (4:4) und will wie die Braunschweiger nach einer Niederlage gegen Frankfurt wieder in die Erfolgsspur kommen.

In Weißenfels ist der aktuelle Topscorer der Liga unter Vertrag. Der polnische Flügelspieler Michal Michalak, der in der Vorsaison in seiner Heimat auch schon bester Punktesammler war, erzielt 20,8 Punkte im Schnitt.

Unter dem Korb wird Rückkehrer Benedikt Turudic sein Debüt geben. Dafür ließ MBC-Kulttrainer Silvano Poropat den nach einer Wadenverletzung von Ex-Löwe Aleks Marelja für zwei Monate engagierten US-Profi AJ Brodeur wieder ziehen. Eine beeindruckende Statur bringt 2,18-m-Center Philipp Hartwich aufs Feld, der zuletzt angeschlagen gefehlt hatte.

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