Einer wie Matthäus und der doppelte Öztürk für Türk Gücü

Helmstedt.  Fußball: Erfahrene Anführer und gut ausgebildete Talente – der Bezirksliga-Aufsteiger aus Helmstedt stellt insgesamt 15 Neuzugänge vor.

Ein Zwilling kommt selten allein: Volkan Öztürk, bislang in Diensten des Oberligisten MTV Gifhorn, schließt sich ebenso wie sein Bruder Berkan dem FC Türk Gücü Helmstedt an.

Ein Zwilling kommt selten allein: Volkan Öztürk, bislang in Diensten des Oberligisten MTV Gifhorn, schließt sich ebenso wie sein Bruder Berkan dem FC Türk Gücü Helmstedt an.

Foto: Darius Simka / regios24

„Ich könnte nun auch mit einer rein türkischen Mannschaft spielen lassen“, meint Trainer Göksah Beser schmunzelnd. Oder anders gesagt: Künftig ist der Name Programm bei seinem Fußball-Bezirksligisten FC Türk Gücü Helmstedt. Wo Türk Gücü draufsteht, ist nun eben auch viel Türk Gücü drin!

Die Rot-Weißen werden nach dem Aufstieg mit „einer runderneuerten Mannschaft“ an den Start gehen. „Wir haben – wie im Vorstand – eine gute Mischung aus türkischen, deutschen und integrierten Akteuren zusammen“, hebt Vorsitzender Ahmet Inan hervor. Der Verein mit türkischen Wurzeln ist und bleibt eben multikulturell.

Mit Abwehrmann Semi Boog (SV Lengede), Kapitän Maurice Tounkara (FSV Schöningen), Regisseur Mehmet-Ali Tozlu (FC Germania Bleckenstedt) und Stürmer Pa Modou Sillah (Ziel unbekannt) verließen namhafte Akteure die Elf von der Kantstraße, die zweifelsohne ihren Anteil am Aufstieg hatten. Doch Trainer Göksah Beser, zugleich Sportlicher Leiter des FC Türk Gücü, jammerte nicht, sondern krempelte die Mannschaft akribisch um. „Wir wollten Spieler haben, die zu uns passen, die sich mit unserem Verein identifizieren und immer für ihn da sind“: Mit diesen Worten umschreibt Beser, der die Geschicke gemeinsam mit Pro-Lizenz-Trainer Can Vanli leitet, das Anforderungsprofil, das auf die inzwischen 15 Neuzugänge zutrifft. Ein weiterer wird verletzungsbedingt noch einige Zeit pausieren müssen.

Drei Akteure gehören allerdings bereits seit dem Winter zum Kader der Helmstedter, sind aber – bedingt durch den Saisonabbruch – noch immer ohne Pflichtspieleinsatz für die Helmstedter: Arne Ruff, Sven Wittkop und Sinan Balya. Trainer Beser stellt das Trio sowie die Sommer-Neuzugänge kurz vor.

Arne Ruff (35 Jahre – Eintracht Futsal): „Er ist Personal Trainer, spielt den Regisseur wie Lothar Matthäus“, sagt Beser über den routinierten Mittelfeldakteur, der „der Chef auf dem Platz“ sein soll.

Sven Wittkop (33 Jahre – SC RW Volkmarode): „Ein gestandener, erfahrener Torwart – ein absoluter Rückhalt. Sven ist sehr ehrgeizig“, erklärt der FC-Coach.

Sinan Balya (29 Jahre – FC Germania Bleckenstedt): „Ein bulliger Mittelstürmer, spielstark und technisch gut. Sinan spielt auch Futsal bei Eintracht Braunschweig. Er ist schwer vom Ball zu trennen und weiß eben, wo das Tor steht.“

Eren Kocak (19 Jahre – MTV Gifhorn): „Er macht einen super Eindruck. Ein richtig guter Fußballer, mit einer linken Klebe“, sagt Beser über den Stürmer, der zu zwei Oberliga-Einsätzen beim MTV kam.

Volkan Öztürk (20 Jahre – MTV Gifhorn): Er spielte für Gifhorn zwölfmal in der Oberliga – als Innenverteidiger und Sechser. „Am Ball stark, intelligent. Für sein Alter ist er sehr weit. Volkan kann ein Leadertyp bei uns werden“, meint Helmstedts Coach.

Berkan Öztürk (20 Jahre – Bosporus Peine): Wie sein Zwillingsbruder Volkan ist er im Defensivbereich zu Hause. „Er ist noch robuster und aggressiver als sein Bruder. Dafür ist Volkan technisch besser“, erklärt Beser.

Adil Eser (20 Jahre – VfB Peine): Der Cousin von Eren Kocak durchlief in der Jugend die Eintracht-Schule. „Er kann auf Acht oder Zehn spielen. Ein genialer Techniker, der beidfüßig ist – ein intelligenter Fußballer“, so der Trainer.

Kajali Jatta (19 Jahre – Gambia): „Schnell, körperlich sehr stark, robust – ein Rohdiamant, den wir formen wollen“, sagt Beser über den einsatzfreudigen Außenstürmer.

Güney Arvis (18 Jahre – Lupo Martini Wolfsburg): „Ein Läufer, ein Kämpfer“, nennt der Trainer die Vorzüge des Rechtsverteidigers, der zuletzt in der U19-Niedersachsenliga spielte.

Ceyhun Acar (26 Jahre – SC RW Volkmarode): Der Mittelfeldakteur sammelte beim TSC Vahdet Landesliga-Erfahrung. „Ein guter Fußballer“, räumt Beser ein.

Ozan Cam (18 Jahre – BSC Acosta Jugend): „Ein talentierter Spieler mit einer guten Ausbildung“, findet der Türk-Gücü-Coach.

Abdul Malek (21 Jahre – BSC Acosta): Der Syrer soll Dampf auf Außen machen. „Er ist ein intelligenter und trickreicher Spieler“, berichtet Beser.

Mohamed Dargin (19 Jahre – eigener Verein): „Ob hinten links oder hinten rechts – er kann Fußball spielen, hat Talent. Wir haben ihn aus der Zweiten hochgezogen“, freut sich Beser auf das Eigengewächs.

Arif Uslukilic (25 Jahre – Vatan Königslutter): Der ehemalige Kapitän ist zurück und stellt auf den Außenpositionen eine „willkommene Alternative“ dar.

Masirullah Omarkhiel (24 Jahre – TSC Vahdet Braunschweig): „Schnell, torgefährlich, trickreich“: Das sind die Vorzüge des Stürmers, der Durchsetzungsvermögen und zudem noch Oberliga-Erfahrung mitbringt.

Mit Mustafa Caner (Peine) befindet sich ein weiterer Youngster auf der Liste der Neuzugänge. „Er wird nach einem Kreuzbandriss jedoch erst einmal seine Reha machen müssen“, so Beser.

Sein erstes Vorbereitungsspiel auf die neue Saison bestreitet der FC Türk Gücü übrigens am Sonntag in Twieflingen: Gegner ist von 15 Uhr an Kreisligist FSV Schöningen II.

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