Henning Vietzke: Gerade für Trainereinsteiger empfehlenswert

Schöningen.  Fußball: Henning Vietzke, Coach der A-Junioren der JSG Schöningen/Königslutter, hat erfolgreich die B-Lizenz-Prüfung abgelegt.

Glücklich über die bestandene Prüfung: Henning Vietzke, neuer Inhaber der Fußballtrainer-B-Lizenz.

Glücklich über die bestandene Prüfung: Henning Vietzke, neuer Inhaber der Fußballtrainer-B-Lizenz.

Foto: Privat

Dass es im Fußball ein Nachwuchsproblem gibt, ist nichts Neues. „Es mangelt aber nicht nur an Spielern, sondern auch an Trainern“, sagt Henning Vietzke, Coach der Landesliga-A-Junioren der JSG Schöningen/Königslutter, der kürzlich seine Trainer-B-Lizenz-Prüfung bestanden hat und von einer tollen Erfahrung an der Sportschule des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) in Barsinghausen schwärmt: „Ich kann von meiner Ausbildung viel Positives berichten und sie gerade zum Einstieg in den Trainerjob weiterempfehlen.“

Vietzke stieg nach seiner Zeit als Spieler beim Helmstedter SV im Sommer 2019 als Jugendtrainer ein und leitete in seiner ersten Saison die Bezirksliga-B-Junioren der JSG. Da es ihm wichtig gewesen sei, „im Trainerbereich eine vernünftige Qualität zu haben und zu wissen, wie ich den Jungs das taktische Verständnis vermittele“, entschloss er sich im Juli 2019 dafür, seine B-Lizenz-Ausbildung anzugehen.

Diese erstreckt sich insgesamt über dreieinhalb Wochen, von denen die Teilnehmer die ersten beiden Wochen am Stück absolvieren können, es jedoch nicht müssen. „Die einzelnen Wochen sind frei wählbar und können über die NFV-Homepage gebucht werden“, erklärt Vietzke. Das Positive ist, dass man für die Ausbildung Bildungsurlaub beantragen kann.

Toller Austausch mit ehemaligenund vielleicht angehenden Profis

Der Helmstedter nahm seine ersten beiden Wochen im Juni 2019 nacheinander. Während dieser Zeit wohnte der heute 33-Jährige in der Sportschule, bekam eine Vollverpflegung und hatte von Montag bis Freitag immer vier Einheiten am Tag: vormittags und nachmittags jeweils eineinhalb Stunden Theorie im Unterrichtsraum und eineinhalb Stunden Praxis auf dem Platz. Gearbeitet wurde viel in Arbeitsgruppen, wodurch sich ein reger Austausch mit den rund 20 anderen Trainerkollegen ergab, an den Vietzke gerne zurückdenkt. So traf er unter anderem auf einen früheren Spieler aus der zweiten spanischen Liga, Ex-Profi Michael Hohnstedt, der als Co-Trainer des Regionalligisten BSV Rehden im Amt ist, oder die erst 18-jährige Lara Rieks von Hannover 96. „Es war echt toll und lehrreich, sich mit diesen Leuten austauschen zu können“, betont der JSG-Trainer.

Aus beruflichen Gründen legte er im Anschluss eine Pause ein – und dann kam Corona, weshalb Vietzke seine dritte Woche erst im September 2020 anging. Erneut standen Theorie und Praxis auf dem Plan, am Ende der fünf Tage gab’s dann die schriftliche Prüfung, für die der frühere Bezirksligakicker abends in seinem Zimmer lernte.

Zudem erhielt der angehende B-Lizenzler am Ende der dritten Woche von der Prüfungskommission einen Zettel mit dem Thema seiner taktischen und technischen Lehrprobe, die er an den letzten drei Tagen präsentieren musste. Vietzkes taktisches Thema lautete „Schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff/Konterangriff“, das technische war „Innenspannstoß“. Um sich optimal darauf vorzubereiten, trainierte er diese Dinge mit seinen A-Junioren, und hätte in der 10- bis 15-minütigen taktischen Prüfung eigentlich eine 6-gegen-6-Spielform vorstellen sollen. „Corona-bedingt wurde aber nur 6 gegen 0 gespielt, da es kein gegnerisches Team geben durfte“, verrät der gebürtige Wolfenbütteler. Vermitteln musste er seine Spielidee natürlich trotzdem, außerdem galt es immer wieder, die Spielszenen „einzufrieren“ und Lösungsvorschläge anzubieten.

Videoanalyse einer Szene aus demEM-Spiel Ungarn gegen Belgien

Lösungsvorschläge waren auch in der abschließenden 30-minütigen mündlichen Prüfung gefragt, die laut Vietzke – wie auch die anderen Prüfungsteile – sehr fair abgelaufen sei. „Ich hatte insgesamt tolle Ausbilder“, sagt der 33-Jährige über Thomas Pfannkuch und dessen Kollegen. Die verlangten Vietzke auch eine Videoanalyse ab: Gezeigt wurde eine Szene aus dem Europameisterschafts-Achtelfinale 2016 zwischen Ungarn und Belgien (0:4). Der Prüfling schaute sich die Entstehung des belgischen Kontertores zum 3:0 durch Eden Hazard dreimal an und musste dann eine Antwort darauf finden, „wie Ungarn das Tor verhindern kann“.

Im Anschluss erfolgte das Abschlussgespräch, in welchem Vietzke die erfreuliche Nachricht erhielt, dass er bestanden hat. Mit der B-Lizenz darf er nun Mannschaften bis zur Oberliga Herren trainieren.

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