NFV-Kreis hofft auf Saisonfortsetzung Anfang Februar

Helmstedt.  Fußball: Die Meinungen der Trainer zu dieser Idee gehen auseinander, insbesondere hinsichtlich der Dauer der Vorbereitungszeit auf den Restart.

Ob der Ball im Februar wieder rollen wird, ist fraglich. Essenrodes Trainer Till Eickmeier begrüßt aber den Vorschlag des NFV-Kreises.

Ob der Ball im Februar wieder rollen wird, ist fraglich. Essenrodes Trainer Till Eickmeier begrüßt aber den Vorschlag des NFV-Kreises.

Foto: LARS LANDMANN / regios24

„Von einer Winterpause im herkömmlichen Sinne können wir in dieser Saison (…) nicht sprechen. Sofern es die behördliche Verfügungslage und das Wetter zulassen, wollen wir 2021 so früh wie möglich wieder starten“: Mit diesen Worten wurde Präsident Günter Distelrath in einer Mitteilung des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) Mitte November zitiert. Doch was hat diese Aussage für Auswirkungen auf den Spielbetrieb im Kreis Helmstedt? Auf Anfrage erklärte Detlef Voges, Spielausschussvorsitzender des NFV-Kreises, sich der Vorgabe des Landesverbands anschließen zu wollen – eine Haltung, die bei den Helmstedter Trainern auf Zustimmung, aber auch Kritik stößt.

„Sofern das Land Niedersachsen und die Wetterbedingungen es zulassen, dann gehe ich davon aus, dass wir nach einer 14-tägigen bis dreiwöchigen Vorbereitung Anfang Februar wieder in den Spielbetrieb einsteigen können“, sagt Voges. Laut Rahmenspielplan dauert die Winterpause zwar bis Sonntag, 14. Februar, an, „das ist aber nur eine Vorgabe. Wir dürfen auch vorher anfangen“, stellt der Spielausschussvorsitzende klar.

Verständnis für den Vorschlag des NFV-Kreises kommt von Till Eickmeier. „Ich bin grundsätzlich für jede Lösung offen und unterstütze deshalb auch die Idee, den Spielbetrieb ab Anfang Februar wieder aufnehmen zu wollen, weil es das oberste Gebot ist, die Spiele wegzukriegen“, sagt der Coach des Kreisliga-Spitzenreiters TuS Essenrode.

Vorbereitung könnte die Vereine vor Probleme stellen

Deutlich schwerer würde sich der 42-Jährige mit der Vorbereitungsplanung tun: „Das wäre für uns eine echte Herausforderung, weil ich für die Vorbereitung vier bis fünf Wochen ansetzen würde und wir dann theoretisch schon Weihnachten starten müssten.“

Den von Eickmeier genannten Punkt mit der Vorbereitung greift auch Sven Wessels auf. Der Trainer von Essenrodes Kreisligakonkurrent TSV Germania Helmstedt fände es fahrlässig, dafür lediglich zwei bis drei Wochen anzuvisieren, wie von Voges angedacht: „Das würde ich meinen Jungs nicht antun wollen, da wären Verletzungen vorprogrammiert. Auch stünde das für mich in keinem Verhältnis dazu, dass der NFV-Kreis den letzten Spieltag vor dem erneuten Lockdown abgesetzt hat, um die Gesundheit der Spieler zu schützen.“

Unabhängig davon glaubt Wessels nicht, dass Kontaktsport auf Amateurebene ab Anfang Februar wieder ausgeübt werden darf, „außerdem wird irgendwann der Regen kommen“. Der TSVG-Coach stellt sich auf ein hartes neues Spieljahr mit einigen englischen Wochen ein, hofft aber auch, dass es von diesen nicht zu viele geben wird, „da wir kein Profiverein mit einem breiten Kader sind“, der diese Belastung aushalten könne. Deshalb schlägt Wessels dem NFV-Kreis vor, die Saison schon jetzt über den 13. Juni (letzter Spieltag) hinaus zu verlängern, um den Mannschaften den Druck zu nehmen.

Peter Köppe, Trainer des TVB Schöningen (Tabellenzweiter der 1. Kreisklasse), hält es hingegen für richtig, „im neuen Jahr so früh wie möglich wieder anfangen zu wollen, um die fünf abgesetzten Spiele aus dem November nachzuholen“. Auch ist der Coach der Speerstädter im Gegensatz zu Wessels der Meinung, dass vier Trainingseinheiten, verteilt auf zwei Wochen, ausreichend seien, um sich auf den Restrundenstart vorzubereiten.

Wobei sich die Frage stellt, wie sinnvoll die Aufnahme des Trainingsbetriebs im Januar aufgrund der oftmals schlechten Platzverhältnisse grundsätzlich wäre. Der TVB befindet sich allerdings in der glücklichen Situation, nicht auf einem der beiden A-Plätze im Elmstadion trainieren zu müssen. Die Schöninger verfügen nämlich noch über einen Allwetterplatz mit Flutlicht sowie zwei weitere Grünflächen, auf denen im Notfall auch Übungseinheiten stattfinden könnten.

Ausweichen auf Kunstrasenplätze in Nachbarkreisen eher keine Option

Um die Austragung von Partien im Februar wahrscheinlicher zu machen, bringt TuS-Coach Eickmeier zudem die Idee ins Spiel, auf Kunstrasenplätze in benachbarten Landkreisen wie Wolfsburg oder Braunschweig auszuweichen. Sofern der jeweilige Verein beziehungsweise die Stadt Wolfsburg oder Braunschweig der Anfrage der Heimmannschaft zustimme und auch das Gästeteam mit der örtlichen Verlegung des Spiels einverstanden sei, „wären wir die Letzten, die diesem Vorschlag gegenüber abgeneigt wären“, unterstreicht Voges. Er wisse jedoch, dass es in Braunschweig schwierig sei, entsprechende Platzkapazitäten zu bekommen. Gleiches gelte für Wolfsburg, teilte Bennet Paulsen aus dem Geschäftsbereich Sport der Stadt auf Anfrage mit.

Auch warnt Essenrodes Trainer vor einem weiteren Problem: Sollte sich der Start ins neue Jahr aufgrund der Corona- und/oder Wetterlage bis Anfang März verzögern, könnte sich die Vorbereitungsphase über zehn oder sogar noch mehr Wochen hinziehen. In diesem Fall „wäre es schwierig, die Spannung in der Mannschaft hochzuhalten“, gibt Eickmeier zu bedenken.

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