SV Lauingen Bornum: Eine gewachsene Gemeinschaft

Lauingen.  Fußball-Bezirksliga 1 B: Fluktuation ist ein Fremdwort im Kader der SV Lauingen Bornum, die sich als Einheit weiter etablieren will.

Viele der Kicker der SV Lauingen Bornum spielen schon seit vielen Jahren zusammen. Mit Dennis Evers (rechts) stand Trainer Julian Semper (rechts im Hintergrund) sogar während seiner aktiven Zeit noch gemeinsam auf dem Feld.

Viele der Kicker der SV Lauingen Bornum spielen schon seit vielen Jahren zusammen. Mit Dennis Evers (rechts) stand Trainer Julian Semper (rechts im Hintergrund) sogar während seiner aktiven Zeit noch gemeinsam auf dem Feld.

Foto: Jens Semmer / regios24

Während einige andere Fußball-Bezirksligisten in nahezu jeder Sommerpause ihren Kader gehörig umkrempeln, zählt die SV Lauingen Bornum zu jenen Vereinen, die auf personelle Kontinuität setzen. Punktuelle Verstärkungen wie mit Julian Haase (war vorher Spielertrainer beim TSV Grasleben) im vergangenen Sommer gibt es zwar auch bei den Rot-Weißen, insgesamt zeigt sich aber, dass sich die SVLB mit einer gewachsenen Gemeinschaft wieder in der Bezirksliga etablieren will.

„Der Kern des Teams spielt seit vielen Jahren zusammen“, bestätigt Trainer Julian Semper, der die ersten beiden Bezirksliga-Aufstiege des Vereins 2007 und 2009 selbst als Aktiver miterlebt hatte. Beim jüngsten Aufstieg vor zwei Jahren, als die SV mit satten zwölf Punkten Vorsprung auf den TSV Danndorf Kreisliga-Meister wurde, war Semper bereits als Co-Trainer an der Seite von Lars Körner-Konsierke tätig. Inzwischen betreut er als Cheftrainer einige Spieler, mit denen er während seiner aktiven Zeit noch zusammen gespielt hatte, beispielsweise Dennis Evers und Henrik Kreutzfeldt. Insofern seien Neuzugänge bei der SV nicht nur erforderlich, um den Kader breiter aufzustellen, „wir versuchen damit auch, den Alterungsprozess im Team etwas aufzufangen“, so der Trainer.

Und viele der jüngeren Akteure, die in den vergangenen Jahren zum Herrenteam gestoßen sind, hat Semper auch schon gecoacht, als er noch für die A-Jugend des Vereins verantwortlich war: Jasper Reichel, Jannis Hüttenrauch, Ole Brickmann, Tim Schulze, Sören Meyer und Lukas Rangosch. Hinsichtlich externer Neuzugänge „haben wir als Dorfverein eben nicht so viele Möglichkeiten. Wir können eigentlich nur an die guten Kreisliga-Spieler herantreten“, sagt Semper. Vor diesem Hintergrund sei ein Verbleib in der Bezirksliga für die Perspektive der SV wichtig, denn „zurzeit ist das noch ein Argument, das uns attraktiv macht. Als Kreisligist wäre es ungleich schwerer, auf Spieler anderer Vereine zuzugehen.“

In den Gesprächen, das betont der Trainer, „ist es mir wichtig, realistisch zu sein. Ich werde niemanden mit falschen Versprechungen zu uns locken.“ Diese Aufrichtigkeit gehöre dazu, um potenziellen Zugängen auf den Zahn zu fühlen, denn „natürlich ist für uns wichtig, dass die Neuen auch charakterlich gut zu uns passen“, so Semper. Denn – unabhängig von der Ligazugehörigkeit – sollen der Zusammenhalt und die gute Atmosphäre die Trümpfe des SV-Teams bleiben. Bei allem bestehenden und auch nötigen Ehrgeiz, „kommen wir letztlich alle freundschaftlich zusammen, um Fußball zu spielen“, beschreibt der Coach.

Genau das, sagt Semper, habe in der Vergangenheit allerdings auch schon dazu geführt, „dass wir gegen das Vorurteil kämpfen mussten, wir seien eine so eingeschworene Gemeinschaft, dass Neuzugänge bei uns keine Chance hätten, wirklich integriert zu werden. Und das ist Schwachsinn!“ Das zeige sich allein daran, dass in den vergangenen Jahren keiner der Neuzugänge nach nur einer halben oder einer Saison den Verein wieder verlassen habe.

Dass sich viele Spieler bereits seit so vielen Jahren kennen, „erachte ich schon als kleinen Vorteil gegenüber anderen Bezirksligisten. Weil wir in der Vergangenheit gemeinsam schon viele Höhen und Tiefen erlebt haben, weiß man beispielsweise, wie die Mannschaft mit der ersten Niederlage einer Saison oder mit einer Phase, in der es mal nicht so läuft wie gewünscht, umgeht.“ Das erleichtere den Umgang mit derlei Situationen.

Und so sorgt auch der mit drei Punkten aus den ersten drei Spielen nicht optimale Saisonstart in der Bezirksliga 1 B nicht für Panik bei den Rot-Weißen. Semper weiß allerdings auch: „Laut Ansetzung starten wir im neuen Jahr gegen genau die Teams, gegen die wir bereits gespielt haben. Wenn wir dann wieder nur drei Punkte aus diesen Spielen holen, würden wir schon etwas hinterherlaufen. Und gegen die vermeintlichen stärksten Teams wie Tabellenführer Wahrenholz, Wendschott, die SV Gifhorn und Türk Gücü Helmstedt müssen wir noch jeweils zweimal spielen.“

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