Henry Menzel: Dem Fußball mit Leib und Seele verschrieben

Helmstedt.  Der Fußballkreis Helmstedt trauert um Henry Menzel: Der 60-Jährige verstarb nun nach langer Krebskrankheit.

Auch als Schiedsrichter machte sich Henry Menzel in Helmstedt verdient. 

Auch als Schiedsrichter machte sich Henry Menzel in Helmstedt verdient. 

Foto: Sebastian Priebe / regios24 / Sebastian Priebe

Er hat seinen jahrelangen Kampf gegen die todbringende Krebskrankheit verloren. Nicht nur der NFV-Kreisvorstand, der gesamte Fußballsport weit über Helmstedt hinaus trauert um seinen Sportfreund und engagierten Kameraden Henry Menzel, der am 15. Dezember 2020 im Alter von nur 60 Jahren verstorben ist. „Obwohl es für ihn wie für uns alle nicht völlig unerwartet kommt und wir es auch als eine Erlösung für Henry von seinen Leiden sehen müssen, erfüllt uns die traurige Gewissheit, ihn nicht mehr unter uns zu haben, mit großer Betroffenheit und vor allem mit Mitgefühl mit seinen Hinterbliebenen. Besonders tragisch ist, dass es uns in diesen Zeiten genommen ist, uns von ihm angemessen zu verabschieden“, teilt der NFV-Kreisvorsitzende Werner Denneberg mit.

Henry Menzel hatte sich seinem geliebten Fußballsport mit Leib und Seele verschrieben. Als Aktiver unter anderem. beim Helmstedter SV, bei verschiedenen Vereinen als Trainer, als Vorstandsmitglied des Kreisfußballverbandes in mehreren Funktionen, zuletzt als Vorsitzender des Qualifizierungsausschusses und Ehrungsbeauftragter des Kreises, hat sich sein Leben immer um das runde Leder gedreht. Obwohl stets mit einem lockeren Spruch auf den Lippen und als Aktiver „kein Kind von Traurigkeit“, hat ihm das Schiedsrichterwesen am Herzen gelegen.

Henry war jahrelang im Lehrstab und selbst ein angesehener, respektierter Spielleiter, der auf den Sportplätzen im Landkreis empathisch aber konsequent für die Einhaltung der Regeln eintrat. Nach dem Spiel stand er, oftmals bei einem erfrischenden gemeinsamen Getränk, allen Rede und Antwort, diskutierte und begründete Entscheidungen und verabschiedete sich niemals im nachhaltigen Groll von den Mannschaften und Vereinsverantwortlichen.

Henry Menzel war unkonventionell in seiner Persönlichkeit und seinem Auftreten. Spießigkeit, klein kariertes Denken und Handeln waren ihm zuwider. Er war kumpelhaft, flapsig, wirkte äußerlich immer locker, hatte die Fähigkeit, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und andere mit dem ihm eigenen Sarkasmus zum Lachen zu bringen.

Die Aus- und Fortbildung von Übungsleitern und Übungsleiterinnen und Auswahlmannschaften war ihm als Vorsitzender des Qualifizierungsausschusses ein großes Anliegen. Noch im Frühjahr 2020 organisierte und leitete er, schon sichtlich geschwächt von den Strapazen seiner Chemotherapie, Basis- und Fortbildungslehrgänge für die Trainer-Ausbildung. Seine Erkrankung machte er nicht mit sich allein aus, er ging damit offen und authentisch um. In einer E-Mail zur Lehrgangseinladung an einen der Teilnehmer äußerte er sich im Februar demütig: „Freue mich, weil ich es noch erleben darf. Prognose war ja etwas anders.“

Er wusste schon, dass das Unvermeidliche kommen würde. Dennoch trotzte er auf seine ihm eigene Art seiner schweren Erkrankung. „Ein Henry Menzel lässt sich nicht unterkriegen, das war auf dem Sportplatz immer so und wird auch im Leben durchgehalten“, gab er sich beim Lehrgangsabschluss im März den teilnehmenden Trainern und Trainerinnen gegenüber noch kämpferisch.

Henry Menzel lässt uns Fußballer und Fußballerinnen im Landkreis Helmstedt betroffen und traurig zurück. Mach’s gut, Henry, altes Haus. Wir werden dich nicht vergessen.

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