Wojcicki schaut beim Corona-Comeback zu

Wolfsburg.  In Berlin wird Freitag das erste Mal wieder Profiboxen stattfinden – allerdings ohne den Wolfsburger IBF-Interconti-Champion, der weiter wartet.

Wolfsburgs Profiboxer Patrick Wojcicki wird am Freitagabend gespannt nach Berlin blicken, wo erstmals seit der Corona-Pandemie wieder ein Boxabend veranstaltet wird.

Wolfsburgs Profiboxer Patrick Wojcicki wird am Freitagabend gespannt nach Berlin blicken, wo erstmals seit der Corona-Pandemie wieder ein Boxabend veranstaltet wird.

Foto: Helge Landmann / regios24

Voller Spannung wird Patrick Wojcicki an diesem Freitag nach Berlin blicken. Nicht etwa, weil dort der Sauerland-Boxstall, der den Wolfsburger Profi promotet, sitzt. In der Hauptstadt wird der aufstrebende AGON-Boxstall als erster in Europa eine Veranstaltung auf die Beine stellen und acht Kampfpaarungen ohne Zuschauer zeigen. „Ich bin gespannt, wie es läuft, und natürlich froh, dass es wieder losgeht“, sagt der 28-Jährige.

Die Corona-Unterbrechung trifft Wojcicki in mehreren Bereichen hart. Als Profiboxer hatte seine Karriere in diesem Frühjahr richtig Fahrt aufnehmen sollen. Es gab die Aussicht auf einen WM-Ausscheidungskampf für den Mittelgewichtler, der den Interconti-Titel des Weltverbands IBF hält. Um sich den Traum von einem Weltmeisterschaftskampf erfüllen zu können, hatte sich Wojcicki extra von Arbeitgeber Volkswagen freistellen lassen.

Durch die Corona-Pandemie sind die im Vertrag festgelegten Kampfprämien nicht zu erzielen, und auch ein weiteres Standbein, eine Shisha-Bar, die er mit einem Freund betreibt, darf aktuell wegen der geltenden Bestimmungen nicht öffnen. Deswegen hofft Wojcicki, dass die AGON-Veranstaltung auch für die anderen Boxställe wie Sauerland ein Zeichen sein wird, um den komplett ruhenden Betrieb wieder hochzufahren.

Er selbst ist schon wieder im Training. Nach den einsamen Läufen der ersten Corona-Wochen sind inzwischen auch die Übungseinheiten in der Trainingshalle des AKBC Wolfsburg, wo Wojcicki unter Coach Antonino Spatola übt, angelaufen – noch ohne Partnerarbeit, immer in den gleichen Kleingruppen und mit reichlich Desinfektionsspray für die Geräte.

Noch hat er keinen Termin von Sauerland genannt bekommen. Der Wolfsburger will aber vorbereitet sein, wenn Tag X kommt. Und so ist er im Grundlagentraining, arbeitet an Kraft und Kondition – und hofft, dass es mit dem Sparring wieder losgeht. „Darauf freue ich mich riesig“, sagt er. Nach Freitag, wenn in Berlin das europaweit erste Event gelaufen sein wird, ist hoffentlich auch der Wolfsburger etwas schlauer.

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