Deniz Almas: Dank Top-Werten optimistisch für Olympia

Leipzig/Wolfsburg.  Der Topsprinter des VfL strebt bei den Olympischen Spielen einen Einzelstart an. Dass er in Tokio als Wolfsburger startet, ist inzwischen sicher.

Deniz Almas, Topsprinter des VfL Wolfsburg, hat sich nach seinem Fabeljahr 2020 viel für den kommenden Sommer vorgenommen. Die auf 2021 verschobenen Olympischen Spiele in Tokio spielen dabei die zentrale Rolle.

Deniz Almas, Topsprinter des VfL Wolfsburg, hat sich nach seinem Fabeljahr 2020 viel für den kommenden Sommer vorgenommen. Die auf 2021 verschobenen Olympischen Spiele in Tokio spielen dabei die zentrale Rolle.

Foto: Anke Waelischmiller/SVEN SIMON / imago images

Vor rund einem Jahr legte Deniz Almas in der Vorbereitung den Grundstein für sein Hammer-Jahr 2020, das den Topsprinter des VfL Wolfsburg zum Titel bei der Hallen-DM, Freiluft-DM und der deutschen Jahresbestzeit von 10,08 Sekunden über 100 Meter spülte. Seit August ist er auf einmal der Topfavorit auf einen Einzelstart bei den auf 2021 verschobenen Olympischen Spielen in Tokio . Und es sieht so aus, als würde der 23-Jährige, der nächste Woche seinen neuen VfL-Vertrag unterschreibt, im kommenden Jahr noch mal einen draufpacken können. Das sind zumindest die ersten Trainingseindrücke.

Die Pause, die sich Almas nach der Fabelsaison inklusive Quantensprung bei seiner Bestzeit im Sommer nahm, war kürzer als sonst. Bereits Anfang Oktober stieg er wieder ins Training ein. Und zum einen merkt er, dass die Schinderei nach den reichlich überraschenden Erfolgen des Sommers leichter von der Hand geht. „Auch weil das große Ziel sehr viel konkreter geworden ist.“ Und das heißt Olympia. 2020 wollte er in Tokio in der deutschen Staffel mitlaufen. Nachdem er die nationale Konkurrenz aber dominiert hat – Almas war so etwas wie ein sportlicher Gewinner der schwierigen Pandemie-Zeit –, ist 2021 in Tokio ein Einzelstart das erklärte Ziel .

Almas’ Trainingswerte lassen auf erneute Steigerung hoffen

Zum anderen gibt es belegte Hinweise, dass der in Leipzig trainierende Almas noch einmal draufgepackt hat. „Meine Zubringerleistungen, die Kraftwerte und die Schnelligkeitswerte, sind ein Stück besser als vor einem Jahr“, so „der schnellste Wolf“. Die Norm für die Spiele liegt bei 10,05 Sekunden, Almas muss sie bis einschließlich zu den deutschen Meisterschaften in Braunschweig rennen. Oder er qualifiziert sich über die Weltrangliste, für die er je nach Wertigkeit eines Wettkampfs Punkte sammeln kann. Und natürlich hat er auch nicht aus den Augen verloren, vielleicht als erster Deutscher die magische Marke von 10 Sekunden zu knacken.

Gespannt hat Almas daher den neuen Wettkampfkalender der hierfür lukrativen Diamond League verfolgt. Ob und wann er bei einem der Einladungsmeetings starten darf, ist dagegen noch nicht klar. Aber auch hier gab er in diesem Jahr sein Debüt und bekam einen Fuß in die Tür dieser Champions League der Leichtathletik.

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Ein genauer Olympia-Plan ist schwer zu erstellen

Der Plan bis Tokio ist angesichts der Corona-Pandemie so unsicher wie nie. Die Hallensaison , in der er seinen Titel über 60 m verteidigen könnte, ist mit Sicherheit nicht das Hauptziel. Aber der VfLer stellt auch klar: „Wenn ich bei den deutschen Hallen-Meisterschaften starte, dann will ich auch nicht Zweiter werden .“ Er wird noch mit seinem Trainer in Leipzig, Ex-Hürden-Ass Alexander John besprechen, wo genau er angreifen wird.

Und eigentlich stehen auch diverse Trainingslager im Ausland an, im Zuge von dem in Clermont (Florida) im April/Mai purzelten gerne schon einmal Bestzeiten aufgrund der optimalen Bedingungen . Abgesagt ist Clermont noch nicht, besonders gut dürften die Chancen aber auch nicht stehen. Aktuell ist Almas in Kienbaum, wo er sich mit den deutschen Kaderathleten in einer Art Blase vorbereitet. „Wir sind alle getestet worden und haben hier normale Bedingungen“, sagt der VfLer.

Vertragsverlängerung fast fix – nur die Unterschrift fehlt

Apropos VfL: Der auslaufende Vertrag des schnellsten Deutschen 2020 ist noch immer nicht final verlängert. Aber kommende Woche wird es soweit sein. Für Mittwoch hat der VfL zu einem Pressetermin anlässlich der Vertragsunterschrift eingeladen. „Alle Eckpunkte sind geklärt“, erklärt Almas, der bei diesem Anlass noch einen neuen Teamkollegen bekommt: Mit Niels Torben Giese aus Leipzig startet eine weitere deutsche Sprint-Hoffnung zukünftig für die Wolfsburger.

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