VfL Wolfsburg froh über „riesiges Privileg“

Wolfsburg.  Die U19- und U17-Fußballer des VfL Wolfsburg versuchen, die Normalität zu simulieren. Zeit wird für individuelle Weiterentwicklung genutzt.

Ist froh, dass dank Sondergenehmigung immerhin trainiert werden kann: Christian Wimmer, U19-Coach des VfL Wolfsburg.

Ist froh, dass dank Sondergenehmigung immerhin trainiert werden kann: Christian Wimmer, U19-Coach des VfL Wolfsburg.

Foto: Darius Simka / regios24

Seit knapp einem Monat ruht der Spielbetrieb in den Junioren-Bundesligen . Die Nachwuchsfußballer des VfL Wolfsburg dürfen jedoch teilweise weiterhin auf dem Trainingsplatz stehen. Eine Sondergenehmigung des Gesundheitsamts macht es möglich – sehr zur Freude von Christian Wimmer, Cheftrainer der A-Junioren, und Daniel Bauer, Coach der B-Junioren.

Spieler, die die Eichendorffschule in Wolfsburg besuchen und in der Fußballakademie leben, dürfen am Training der Juniorenteams des VfL teilnehmen. Bauer und Wimmer freut’s. „Jetzt können wir die Zeit zur Weiterentwicklung nutzen“, sind sich beide Trainer einig. „Wir befinden uns eigentlich in einer zweiten Vorbereitung . Das Trainerteam und ich bereiten momentan eine Auswahl an individuellen und mannschaftstaktischen Einheiten vor“, erklärt Wimmer.

Talente werden individuell weiterentwickelt

Bauer probiert, „die Wettkampfwochen zu simulieren. Mannschaftstaktisch waren wir in den vergangenen Spielen auf einem gutem Weg, daher haben wir den Fokus viel auf athletische Dinge gelegt und bieten ebenfalls viele individuelle Einheiten an“, sagt der 37-Jährige. Die Trainer nutzen diese „geschenkte“ Zeit zur individuellen Weiterentwicklung der Talente.

Spielpraxis fehlt den Nachwuchshoffnungen der Grün-Weißen selbstverständlich trotzdem, „das kann keine Trainingseinheit wirklich simulieren“, meint Bauer. Doch in der Nachwuchsakademie sorgt man zumindest für einen internen Wettkampf : Die Junioren-Teams spielen teilweise gegeneinander oder werden durchgemischt, um jüngeren Talenten Möglichkeiten zur Akklimatisierung zu geben. „So haben wir zumindest intern eine Chance, Spielformen zu testen, und den Jungs zumindest etwas Spielpraxis zu ermöglichen“, betont Wimmer. Für Bauer sind „Druckresistenz und Siegermentalität“ wichtige Aspekte in der Nachwuchsentwicklung. „Die internen Vergleiche sind dafür super und zumindest ein kleines Highlight am Ende der Woche,“ sagt er.

Trainieren zu können, ist ein Privileg

Momentan sind beide Trainer höchstzufrieden mit den Leistungen. Wimmer betont besonders die immens hohe „Trainingsqualität“ , Bauer freut sich über die „Wertschätzung der Jungs, überhaupt auf dem Platz stehen zu können“. Wie lange die Coaches noch auf Spiele verzichten müssen ist noch unklar. „Realistisch eingeschätzt spielen wir in diesem Jahr wohl nicht mehr“, meint Wimmer. Der 35-Jährige wertet es jedoch wie Bauer als „riesiges Privileg“ , relativ normal trainieren zu dürfen und der täglichen Arbeit auf dem Platz nachgehen zu können.

Dennoch ist man beim VfL auf alle Eventualitäten vorbereitet – auch eine derzeit noch unrealistische Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist in den Hinterköpfen der Trainer. Eine Sache fehlt jedoch allen in der Akademie, Spielern wie Funktionären: „Als Trainer, als jemand, der den Fußball liebt, und auch all meinen Spielern fehlt am Wochenende einfach etwas “, sagt Bauer.

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