Dieses VfL-Quartett soll einen Uralt-Rekord knacken

Wolfsburg.  In der 4x100m-Sprintstaffel ist der VfL 2021 mit Almas, Giese, Breitenstein und Morawietz top aufgestellt. Vor allem der Landesrekord soll fallen.

Neuzugang Niels Torben Giese (von links), Tobias Morawietz, Deniz Almas und Johannes Breitenstein sollen im kommenden Jahr für den VfL Wolfsburg den niedersächsischen Uralt-Rekord mit der 4x100m-Staffel knacken.

Neuzugang Niels Torben Giese (von links), Tobias Morawietz, Deniz Almas und Johannes Breitenstein sollen im kommenden Jahr für den VfL Wolfsburg den niedersächsischen Uralt-Rekord mit der 4x100m-Staffel knacken.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS / imago (4)

Es gibt da etwas, das nagt an der Leichtathletik-Seele des VfL Wolfsburg . Ein Ergebnis aus dem Jahr 1988, das bis heute Bestand hat – und in dem vier Wolfsburger Sprintern nur die Rolle des ersten Gratulanten blieb: Am 23. Juli dieses Jahres schnappte sich die Staffel des LT 85 in Hannover in 39,76 Sekunde den deutschen Meistertitel über 4x100 Meter, und ganz nebenbei den niedersächsischen Landesrekord. Knapp vor vier Athleten des VfL: Bernd Rebischke, Markus Kessler, Markus Stärk und Erwin Skamrahl , die 23 Hundertstel langsamer waren. Diese „Scharte“ wollen sie beim VfL endlich auswetzen. Die Chancen dafür standen vielleicht noch nie so gut, wie vor der Freiluftsaison 2021...

Allerdings: Das hatte sie auch vor der vergangenen Saison gedacht, in der unter anderem wegen Corona aber alles anders kam. Denn Staffeln liefen wegen des strengen Hygienekonzepts im August in Braunschweig gar nicht. Im kommenden Jahr dürfte das aber wieder anders sein. Nicht zuletzt deshalb, weil es auch bei den Olympischen Spielen in Tokio Staffelläufe geben wird.

Die Staffel-Aussichten für den VfL sind rosig

Die Aussichten für 2021 sind allerdings aus VfL-Sicht noch weitaus rosiger. Und das hat unterschiedliche Gründe: Zum einen ist da die Leistungsexplosion von Deniz Almas , der sich mit starken 10,08 Sekunden überraschend an die nationale Spitze setzte.

Und noch ein weiterer Grün-Weißer hat einen großen Satz nach vorne gemacht: Tobias Morawietz . Der Youngster holte sich den DM-Titel bei der U18 , war mit 10,82 Sekunden schnellster Niedersachse seiner Altersklasse und Sechstschnellster des Jahres in Deutschland. Morawietz wurde unlängst in den Nationalkader berufen, was ihm vor allem erst einmal bessere Trainingsmöglichkeiten garantiert, und soll 2021 für Deutschland bei der U20-EM in Tallinn (Estland) an den Start gehen, auch die WM in dieser Altersklasse könnte noch ein Thema werden. Der Youngster ist schneller unterwegs als es der langjährige VfL-Topsprinter Sven Knipphals in diesem Alter war. Kurzum: Sie versprechen sich viel von Tobi Morawietz.

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Zu diesen zwei Hoffnungsträgern wird sich auch wieder Johannes Breitenstein gesellen, der im vergangenen Jahr verletzungsbedingt lange hatte pausieren müssen. Breitensteins 100-Meter-Bestzeit liegt bei 10,54 Sekunden. Dass er die lief, liegt im kommenden Jahr aber auch schon vier Jahre zurück.

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Giese kommt aus Leipzig zum VfL

Der vierte Grund, der den VfL hoffen lässt, ist ein Neuzugang: Niels Torben Giese , Baujahr 1998, wird den VfL im kommenden Jahr verstärken. Laut Sprintcoach Werner Morawietz hat der Leipziger auch einen Bezug zum VfL, besucht häufiger mal die Fußballspiele der Profis. Und er kennt Almas gut, trainiert mit dem Topsprinter am Stützpunkt in Leipzig. Almas’ Eindruck: „Stand jetzt wird Niels deutlich schneller werden. Was ich von ihm im Training sehe, ist hervorragend.“

Nominell haben die Wolfsburger damit eine Staffel zusammen, die es bei den erneut in Braunschweig ausgetragenen deutschen Meisterschaften zu einer Medaille bringen kann. Das glaubt auch Almas, der aber in Zeiten von Corona zu bedenken gibt: „Niels und ich können in Leipzig ganz normal trainieren. Aber es wird darauf ankommen, wie Tobi und Johannes in Wolfsburg trainieren können.“

Noch vor der möglichen DM-Medaille hofft Morawietz, der Trainer und Großvater von Tobias, allerdings darauf, dass der Uralt-Landesrekord endlich fällt. „Den wollen wir nach Wolfsburg holen“, sagt der VfL-Coach deutlich. Vor allem ihm ist anzumerken, wie sehr es an ihm nagt, dass nicht das damalige Leichtathletik-Flaggschiff aus Wolfsburg diesen Sieg holen konnte. Um aber mal einen Vergleich zu haben, wo die nationale Staffel-Spitze heute steht: Bei der bisher letzten DM mit einem Staffelwettbewerb holte der SC DHfK Leipzig den Titel in 39,02 Sekunden. Im Team der Siegermannschaft im Berliner Olympiastadion dabei: der Neu-VfLer Giese.

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