VfL Wolfsburg II: Im Training schöpft Bürger aus dem Vollen

Wolfsburg.  Die Personalsorgen des Fußball-Regionalligisten VfL Wolfsburg II nehmen langsam ab. So läuft die Trainingsarbeit des kriselnden Teams.

Der Trainingsplatz füllt sich: Trainer Henning Bürger (stehend) macht den VfL Wolfsburg II fit fürs neue Jahr.

Der Trainingsplatz füllt sich: Trainer Henning Bürger (stehend) macht den VfL Wolfsburg II fit fürs neue Jahr.

Foto: Helge Landmann / regios24

Fünf Niederlagen in Folge in der Regionalliga Nord, Staffel Süd, dazu ein ausgedünnter Kader aufgrund von vielen Verletzungen – den U23-Fußballern des VfL Wolfsburg kam die Spielpause alles andere als ungelegen, denn der Saisonstart ist verpatzt. Immerhin: Da die Reserve des VfL in die Kategorie „Berufsfußballer“ fällt, war frühzeitig klar, dass die Mannschaft von Trainer Henning Bürger auch in der spielfreien Zeit zusammen auf dem Platz trainieren darf.

Zur großen Freude des 50-Jährigen darf er auf dem Feld mit einem nahezu kompletten Kader arbeiten. Wie groß die Verletzungssorgen der U23 teilweise waren, zeigt sich in der Abwehr: Mit Jannis Lang, Marcel Beifus und Anselmo Garcia MacNulty bekamen zwei 18-Jährige und ein 17-Jähriger auf Anhieb viel Einsatzzeit im Männerfußball. „Mit Jannis und Marcel haben wir eigentlich anders geplant. Wir wollten die beiden zwar früher hochziehen, weil sie körperlich die Voraussetzungen hatten, aber sie sollten sich langsam an die Regionalliga gewöhnen können“, erklärt Bürger.

Zum Umplanen gezwungen

Doch die Verletzungsprobleme zwangen den Trainer zum Umplanen. Lang absolvierte die ersten beiden Saisonspiele bis zu seiner Verletzung, Beifus stand gleich sechsmal in der Startelf. Garcia MacNulty war für die Saison eigentlich in der U19 eingeplant, durfte jedoch ebenfalls drei Einsätze in der vierten Liga absolvieren.

15 Gegentore aus neun Spielen lautet die Bilanz des VfL als drittschwächster Verteidigung der Liga. „Schwankungen sind in dem Alter normal, die Jungs haben sicherlich gemerkt, dass der Männerfußball noch mal eine andere Sache ist“, meint Bürger, lobt aber im selben Atemzug: „Es macht riesigen Spaß, mit dieser jungen Truppe zu arbeiten.“

„Das meiste wird besser“

Momentan kann Bürger mit einem fast vollen Kader trainieren. Ein riesiger Vorteil. Der 50-Jährige findet pauschal, dass „alles anders und das meiste besser wird“. Besonders die durch den größeren Kader angeheizten internen Duelle erfreuen Bürger. „Das wichtigste Mittel eines Trainers ist der Konkurrenzkampf. Das sorgt automatisch für eine gewisse Motivation in jeder Einheit und somit für höhere Qualität.“

Die Spielpause überbrückt man in der U23 mit Schwerpunkten im taktischen und athletischen Bereich. Die internen Trainingsspiele, in denen die unterschiedlichen Nachwuchsteams des VfL zumeist am Wochenende gegeneinanderspielen, hält Bürger für förderlich: „Spielpraxis ist das Ziel, zudem wollen wir eine gewisse Wettkampfbelastung simulieren.“

Konkurrenzkampf kehrt zurück

Da in der Regionalliga Nord im Jahr 2020 auf keinen Fall mehr gespielt wird, hat Bürger nun viel Zeit, sich voll auf die kommenden Aufgaben zu konzentrieren. Und wie gesagt: Der Konkurrenzkampf ist hierbei eines der wichtigsten Mittel, das der Coach nach verletzungsreichen Wochen nun wieder anwenden kann.

Das hilft hoffentlich, dass der Fehlstart mit Wiederbeginn der Saison im neuen Jahr zumindest ein bisschen wettgemacht werden kann. Wie es weitergeht, ist jedoch unklar. Es steht im Raum, die Qualifikationsrunde mangels Terminen nach der Hinrunde abzubrechen. In dem Fall müsste der VfL in die Abstiegsrunde.

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