Der Aufsteiger: Uduokhai ist beim VfL schon mittendrin

Wolfsburg  Eigentlich sollte der Verteidiger langsam wachsen. Doch er wird sofort gebraucht – und Jonker glaubt an ihn.

Wenn Felix Uduokhai spricht, muss man gut zuhören: Denn der 20 Jahre alte Neue in der Verteidigung des VfL Wolfsburg fühlt sich vor den Mikrofonen und Blöcken noch nicht ganz wohl. Der Linksfuß war von Zweitliga-Absteiger 1860 München gekommen, um sich Schritt für Schritt weiter zu entwickeln. Im Schatten John Anthony Brooks’ sollte er langsam wachsen. Aber Uduokhai ist jetzt gebraucht. Und er überzeugt seinen Trainer.

Andries Jonker gilt als Experte für die individuelle Entwicklung junger Spieler. Sein Leitsatz: kein Druck, nicht zu viel Kritik. Der Niederländer spricht die Fehler mit den Talenten klar an, analysiert sie und zeigt andere, bessere Lösungswege auf. „Und dann“, so Jonker, „ist bei jungen Spielern immer die Frage, wie schnell sie aus ihren Fehlern lernen. Felix ist einer, der Vorschläge sehr schnell annimmt. Er läuft mit offenen Augen und offenen Ohren durch die Welt. Ich glaube an ihn.“

Uduokhai, der gestern „leicht kränklich“ beim Training aussetzen musste, stand in allen drei Bundesliga-Spielen des VfL auf dem Rasen. Ein rasanter Aufstieg. Nervös wirkte der 20 Jahre alte Linksfuß gar nicht, doch beim 0:3-Auftakt gegen Dortmund trat er nicht ganz fehlerlos auf. Weil er Dortmunds Marc Bartra aus den Augen verlor, konnte dieser zum 2:0 einnetzen. Eine Szene mit Folgen – wie im Test gegen Newcastle, als Uduokhai einem Angreifer den Ball in die Füße spielte, der sofort ein Tor erzielte. „Daraus muss er lernen. Aber ich bin ganz geduldig mit ihm. Ich erkläre nur: Auf diesem Niveau ist ein Fehler sofort ein Gegentor“, sagt Jonker.

Ein positiver Effekt war gegen Hannover (1:1) schon zu spüren. „Da hat Felix zum ersten Mal über die gesamten 90 Minuten stabil gespielt“, lobt der Trainer, der nicht nur von Uduokhai, sondern noch von einem anderen Talent überzeugt ist: Gian-Luca Itter.

Der 18 Jahre alte Linksfuß hatte zuletzt immer im Kader gestanden und kann auf mehr hoffen. „Er ist ein sehr talentierter Spieler, auf den wir setzen“, so Jonker. Hinter Yannick Gerhardt, der trotz wackliger Partien des Vertrauen des Trainers genießt, kann sich Itter in Ruhe entwickeln. Anders als Uduokhai, der sofort gefordert ist. leha

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