Die Rückkehr in eine andere Welt

Wolfsburg  Der VfL muss nach Hamburg, wo am 20. Mai der vorzeitige Klassenerhalt verspielt wurde. Die Wolfsburger sind heiß auf die Revanche.

Entsetzen: In dieser Szene schlägt Paul-Georges Ntep die Hände über dem Kopf zusammen. Am 20. Mai verspielte der VfL in Hamburg den vorzeitigen Klassenerhalt, für Sportdirektor Olaf Rebbe war’s im Rückblick ein „sehr schwerer Moment“.

Foto: regios24/Darius Simka

Entsetzen: In dieser Szene schlägt Paul-Georges Ntep die Hände über dem Kopf zusammen. Am 20. Mai verspielte der VfL in Hamburg den vorzeitigen Klassenerhalt, für Sportdirektor Olaf Rebbe war’s im Rückblick ein „sehr schwerer Moment“. Foto: regios24/Darius Simka

So lange ist der letzte Auftritt des VfL Wolfsburg beim Hamburger SV gar nicht her. Am 20. Mai war es, als sich die Mannschaften im Volksparkstadion gegenüberstanden. Es war der letzte Spieltag der Vorsaison. Im Rückblick erklärt Maximilian Arnold: „Das war eine andere Welt.“ Seitdem ist viel passiert. Am Samstag wird zumindest auf Wolfsburger Seite eine andere Mannschaft auf dem Platz stehen.

Der 20. Mai war ein Tag zum Vergessen aus VfL-Sicht. Aber so schnell wird das nicht gehen. Ein Pünktchen hätte gereicht, um sicher in der Fußball-Bundesliga zu bleiben. Robin Knoche brachte Grün-Weiß sogar in Führung, die allerdings nur neun Minuten später ausgeglichen wurde. Das hätte gereicht für den sicheren Klassenerhalt. Doch in der 88. Minute wurde der 21-jährige Luca Waldschmidt zum personifizierten VfL-Albtraum, köpfte zum 2:1-Sieg ein. Ein Tor, das für blankes Entsetzen beim VfL sorgte. Erst in der Relegation gelang dann mit zwei Siegen die Rettung gegen die Eintracht aus Braunschweig.

Auch für Olaf Rebbe war die Partie in Hamburg eine, die noch lange nachhallen wird. „Es war eine riesige Enttäuschung“, erinnert sich der Sportdirektor des VfL nur sehr ungern an diesen Samstagnachmittag zurück und spricht rückblickend von einem „sehr schweren Moment“ für den Klub.

Ein halbes Jahr später ist vieles anders. Arnold erklärt: „Die Partie ist abgehakt.“ Aber: „Trotzdem haben wir dort etwas gutzumachen.“ Er selbst war erst in der

84. Minute ins Spiel gekommen. Andries Jonker, damals Inhaber des Trainerstuhls, setzte nicht so auf den 23-Jährigen, wie es jetzt Martin Schmidt, der Nachfolger des Niederländers, tut. Doch das war nicht Jonkers einzige umstrittene Maßnahme. Vor dem 1:2 hatte er den 18-jährigen Stürmer Victor Osimhen für den verletzten rechten Verteidiger Sebastian Jung ins Spiel gebracht, obwohl Christian Träsch noch auf der Bank saß. Der Nigerianer war es dann, der die entscheidende Flanke auf Waldschmidt kurz vor Ende nicht verhindern konnte.

Beim Wiedersehen könnten auf Wolfsburger Seite aus der damaligen Startelf neun gleiche Akteure auf dem Platz stehen. Doch trotz des fast identischen Personals haben beide Mannschaften nur noch wenig miteinander gemein. Jonkers Nachfolger hat frischen Wind reingebracht. Unter Schmidts Regie wurde der Umschwung eingeleitet, die Tendenz ist endlich mal wieder positiv. „Es hat sich einiges getan“, sagt Arnold, der dem Trainer daran einen großen Anteil zuspricht. „Er dreht an den richtigen Schrauben, legt viel Wert auf Disziplin. Es sind diese Kleinigkeiten, die am Ende entscheidend sein können.“

Der HSV hat, anders als Wolfsburg, noch den Trainer, der auch am 20. Mai auf der Bank saß. Beim 0:0 in Freiburg am vergangenen Spieltag setzte Markus Gisdol in seiner Startelf auf sieben Profis, die auch beim letzten Duell mit dem VfL auf dem Platz gestanden haben. „Der HSV ist zu Hause stark. Aber wir wollen auch von dort Punkte mitnehmen“, erklärt Yunus Malli, der auf Wolfsburger Seite ebenfalls am 20. Mai dabei gewesen war.

So dramatisch wie beim letzten Mal ist das Wiedersehen nun natürlich nicht. Es geht nicht um den Abstieg. Aber dennoch steht etwas auf dem Spiel. Der HSV steht kurz vor der Saison-Halbzeit auf dem 15. Platz, der VfL ist Elfter, will weiter ins Mittelfeld nach vorne rücken. „Wir haben auch Druck, wollen zweimal in Folge gewinnen“, sagt Arnold. „Aber diesmal steigt ja keiner ab, wenn er verliert...“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder