Die letzte leichte VfL-Dienstreise? Labbadia widerspricht

Wolfsburg  Der VfL muss am Samstag in Freiburg ran, danach warten auswärts fast nur noch Topteams.

Bruno Labbadia (links) und Christian Streich.

Bruno Labbadia (links) und Christian Streich.

Foto: Darius Simka / regios24

. Die sonnigste Großstadt Deutschlands, ein echtes Schmuckstück mitten im Schwarzwald, dazu die Nähe zu den Alpen – für Romantiker hat Freiburg durchaus Einiges zu bieten. Aber längst nicht nur geografisch, historisch oder kulturell. Die badische Stadt beheimatet mit dem SC einen Fußball-Bundesligisten, der Bruno Labbadias Herz höher schlagen lässt. „Toll, dass es so einen Klub heutzutage noch gibt, wo andernorts die Fußballromantik immer häufiger ausstirbt. Der SC geht seinen eigenen Weg, der mit dem modernen Fußball-Business nicht zu tun hat“, sagt der Trainer des VfL Wolfsburg vor dem Duell mit dem SC (Samstag, 15.30 Uhr).

Ja, Freiburg ist ein besonderer Ort, der SC ist ein besonderer Klub, und Christian Streich ist ein besonderer Trainer. „Er lebt den Verein“, sagt Labbadia über seinen heutigen Gegenüber, der bereits seit 2011 im Amt und damit der dienstälteste Trainer der Liga ist. „Der SC ist mit ihm in die 2. Liga abgestiegen, trotzdem haben sie zusammen weitergemacht. Der Klub weiß, was er will und wofür er steht, und die Verantwortlichen verlieren niemals die Nerven“, sagt der VfL-Trainer.

Lobende Worte hat Labbadia, der am Freitag seinen 53. Geburtstag feierte, nicht nur für den Verein übrig, sondern auch für die Mannschaft, auf die die seine treffen wird. „Sie weiß, was zu tun ist und macht es keinem Gegner leicht.“ In der jüngeren Vergangenheit jedoch lief es für den VfL im Breisgau ganz ausgezeichnet. Die letzten fünf Duelle gingen allesamt an die Wolfsburger, Streich hat seit seiner Amtsübernahme im Jahr 2011 noch keinen einzigen Heimpunkt gegen den VfL geholt. Geht das so weiter?

Die Vorzeichen für den Fortbestand der Superserie sind positiv. Denn in dieser Spielzeit fühlt sich Labbadias Team in fremden Stadien besonders wohl, es ist mit 19 Zählern das drittbeste Auswärtsteam der Liga, einzig der BVB und der FC Bayern sind noch erfolgreicher. „Das ist außergewöhnlich“, sagt Labbadia mit Blick auf die neue Stärke. „Das hatte man vor der Saison nicht erwarten können. Ich freue mich total darüber. Aber am Ende ist es egal, wo wir die Punkte holen – Hauptsache, wir holen sie.“

Ein Sieg in Freiburg wäre wichtig. Denn es wird die wohl letzte leichte Dienstreise der ganzen Saison. Danach warten nur noch extrem hohe Hürden auf die Wolfsburger: Mönchengladbach, Bayern, Dortmund, Leipzig, Hoffenheim und dann das um den Klassenerhalt kämpfende Stuttgart – ein anspruchsvolles Auswärtsprogramm. Die Freiburg-Partie daher als letzte leichte Dienstreise zu bezeichnen, gefällt Labbadia aber gar nicht. „Das sehe ich komplett anders“, sagt er. Schon im Hinspiel, das der SC mit 3:1 in der VW-Arena gewann, zeigte der SC, wie man ein Ligaspiel mit defensiver Kompaktheit und guten Umschaltmomenten gewinnen kann. „Der SC ist ein sehr schwer zu bespielender Gegner. Aber das“, sagt der VfL-Trainer, „sind wir auch.“

Daher stehe sein Team derzeit zurecht auf Rang 6. „Das hat sich die Mannschaft brutalst erarbeitet. Sie legt eine Wahnsinnsbereitschaft an den Tag und muss auch in Freiburg wieder an ihre Grenzen gehen. Es muss immer an der Kante gearbeitet werden. Das wird am Samstag entscheidend sein.“ Labbadia will im Breisgau natürlich gewinnen – obwohl er dem SC als Fußballromantiker sehr wohlgesonnen ist.

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