Wildes 3:3 – VfL Wolfsburg vergibt Sieg in Freiburg

Freiburg.  Dreimal führen die Wolfsburger in der Fußball-Bundesliga beim SC Freiburg, doch die Gastgeber kontern jedes Mal.

Wolfsburgs Jerome Roussillon und Freiburgs Janik Haberer kämpfen um den Ball.

Wolfsburgs Jerome Roussillon und Freiburgs Janik Haberer kämpfen um den Ball.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Großes Spektakel in Freiburg: Der VfL Wolfsburg führte am 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga dreimal beim SC, doch dreimal konterte das Team von Christian Streich und sicherte sich am Ende vor 23.600 Zuschauern im Schwarzwald-Stadion ein nicht unverdientes 3:3 (1:1)-Unentschieden gegen den VfL.

Im Vergleich zum Pokal-Aus bei RB Leipzig am Mittwochabend tauschte Coach Bruno Labbadia auf drei Positionen und sein System, statt im 4-4-2 spielten die Grün-Weißen im 4-3-3. Hinten rechts durfte William nach zwei Spielen Pause wieder für Paul Verhaegh ran, der in Leipzig so seine Probleme hatte. Im Mittelfeld kehrte Kapitän Josuha Guilavogui nach seiner Oberschenkelzerrung zurück, kam zu seinem ersten Einsatz in diesem Kalenderjahr, für ihn musste Elvis Rexhbecaj auf die Bank. Josip Brekalo ersetzte Yunus Malli, für den jungen Kroaten war es der erste Startelf-Einsatz seit dem 3. November (0:1 gegen Borussia Dortmund).

Bereits nach elf Minuten führte der VfL

Im Laufe des Spiels sollten sie dann alle wichtig werden. Als erstes Brekalo, denn dieser Brekalo legte für Jérôme Roussillon auf, der aus 15 Metern mit einem platzierten Flachschuss ins kurze Eck traf, bereits nach elf Minuten führten die Gäste mit 1:0. Und es sah in der Folge auch nicht so aus, als würden die Freiburger ein Rezept finden, um dem VfL gefährlich zu werden. Das Labbadia-Team störte den Gegner meistens früh im Spielaufbau und verwaltete die Führung clever, auch wenn es selbst erst einmal nicht mehr gefährlich wurde.

Das ging bis zur 37. Minute gut, als John Anthony Brooks die Führung vertändelte. Der US-Amerikaner verspielte den Ball gegen Florian Niederlechner, der nur noch querlegen musste und Freiburgs Hoffenheim-Leihgabe Vincezo Grifo schoss direkt zum Ausgleich ein.

Glück für die Gastgeber kurz vor der Pause

Geschockt zeigten sich die Wolfsburger davon keineswegs, sie machten wieder mehr für die Offensive. Brekalos Versuch von halbrechts im Strafraum wurde geblockt (41.) und in der Nachspielzeit war der VfL dem 2:1 ganz nah, als Wout Weghorst nach einem Konter im Strafraum querlegte, der mitgelaufene Renato Steffen vor dem leeren Tor aber noch von Christian Günter leicht berührt wurde. Doch Schiedsrichter Felix Brych ließ weiterspielen, Videoassistent Günter Perl sah offenbar auch keine Veranlassung, einzugreifen – Glück für die Gastgeber, die so das schmeichelhafte 1:1 in die Pause retten konnten.

Nach der Pause machten die Wolfsburger genau da weiter, allerdings fanden sie zunächst noch kein Mittel, um Freiburgs Abwehr zu knacken. Steffens Kopfball, den Keeper Alexander Schwolow aber abwehren konnte, war nach einer Stunde der erste bessere Versuch.

Achtes Saisontor für Weghorst

Doch nur zwei Minuten später klappte es dann mit der erneuten Führung für die Grün-Weißen. Robin Koch klammerte im Strafraum gegen wieder einmal sehr laufstarken Wout Weghorst, dieses Mal zögerte Brych keine Sekunde, zeigte sofort auf den Punkt und der Niederländer selbst ließ sich diese Chance nicht nehmen, traf mit einem harten und platzierten Schuss in die rechte untere Ecke. Für Angriffs-Alleinunterhalter Weghorst war es das achte Saisontor.

Lange hielt die VfL-Führung dieses Mal allerdings nicht, denn auch die Freiburger konnten sich auf ihren Torjäger verlassen. Nach einer Grifo-Ecke köpfte der Stürmer aus zwei Metern am kurzen Pfosten ein. Es war noch lange nicht der Schlusspunkt, auch Wolfsburg hatte in dieser Partie, die nun mit offenem Visier geführt wurde, eine prompte Antwort parat – und eine, die in ihrer Entstehung schöner nicht sein könnte: William trieb den Ball über die rechte Seite nach vorne, Weghorst schirmte die Kugel am 16er stark ab und legte den mit der Hacke für den mitgelaufenen Steffen auf, der Schwolow keine Chance ließ – ein wunderschöner Spielzug (74.).

Videobeweis kurz vor Spielende

Doch die Freiburger hatten noch eine Antwort parat. Die Gäste bekamen den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum geklärt, so dass Luca Waldschmidt wieder einmal gegen Wolfsburg traf und mit viel zu viel Platz das 3:3 besorgte. Beide spielten weiter nach vorne und wollten unbedingt den Sieg. Und es sah sogar so aus, als würde Freiburg das Spiel komplett drehen, doch Philipp Lienharts Treffer nach einer Ecke wurde nach Ansicht der Videobilder zurückgenommen (90.+3).

Spiel kompakt

SC Freiburg: Schwolow – Kübler, Lienhart, Heintz, Günther – Haberer, Koch – Frantz (69. Waldschmidt), Grifo (90.+3 Terrazzino) – Petersen, Niederlechner (81. Höler).

VfL Wolfsburg: Casteels – William, Knoche, Brooks, Roussillon – Gerhardt, Guilavogui, Arnold – Steffen (78. Rexhbecaj), Weghorst (90.+2 Klaus), Brekalo (90.+3 Uduokhai)

Tore: 0:1 Roussillon (11.), 1:1 Grifo (37.), 1:2 Weghorst (63., Foulelfmeter), 2:2 Petersen (70.), 2:3 Steffen (74.).

Gelbe Karten: Niederlechner, Haberer, Koch / Guilavogui (2), William (8).

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München).

Zuschauer: 23.600 im Schwarzwald-Stadion.

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