Ausfällen zum Trotz: Abteilung Attacke liefert

Freiburg.  Die offensiven Änderungen von Bruno Labbadia fruchten beim 3:3 des VfL Wolfsburg in Freiburg. An diese Leistung wollen die Wolfsburger anknüpfen.

Wout Weghorst (mit Ball) und Renato Steffen (4. v. l.) hatten getroffen, vorne war der VfL in Freiburg so gefährlich wie zuvor noch nicht in diesem Jahr.

Wout Weghorst (mit Ball) und Renato Steffen (4. v. l.) hatten getroffen, vorne war der VfL in Freiburg so gefährlich wie zuvor noch nicht in diesem Jahr.

Foto: Darius Simka / regios24

Defensiv passte es nicht für den VfL beim 3:3 im Bundesliga-Spiel in Freiburg. Ein individueller Fehler, ein Standard und ein schlecht geklärter Ball sorgten dafür, dass Wolfsburg nach dem 0:3 gegen Leverkusen zum zweiten Mal in diesem Jahr drei Gegentreffer kassierte. Vorwürfe gab’s von Coach Bruno Labbadia nicht, denn seine Elf hatte außer den Toren wenig zugelassen. Was den Coach freute: Erstmals in 2019 schoss seine Elf mehr als einen Treffer. Dass das ohne die Verletzten Admir Mehmedi und Daniel Ginczek gelang, dürfte fürs Gefühl wichtig sein.

Denn ohne sie hatte zuletzt die Durchschlagskraft in vorderster Front gefehlt. Nur zwei Treffer standen in den vier Partien des Jahres – drei in der Liga, eins im Pokal – zuvor zu Buche. Doch im Breisgau geizte der VfL nicht mit Torchancen. Das hatte seine Gründe: In Anbetracht der zwei gewichtigen Ausfälle stellte Labbadia wieder auf ein 4-3-3-System mit einer echten Spitze um, gab zudem Linksaußen Josip Brekalo nach langer Zeit mal wieder die Chance, sich von Anfang an zu zeigen. und beorderte Renato Steffen aus dem Sturmzentrum auf den rechten Flügel.

Dem Schweizer war anzusehen, dass er sich im rechten offensiven Mittelfeld pudelwohl fühlte, mit der Option, sich immer mal wieder ganz vorne einzuschalten. Natürlich war er froh, dass vorne mal wieder mehr zusammenlief, sich seine Wolfsburger so viele Chancen erspielten. Er sagte mit Blick auf die Ausfälle: „Ich denke, man darf unser Spiel nicht nur von zwei Spielern abhängig machen. Wir haben gezeigt, dass wir offensiv trotz der Verluste auch Tore schießen können.“

Vor allem die Art und Weise, wie die Tore zustande kamen, macht Hoffnung. Abgesehen von Weghorsts Elfmeter-Tor waren das 1:0 und das 3:2 schön herausgespielt. „Das haben wir gut gemacht“, sagte etwa Wout Weghorst. Auch der laufstarke und arbeitende Niederländer hatte einen großen Anteil daran, dass die Abteilung Attacke abgeliefert hat. Dafür gab es sogar ein Lob vom gegnerischen Trainer. „Wenn man sieht, wie der Weghorst vorn arbeitet und malocht und den Körper reinstellt...“, sagte Christian Streich. Weghorsts Lohn war nicht nur das Treffer zum 2:1, sondern auch die Vorlage zum 3:2 per Hackentrick. Natürlich war es eine einstudierte Variante. Torschütze Steffen erklärt: „Wir haben das trainiert, wie wir Wout anspielen, er hat ihn dann sehr gut durchgesteckt, ich war dann eiskalt, endlich einmal.“

Bei allem Lob für seine Offensive, hätte sich Labbadia gewünscht, dass der VfL nach dem 3:2 weiter Gas gibt. „Ich finde, wir hätten noch mehr auf das vierte Tor gehen können“, so der Coach. Steffen fordert für die nächsten Wochen, die Offensivleistung von Freiburg zum Maßstab zu machen. Ganz egal, wann Mehmedi und Ginczek zurückkehren: „Wir dürfen jetzt nicht abwarten, bis die anderen zurückkommen, sondern wir müssen weiter Tore schießen.“

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