Ärger um Schiri-Entscheidungen, Labbadia sieht’s gelassen

Freiburg.   Die VfL-Profis haderten gleich mit mehreren Szenen und hätten nach dem 3:3 in Freiburg gerne noch weitere Elfmeter zugesprochen bekommen.

Schiedsrichter Felix Brych (2. v. l.) wurde nach einigen Szenen belagert. VfL-Coach Bruno Labbadia brach jedoch eine Lanze für die Schiedsrichter.

Schiedsrichter Felix Brych (2. v. l.) wurde nach einigen Szenen belagert. VfL-Coach Bruno Labbadia brach jedoch eine Lanze für die Schiedsrichter.

Foto: Darius Simka / regios24

Der VfL Wolfsburg und der SC Freiburg lieferten sich ein atemberaubendes Fußballspiel. Das 3:3 am 21. Bundesliga-Spieltag hatte gleich mehrere Aufreger zu bieten, das zurückgenommene Freiburger 4:3 in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit inklusive. Und doch haderten vor allem die Gäste aus Wolfsburg mit einigen Entscheidungen von Schiedsrichter Felix Brych. Beim Wolfsburger Trainer kam der Unparteiische aus München hingegen ziemlich gut weg.

Denn vor allem die Szenen, bei denen der Schiedsrichter nicht eingegriffen hat, sorgten zumindest bei einigen VfLern für Unverständnis. Da wäre die Szene in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, als Renato Steffen im Laufduell mit SC-Abwehrspieler Christian Günter zu Fall kommt. „Der Kontakt war da, wenn er mich nicht berührt, kann ich noch den Schritt machen und den Ball reinschieben“, sagte Steffen, der aber auch meinte: „Es ist so eine Fifty-fifty-Entscheidung aus meiner Sicht. Manche Schiris pfeifen das, manche nicht.“ Brychs Pfeife blieb stumm, auch in Köln, wo der Videoassistent sitzt, regte sich nichts. Coach Bruno Labbadia sah es etwas entspannter: „Mir wurde die Elfmetersituation von allen Seiten gezeigt. Und Herr Brych hat es erklärt, das hörte sich schlüssig an.“

VfL-Aufreger Nummer 2 ging in einer bedeutend ereignisreicheren zweiten Halbzeit dann fast etwas unter. Yannick Gerhardt hatte in der 67. Minute in die Mitte gepasst, Weghorst ließ den Ball etwas abprallen, beschwerte sich aber gleich bei Brych, dass er gehalten wurde. „Der Schiri hat gesagt, der Kontakt war zu leicht“, so Weghorst später. „Aber ob leicht oder nicht, das ist wichtig, denn vielleicht entsteht daraus ein Tor.“ Selbst Keeper Koen Casteels, weit weg von der Szenerie, meinte: „Wout hat sich wegdreht, und sein linker Arm wurde komplett weggezogen. Das kann natürlich auch ein Elfmeter sein.“

Casteels fand, dass man auch über die Entstehung vor dem 3:3 diskutieren könne. Sein Team hatte die Szene nicht richtig klären können, so dass Jan-Luca Waldschmidt noch einen zweiten Versuch bekam, den er nutzte. Zuvor sah sich der Torwart aber bei seiner Rettungsaktion behindert. „Ich glaube, es reicht manchmal, wenn der Arm des Torwart etwas gehalten oder irritiert wird. Ich bin der Meinung, dass es Foul war“, so der Keeper.

Einig waren sich VfLer und Brych in der Bewertung des nicht gegebenen 4:3 per Kopf, das auf das Konto von Philipp Lienhart gegangen wäre. Wieder fand Casteels, er sei von Dominique Heintz gehalten worden, Brychs Entscheidung beeinflusste auch noch eine Abseitsstellung des Freiburgers Heintz. „Er steht im Abseits, befindet sich im Zweikampf mit einem Gegenspieler und behindert diesen“, sagte der Unparteiische gegenüber TV-Journalisten. Beim SC sah man das dann natürlich auch anders, Coach Christian Streich sprach allerdings davon, Brych habe auch mit dieser Entscheidung die nötige Balance gehalten. „Ein so guter Schiedsrichter findet in der Regel die Balance. Und sagen wir mal, wir hätten das 4:3 gemacht, dann hätte die Balance nicht ganz gestimmt.“

Auch Labbadia nahm Brych und gleich die gesamte Gilde der Unparteiischen in Schutz. „Wenn man mal im Training gepfiffen hat, da dreht man durch. Da weiß man gar nicht, wie man entscheiden will oder muss.“ Deswegen sagte der VfL-Coach: „Ich habe einen Riesenrespekt, auch wenn wir uns immer aufregen. Da muss ich mal eine Lanze für die Schiedsrichter brechen: Das eine brutale Aufgabe ist.“

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