„Menschlich“: VfL gewinnt „nur“ 3:1

Wolfsburg.   Die VfL-Fußballerinnen tun sich beim 3:1 gegen die TSG Hoffenheim zwar schwer, feiern aber trotzdem ihren zehnten Sieg im zehnten Spiel.

Der VfL feierte gegen Hoffenheim einen 3:1-Erfolg.

Der VfL feierte gegen Hoffenheim einen 3:1-Erfolg.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Zehntes Spiel, zehnter Sieg – die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg setzten ihren beeindruckenden Lauf durch die Bundesliga auch im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim fort, gewannen nach ein Spiel, das den Titel „Arbeitssieg“ verdient, mit 3:1 (3:1). Allerdings war die Partie vor 1334 Zuschauern im AOK-Stadion ein Plädoyer dafür, dass VfL-Coach Stephan Lerch Recht damit hat, dass es der Liga trotz der großen Wolfsburger Dominanz nicht unbedingt an Spannung fehlt. Denn die TSG forderte sein Team in Durchgang 1 wie zuvor kaum ein anderer Gegner. Die Gastgeberinnen konnten sich bei ihrer Nummer 20 bedanken, denn Pernille Harder war einmal mehr die herausragende Akteurin auf dem Feld und offensiv an fast jeder VfL-Aktion beteiligt.

Der Überraschungs-Vierte war dem souveränen Spitzenreiter in der Anfangsphase keineswegs unterlegen, blieb defensiv konsequent in seinem System und spielte forsch nach vorne. „Wir sind überhaupt nicht gut reingekommen“, meinte Lerch. Nach einem Fehler von Sara Doorsoun hatte Nicole Billa die Führung für die TSG auf dem Fuß, Keeperin Almuth Schult verhinderte dies mit einem starken Fußreflex (9. Minute). Wie schon in Sand brauchten die Wolfsburgerinnen, um zu ihrem Spiel zu finden. Caroline Hansen war dann in Minute 21 frei im 16er, wurde aber noch geblockt. Danach fanden die Gastgeberinnen besser ins Spiel und schnürten die TSG defensiv etwas ein. Das Glück stand Pate, als Harder sich ein Herz fasste, aus gut 20 Metern abzog und Luana Bühler den Ball unhaltbar für ihre Torfrau abfälschte – 1:0 (38.) dank Europas Fußballerin des Jahres, die am späten Montagabend nach der verpassten Fifa-Wahl nun beim Ballon d’Or in Paris zur Weltfußballerin gekürt werden kann.

Normalerweise brechen die Gegnerinnen nach so einem Rückstand in dieser Saison ein. Nicht so Hoffenheim, das nach einer Ecke zum Ausgleich durch Franziska Harsch kam (39.). Doch das zweite Gegentor der Spielzeit war dann der Startschuss für den VfL, noch einmal alles in die Schlussphase der ersten Halbzeit zu werfen: Einen Fehlpass von Torhüterin Friederike Abt nutzte Harder stark zur erneuten Führung, Toptorjägerin Ewa Pajor (14. Tor im siebten Spiel) legte fast mit dem Pausenpfiff das 3:1 nach.

Vielleicht auch angesichts des Topspiels am Mittwochabend bei Turbine Potsdam ließen es die Wolfsburgerinnen nach der Pause ein klein wenig ruhiger angehen, auch wenn sie nun zu jeder Zeit die Kontrolle über die Partie hatten. Alexandra Popp, die kurz vor der Linie gestoppt wurde (53.), Harder, die aus 18 Metern den Außenpfosten traf (54.) und dann eine Hereingabe verpasste (61.) hätten allerdings schon bald das vierte Tor nachlegen können. Das verpasste auch Joker Zsanett Jakabfi, als sie völlig frei vor Abt drüber schoss (78.). Auch Kristine Minde hatte noch eine gute Gelegenheit nach toller Popp-Vorarbeit, doch sie zielte ebenfalls drüber.

Die beste Gelegenheit hatte Popp, als sie nach einem Foul von Leonie Pankratz an Pia Wolter zum fälligen Foulelfmeter antrat – und an Abt scheiterte (89.). „Im Endeffekt haben wir die drei Punkte, das zählt“, meinte Popp und fügte an: „So ein Spiel passiert einfach, das ist einfach auch mal menschlich, dass man nicht über die gesamte Zeit Vollgas-Fußball spielt.“ Lerch befand: „Unterm Strich war es ein hart erkämpfter Sieg.“

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