Nur 0:0 – VfL-Frauen patzen gegen Essen

Wolfsburg.   Dem Doublesieger aus Wolfsburg fällt zum Jahresabschluss in der Frauenfußball-Bundesliga zu wenig ein. Der Vorsprung schmilzt.

Pernille Harder und der VfL spielten zum Jahresabschluss nur 0:0 gegen Essen.

Pernille Harder und der VfL spielten zum Jahresabschluss nur 0:0 gegen Essen.

Foto: Darius Simka/regios24 / regios24

Gut, dass endlich Winterpause ist... Hinter den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg liegt ein insgesamt überragend starkes Halbjahr in der Saison 2018/19. In 13 Bundesliga-Spielen holte das Team von Coach Stephan Lerch elf Siege und zwei Unentschieden. Doch beim 0:0 gegen die SGS Essen vor 1428 Zuschauern im AOK-Stadion wurde deutlich, dass eine längere Pause dem entkräftet wirkenden Doublesieger, dessen Vorsprung auf Verfolger München auf drei Punkte schmolz, gut tun wird.

Schon seit dem 3:1-Heimsieg gegen Hoffenheim Anfang Dezember wurde deutlich, dass die Wolfsburger Mannschaft, die zuvor so scheinbar leicht von Kantersieg zu Kantersieg geeilt war, von ihren Gegnern vor immer größere Probleme gestellt wird. Das liegt daran, dass die Gegner sich nicht mehr so tief zurückziehen, sondern wie auch Essen am Sonntagnachmittag den VfL ganz früh im Spielaufbau stören. Und wenn sie dann auch noch so schnell in ihr Defensivkonzept zurückfinden wie die SGS, dann tun sich die Wolfsburgerinnen im Dezember 2018 schwer.

Gegen Essen gab es auch deshalb so wenige Torchancen, weil auf Wolfsburger Seite nach vorne hin längst nicht alles klappte. Europas Fußballerin des Jahres, Pernille Harder, erwischte dabei wie viele andere nicht ihren besten Tag, viele Zuspiele auf die pfeilschnelle Ewa Pajor, die überdies eng gedeckt wurde, blieben in der aufmerksamen Essener Abwehr hängen – oder diese stellte die VfL-Stürmerin abseits. „Hinter der Kette gab es viele Räume, aber die haben wir nicht bespielt“, sagte Lerch. „Wir haben kein richtiges Mittel gefunden.“ Es dauerte bis zur 33. Minute, ehe die Grün-Weißen erstmals gefährlich vor das Gäste-Tor kamen. Doch hinter Babett Peters Flanke bekam Pajor in der Mitte mit dem Kopf nicht mehr den nötigen Druck.

Die SGS hielt ihr aufwändiges Spiel auch nach der Pause durch und kam nun sogar zu guten Abschlüssen: Turid Knaak prüfte die aufmerksame Keeperin Almuth Schult (53.), Lea Schüller traf Sekunden später nur das Außennetz. Der VfL tat sich hingegen weiter schwer, zu Möglichkeiten zu kommen. Alexandra Popps maßgenaue Flanke auf Caroline Hansen versuchte die Top-Vorlagengeberin noch einmal abzulegen, anstatt selbst den Torabschluss zu suchen (62.).

Natürlich hatte der VfL trotzdem noch die Chance, die Partie für sich zu entscheiden. Weil die Lerch-Elf angesichts des drohenden Punktverlusts in der Schlussphase mehr machen musste. Und weil Essen nun ein klein wenig abbaute. Harder scheiterte in der 80. Minute frei vor Essens Torfrau Kim Sindermann doppelt. Nach einem Standard kam Nilla Fischer aus kurzer Distanz zudem nicht mehr entscheidend an den Ball (84.). Erstmals blieben die VfLerinnen somit in dieser Bundesliga-Saison ohne einen eigenen Treffer. Essens Punktgewinn war hingegen sehr verdient.

„Uns hat ein bisschen die Kraft gefehlt“, analysierte Schult. Gut zwei Monate ist jetzt Zeit, sie wiederzuerlangen. Weiter geht’s dann nach der Winterpause gleich mit dem Spitzenspiel in München am 17. Februar. Nach dem 1:1 in Potsdam vor eineinhalb Wochen und nun der Nullnummer gegen Essen wird der VfL heilfroh sein, dass er nun die Akkus wieder auftanken kann.

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