VfL: Generalprobe für Lyon gelingt mit etwas Dusel

Freiburg/Wolfsburg.  Der VfL Wolfsburg verteidigt mit 3:2 in Freiburg die Bundesliga-Tabellenführung. Harder, Wolter und Pajor treffen gegen starke Gastgeberinnen.

Augen zu und durch: Zsanett Jakabfi (rechts) und der VfL Wolfsburg haben sich knapp mit 3:2 beim starken SC Freiburg durchgesetzt.

Augen zu und durch: Zsanett Jakabfi (rechts) und der VfL Wolfsburg haben sich knapp mit 3:2 beim starken SC Freiburg durchgesetzt.

Foto: Oliver Zimmermann / imago

Die Generalprobe ist geglückt – aber es war die erwartet enge Partie. Mit 3:2 (1:1) haben sich die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg beim Tabellenfünften SC Freiburg durchgesetzt. Der Sieg durch Tore von Pernille Harder, Pia-Sophie Wolter und Ewa Pajor war für die Grün-Weißen gleich doppelt wichtig. Zum einen, um die Tabellenführung zu verteidigen, denn zeitgleich siegte Verfolger Bayern München mit 5:0 gegen Turbine Potsdam. Zum anderen, um zu zeigen, dass das Team bereit ist fürs Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwochabend bei Olympique Lyon.

„Wir fahren dort mit einem guten Gefühl hin, weil wir dieses schwere Spiel gewonnen haben“, sagte VfL-Coach Stephan Lerch. Anfangs war seine Elf nicht auf der Höhe, „eine Viertelstunde lang waren wir gar nicht da“, beschrieb es der Trainer. Doch in der zweiten Hälfte steigerte sich sein Team. „Wir haben dieses Spiel mit der Einstellung gewonnen“, so Lerch. „Und diese Mentalität brauchen wir auch am Mittwoch.“ Er ist überzeugt, „dass wir auch fußballerisch ein anderes Gesicht zeigen werden“.

In Freiburg war’s ein hartes Stück Arbeit – und es begann mit einem frühen Schock. In der dritten Minute gerieten die Wolfsburgerinnen in Rückstand, Sandra Starke traf für Freiburg, das dem VfL ordentlich Paroli bot. Genauso hatte Lerch das im Vorfeld erwartet. Das Team aus dem Breisgau ist nicht umsonst Tabellenfünfter, gehört inzwischen in den Kreis der Mannschaften, die hinter dem VfL und den Bayern um die Plätze kämpfen.

Sechs Minuten brauchte Lerchs Elf, um den Schock des schnellen Rückstands aus den Klamotten zu schütteln. Dann war es Harder, die auf Vorarbeit von Babett Peter mit einem Flachschuss ins kurze Eck ihre ehemalige Wolfsburger Teamkollegin Merle Frohms im Freiburger Tor überwand. Bis zur Halbzeitpause hätten dann beide Teams mit 2:1 in Führung gehen können, es gab gute Möglichkeiten hüben wie drüben.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte setzte Freiburg immer wieder gefährliche Nadelstiche – und der VfL wirkte in der Defensive nicht immer sattelfest. Die Gastgeberinnen waren dem 2:1 in dieser Phase näher als die Grün-Weißen. Doch es zeigt eben auch die Extraklasse dieser Mannschaft, genau in einer solchen Situation mit einer Szene alles zu verändern. In Freiburg geschah das in Person Wolters, die den Ball von halbrechts abgezockt im Tor unterbrachte (68.).

Danach wirkte es vor 1152 Zuschauern im Möslestadion, als ob der Treffer dem SC den Stecker gezogen hätte. Erstmals in der Partie bestimmte nun der VfL das Geschehen und belohnte sich prompt ein weiteres Mal. Pajor versenkte den Ball fast von der Grundlinie zum 3:1 (85.). Damit war der Sack zugebunden, Freiburg gelang zwar noch das 2:3, allerdings erst in der vierten Minute der Nachspielzeit und damit zu spät. Ein wichtiger Sieg für den VfL, der sich aber wird steigen müssen. Denn ob die Leistung am Mittwoch gegen Lyon reicht, ist doch sehr fraglich.

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