VfL dank Fischer im Psycho-Vorteil

Wolfsburg.   Das seltene Tor der Wolfsburger Kapitänin lässt die VfL-Fußballerinnen vor dem Rückspiel gegen Olympique Lyon auf ein Weiterkommen hoffen.

Nilla Fischer (ganz links) am Boden, der Ball im Netz: Das Auswärtstor lässt den VfL auf ein Weiterkommen in der Champions League hoffen.

Nilla Fischer (ganz links) am Boden, der Ball im Netz: Das Auswärtstor lässt den VfL auf ein Weiterkommen in der Champions League hoffen.

Foto: AlexMartin / WITTERS

Es war ein seltener Moment für Nilla Fischer, und vielleicht ein ganz, ganz wichtiger für die Fußballerinnen des VfL: Die Wolfsburger Kapitänin sprang im Spiel bei Olympique Lyon in der 64. Minute vor dem Tor einen Kopf höher als Gegenspielerin Amandine Henry und sicherte ihrem Team das so wichtige Auswärtstor im Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League. Die 34-jährige Schwedin ist auf ihrer Abschiedstour mit dem VfL so torhungrig wie schon lange nicht mehr.

Am Saisonende wird die Abwehrchefin Wolfsburg verlassen, aus privaten Gründen zieht es sie zu ihrem Ex-Klub Linköpings FC nach Schweden zurück. „So viele Titel wie möglich“ will sie noch mit dem VfL holen, hatte sie bei der Verkündung ihres Abschieds Anfang Oktober gesagt. Sie arbeitet selbst fleißig daran mit, dass die Grün-Weißen noch auf den dritten Coup in der Königsklasse hoffen dürfen. Ihr 1:2-Anschlusstreffer war ihr erster in diesem Wettbewerb seit dem 12. November 2014. Damals hatte der VfL im Achtelfinale Neulengbach mit 7:0 abgefertigt, die Innenverteidigerin das 6:0 erzielt.

„Ich hoffe, es war ein Tor, das am Ende dazu führt, dass wir eine Runde weiterkommen“, sagt Coach Stephan Lerch mit Blick auf den Kopfballtreffer von Lyon. „Das Auswärtstor ist ganz wichtig, darauf müssen wir aufbauen“, meint Vorlagengeberin Alexandra Popp.

In der Abwehr hat Fischer ein überragendes Stellungsspiel, auf ihrer Abschiedstournee auch vorne. „Wir haben vor dem Spiel darüber gesprochen, dass es mal Zeit wird für ein Tor, gerade nach einer Standardsituation“, so Lerch schmunzelnd. Das 1:2 war bereits ihr viertes Tor in dieser Saison, mehr als fünf waren es nie. Der Coach weiß um den Seltenheitswert von Fischers Toren. 19 sind es bisher in 183 Spielen für Wolfsburg. Lerch sagt: „Deswegen würde ich mir wünschen, dass sie im Rückspiel da weitermacht.“

Das Rückspiel am Mittwoch (18.15 Uhr im AOK-Stadion) ist schon jetzt das beherrschende Thema, auch wenn das Liga-Spiel gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach dazwischen liegt. Fischer selbst meinte nach dem 1:2 in Lyon: „Hätten wir über die gesamte Distanz unsere gewohnte Leistung abgerufen, wäre ein Unentschieden möglich gewesen. Aber auch so eröffnet uns dieses Resultat alle Möglichkeiten für das Rückspiel in Wolfsburg.“

Ihr Trainer sieht aufgrund der Leistung in der zweiten Halbzeit, in der der VfL sogar auf 65 Prozent Ballbesitz kam, die psychologische Trumpfkarte auf Seiten der Wolfsburgerinnen. Der 34-Jährige meint: „Gefühlt war es nicht so, dass Lyon noch etwas draufpacken konnte, im Gegensatz zu uns. Dass Olympique in der zweiten Halbzeit nicht so viel Ballbesitz hatte, das kennen sie so auch nicht aus der Liga. Das wird für sie ungewohnt gewesen sein, und kein gutes Gefühl gegeben haben.“ Popp hofft, dass der VfL an Halbzeit 2 anknüpfen wird, dann sei ein Weiterkommen realisierbar: „Da hat man gesehen, dass auch Lyon irgendwann platt wurde. Ich hatte den Eindruck, dass sie auch keine Lust mehr hatten. Wenn man selbst Fußball spielt, kann man auch diesen Gegner vor Probleme stellen.“

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