VfL Wolfsburg: Im Premieren-Duell geht’s ums gute Gefühl

Wolfsburg.  Erstmals spielt der VfL Wolfsburg in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt. Dahinter versteckt sich der ehemalige 1. FFC. Verlieren verboten.

Vorsicht ist geboten: Mit Laura Freigang (vorn) hat Eintracht Frankfurt eine Top-Torjägerin in den Reihen. Auf Kathrin Hendrich und den VfL Wolfsburg kommt am Freitagabend Schwerstarbeit zu.

Vorsicht ist geboten: Mit Laura Freigang (vorn) hat Eintracht Frankfurt eine Top-Torjägerin in den Reihen. Auf Kathrin Hendrich und den VfL Wolfsburg kommt am Freitagabend Schwerstarbeit zu.

Foto: Peter Hartenfelser / imago

Das Heimspiel des VfL Wolfsburg am Freitagabend (19.15 Uhr, live auf Eurosport) ist eine Premiere für die Grün-Weißen. Erstmals treten sie in einem Pflichtspiel gegen Eintracht Frankfurt an – zumindest vom Namen her. Dahinter steckt der 1. FFC Frankfurt, das einstige Aushängeschild des deutschen Frauenfußballs, das zu dieser Saison mit der Eintracht fusioniert ist. Mit neuer Identität und frischen Geldmitteln soll an alte Erfolge angeknüpft werden. Doch noch nicht am Freitag.

Das will der VfL, der nach der 1:4-Pleite im Spitzenspiel beim FC Bayern Wiedergutmachung betreiben muss, um jeden Preis verhindern. Die Partie ist richtungsweisend. Die Wolfsburger dürfen sich bei fünf Punkten Rückstand auf den Tabellenführer aus München keine Ausrutscher mehr erlauben. Zudem ist das Duell auch wichtig für die Gefühlswelt des amtierenden Meisters. Denn danach ist wieder Länderspielpause und das Team in alle Himmelsrichtungen verstreut. „Es ist sehr wichtig für uns, mit einem guten Gefühl in die Pause zu gehen“, sagt daher VfL-Coach Stephan Lerch.

Der Dezember wird knackig

Auch deshalb, weil es im Dezember knackig wird. Im DFB-Pokal ist Ligarivale MSV Duisburg der Gegner, in der Bundesliga geht’s gegen Bremen und Essen, aber dann ist da auch noch die Champions League. Hin- und Rückspiel der Runde der letzten 32 Teams werden noch vor Weihnachten ausgetragen. Den Gegner erfährt der VfL am Dienstag, dann wird ab 12 Uhr in Nyon in der Schweiz gelost. Aufgaben, die mit einem Sieg gegen Frankfurt im Rücken sicher leichter fallen.

Leicht wird es die Eintracht den Wolfsburgerinnen aber nicht machen. Mit 14 Punkten sind die Hessinnen Fünfter. Dem Top-Team Turbine Potsdam mussten sie sich am vergangenen Spieltag nur knapp mit 0:1 geschlagen geben. „Dennoch glaube ich, dass sie sich an der einen oder anderen Stelle mehr ausgerechnet haben“, sagt Lerch. Stimmt, denn schließlich will die Eintracht wieder zur Spitzengruppe der Bundesliga gehören – so wie es Vorläufer 1. FFC jahrelang tat. Und Wolfsburgs Coach traut das Frankfurt durchaus zu. „Ich erwarte sie höher in der Tabelle“, sagt er. „Das ist ein Gegner, der gute Qualität im Kader besitzt und sich klug verstärkt hat.“

Freigang ist gefährlich

Besonders aufpassen müssen die Grün-Weißen jedoch auf eine Spielerin, die schon seit 2018 im Klub ist: Stürmerin Laura Freigang. Die 22-Jährige spielte zuvor in den USA. „Und man weiß, dass dort sehr auf die Physis gesetzt wird“, erklärt Lerch, der Freigang daher eine gefährliche Kombination aus „Dynamik, starker Physis und Torjägerqualitäten“ attestiert. 36 Tore in 51 Bundesliga-Einsätzen hat die Frankfurterin in ihrer Vita stehen, mit zehn Treffern in dieser Saison führt sie aktuell die Torjägerliste an. Wolfsburgs gefährlichste Angreiferin ist Zsanett Jakabfi mit sechs Toren.

Zusammengefasst: Die Eintracht ist alles andere als ein Aufbaugegner. Doch einer, den der VfL schlagen muss, um das Ziel Titelverteidigung nicht schon früh aus den Augen zu verlieren . Dass er es kann, bewies der Meister in der Vorbereitung, als er die Eintracht mit 5:2 schlug. Und die Bayern werden am Wochenende ihre Tabellenführung nicht ausbauen können. Ihr Spiel gegen Bayer Leverkusen wurde abgesagt, weil die Gäste nach einem Corona-Fall komplett in Quarantäne sind.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder