Erst am Ende deutlich: VfL-Frauen besiegen Frankfurt 3:0

Wolfsburg.  Nach dem 1:4 in München tun sich die Wolfsburger Bundesliga-Fußballerinnen gegen Eintracht lange Zeit schwer. Dennoch reicht’s zum klaren Erfolg.

Lena Oberdorf (2. v. l.) bejubelte ihren Treffer zum 2:0. Am Ende besiegten die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg Eintracht Frankfurt mit 3:0.

Lena Oberdorf (2. v. l.) bejubelte ihren Treffer zum 2:0. Am Ende besiegten die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg Eintracht Frankfurt mit 3:0.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Lange war’s mühsam, am Ende aber doch deutlich: Der VfL Wolfsburg hat in der Frauenfußball-Bundesliga mit einem 3:0 (1:0)-Erfolg im AOK-Stadion gegen Eintracht Frankfurt auf die bittere 1:4-Niederlage im Spitzenspiel bei Bayern München reagiert und ist vorerst wieder auf zwei Punkte an den Münchnerinnen dran, da deren geplantes Spiel am Wochenende gegen Leverkusen aufgrund eines Corona-Falls bei Bayer ausfällt.

Im Vergleich zum 1:4 am Sonntag in München tauschte Coach Stephan Lerch auf zwei Positionen. Pia-Sophie Wolter und Felicitas Rauch (beide Bank) mussten weichen, Fridolina Rolfö und Joelle Wedemeyer durften sich von Beginn an beweisen.

Startelf-Rückkehrer sind gleich mittendrin

Und beide Startelf-Rückkehrer spielten in der Anfangsphase eine größere Rolle: Die Schwedin Rolfö, weil sie in der dritten Minute von einer scharfen Hereingabe Zsanett Jakabfis offenbar so überrascht war, dass sie den Ball aus kurzer Distanz Eintracht-Keeperin Merle Frohms in die Arme schoss, statt den Ball über die Linie zu drücken. Und Wedemeyer, weil sie das größte Highlight der ersten Halbzeit setzte. Die Defensiv-Allzweckwaffe war lange Zeit nicht für ihre Torgefahr bekannt, doch wenn sie trifft, dann ist es wichtig. Sie hatte mit ihrem Tor zum 1:0 gegen den SC Freiburg in der vergangenen Saison die Meisterschaft klargemacht. Gegen Frankfurt erzielte sie das ganz wichtige 1:0 – und das auf wunderschöne Art und Weise: Sie zog etwas zu unbedrängt von links nach innen, und ihr Rechtsschuss aus 20 Metern senkte sich haargenau im langen Eck (9. Minute).

Das Tor war deshalb so wichtig, weil den sonst so torgefährlichen Wolfsburgerinnen (32 Treffer in zehn Partien) in der ersten Hälfte im Angriff nicht viel gelang, auch wenn sie optisch überlegen waren. Rolfö kam noch einmal frei vor Frohms zum Abschluss, doch der Winkel war zu spitz, als dass sie Frankfurts Keeperin hätte überwinden können (38.).

Eintracht hält in Wolfsburg gut mit

Ansonsten spielte die Eintracht, die im Sommer auf den 1. FFC nachgefolgt war, munter mit, suchte schnell den Weg nach vorne, stand hinten sicher und profitierte von der einen oder anderen Schlampigkeit im Wolfsburger Aufbauspiel.

So geschehen nach einem Ballverlust von Ingrid Engen, nach dem Geraldine Reuteler frei vor VfL-Torhüterin Katarzyna Kiedrzynek auftauchte, aber vorbei zielte (25.). Der VfL schaffte es zu selten, sich einmal gefährlich und mit Geschwindigkeit über außen in den Eintracht-Strafraum zu kombinieren. Allerdings: Frankfurts Laura Freigang, mit zehn Treffern beste Liga-Torschützin, war wie ihre Teamkolleginnen bei der VfL-Abwehr in guten Händen.

Erst Oberdorfs Tor bringt Beruhigung

An dem Bild der ersten Hälfte änderte sich auch zu Beginn des zweiten Durchgangs zunächst wenig. Das Wolfsburger Aufbauspiel blieb genauso fahrig wie das Spiel im letzten Drittel. Es musste ein zweiter Distanzschuss her, um Beruhigung in die Partie zu bringen: VfL-Nationalspielerin Lena Oberdorf nahm aus 17 Metern Maß, ihr platzierter Flachschuss passte wieder genau (64.). Dann war der Bann gebrochen, die Eintracht zollte dem hohen Tempo aus den ersten 60 Minuten Tribut. Weil Barbara Dunst gegen Zsanett Jakabfi im Strafraum zu spät kam, durfte Lena Goeßling zum fünften Mal vom Punkt antreten – und zum fünften Mal verwandeln (75.).

In der Schlussphase passierte dann vor beiden Toren nicht mehr allzu viel. Wolfsburg hatte sein Soll erfüllt, ohne allerdings nach der Schlappe im Spitzenspiel gegen den Tabellenfünften den ganz großen Glanz zu versprühen.

Nach der Länderspielpause wird’s im Dezember noch mal heiß

Auf die VfLerinnen wartet nun eine zweiwöchige Länderspielpause. Danach wird’s im Jahresendspurt noch einmal heiß: Am 6. Dezember geht es im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Erstliga-Kellerkind MSV Duisburg. Am 9./10. Dezember startet die Champions League mit dem Hinspiel in der Runde der besten 32. Die Auslosung hierfür findet am Dienstag (12 Uhr) in Nyon statt. Erst am 13. Dezember (14 Uhr) steht das nächste Ligaspiel an, auswärts bei Aufsteiger Werder Bremen weiter.

Spiel kompakt

VfL Wolfsburg: Kiedrzynek – Hendrich (46. Rauch), Goeßling, Janssen, Wedemeyer – Engen, Oberdorf (83. Dickenmann) – Saevik (62. van de Sanden), Huth (83. Cordes), Rolfö (69. Wolter) – Jakabfi.

Eintracht Frankfurt: Frohms – Hechler (89. Störzel), Kleinherne, Kirchberger, Aschauer – Feiersinger (71. Dunst), Nüsken, Pawollek (89. Köster), Reuteler (87. Panfil) – Freigang, Prasnikar (87. Küver).

Tore: 1:0 Wedemeyer (9.), 2:0 Oberdorf (64.), 3:0 Goeßling (75./Foulelfmeter).

Gelbe Karten: Oberdorf, Hingst (Co-Trainerin) / Reuteler.

Schiedsrichterin: Susann Kunkel (Eichede).

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