Technik

Apple stellt verbesserte Smartwatch und neue iPads vor

Cupertino/Berlin.  Die Apple Watch misst jetzt den Blutsauerstoff und das iPad Air 4 ähnelt dem iPad Pro. Was Apple sonst noch vorgestellt hat.

US-Hersteller Apple hat per Videostream im Rahmen des September-Events kommende Neuheiten vorgestellt, darunter die neueste Apple Watch Series 6, die günstigere Apple Watch SE und verbesserte iPads.

US-Hersteller Apple hat per Videostream im Rahmen des September-Events kommende Neuheiten vorgestellt, darunter die neueste Apple Watch Series 6, die günstigere Apple Watch SE und verbesserte iPads.

Foto: Apple / dpa

Ein flinkerer Prozessor, mehr Gesundheitsfunktionen und eine längere Akkulaufzeit: Die kommende sechste Generation der Apple Watch sieht weitgehend aus wie der Vorgänger, wird aber mehr Leistung unter der Haube haben. Bei der Produktvorstellung am Dienstagabend deutscher Zeit hat US-Konzern Apple – neben weiteren Geräten und Software-Updates – gleich zwei neue Versionen der eigenen Smartwatch angekündigt. Getreu dem vorab verkündeten Motto der Veranstaltung „Time Flies“ (z. Dt. „Die Zeit vergeht“).

Apple Watch Series 6:

Das Flaggschiffmodell, die Apple Watch Series 6, soll ein 2,5 Mal helleres Display im Freien besitzen als der Vorgänger. Der neue S6-Zweikern-Prozessor basiert auf dem A13 Bionic-Chip und soll bis zu 20 Prozent schneller sein als der bisherige Chip. Der Akku soll dennoch etwa 18 Stunden durchhalten.

Wie Uhren einiger anderer Hersteller – die Fitbit Versa 2 und 3 oder die Huawei Watch GT 2 und GT 2e – erhält die Apple Watch der sechsten Generation nun ebenfalls einen Pulsoximeter. Der Sensor misst innerhalb von 15 Sekunden den Sauerstoffgehalt im Blut und warnt den Träger einem bestimmten Wert.

Anwender sollen so den eigenen Fitnesszustand und ihr Wohlbefinden besser einschätzen können, meint Apple. Zudem kann mangelnder Sauerstoffgehalt im Blut nachts auf eine Schlafapnoe hinweisen, eine mitunter gefährliche Form des Schnarchens. auf Ärzte weisen darauf hin, dass diese Messwerte der sogenannten SpO2 nur grobe Schätzwerte sind. Genauer lässt sich dieser Wert beim Arzt etwa am Ohrläppchen oder am Finger messen.

Im Zuge des neuen Betriebssystems WatchOS 7, das ab sofort auch für einige ältere Modelle erhältlich ist, wird auch die Schlafüberwachung verbessert. Zudem unterstützt Wacth OS 7 das Messen der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2 Max) und bietet in Zeiten von Corona einen Timer zum Händewaschen. An Bord sind auch zahlreiche neue Ziffernblätter (Watch Faces).

Die Apple Watch soll in sieben Farben kommen, darunter Blau, Gold und Rot. Eines der neu erhältlichen Armbänder soll aus dehnbarem Kunststoff sein und so ohne Armbandverschluss auskommen.

Apple Watch Series 6:

  • erhältlich ab Freitag 18. September
  • Preise: ab rund 418 Euro (mit GPS) und ab rund 516 Euro (GPS + Cellular)

Neu ist auch die Familienkonfiguration „Familly Setup“: Eltern können jetzt mit einem iPhone die Apple Watches ihrer Kinder einstellen und kindersicher einrichten. Die Kinder müssten für ihre Apple Watch somit kein eigenes iPhone besitzen. Der Service ist ab der vierten Generation der Uhr verfügbar.

Apple Watch SE: Das kann das günstigere Modell der neuen Smartwatch

Neben dem Oberklasse-Modell wird es mit der Apple Watch SE erstmals innerhalb einer Geräte-Generation auch eine abgespeckte günstigere Variante geben. Bislang wurde stets ein älteres Modell als Budget-Variante angeboten, wie zuletzt die Series Watch 3.

Das Design ähnelt dem der Series 6. Die Watch SE soll die wesentlichen Funktionen des Flaggschiffs enthalten und hat ein scharfes Retina-Display. Die Apple Watch SE erhält allerdings den etwas schwächeren S5-Prozessor. Dieser soll dennoch zweimal schneller sein als der Chip der drei Jahre alten Apple Watch Series 3. Verzichten müssen Käufer der Watch SE dabei etwa auf den Blutsauerstoff-Sensor die EKG-Messung.

Das Gehäuse ist aus Aluminium. Gesteuert wird sie an der Seite über eine digitale Krone mit haptischem Feedback.

Apple Watch SE:

  • erhältlich ab Freitag 18. September
  • Preise: ab rund 292 Euro (mit GPS) und ab rund 340 Euro (GPS + Cellular)

iPad Air 4: Dünnere Display-Ränder und Schnittstelle zum Magic Keyboard

Auf dem Online-Event, das vom Firmen-Hauptquartier Apple Park in Kalifornien per Stream übertragen wurde, hat Apple außerdem neue iPad-Modelle gezeigt.

Angefangen mit dem iPad Air 4, dem Nachfolger des jüngsten iPad Air aus dem März 2019. Die Bildschirmgröße beträgt 10,9 Zoll. Optisch ähnelt es mit den schmaleren Displayrändern und den abgeflachten Ecken nun stark den iPad-Pro-Modellen.

Als Prozessor kommt der A14 Bionic zum Einsatz. Er soll im Vergleich zum Vorgänger 40 Prozent schneller sein und 30 Prozent mehr Grafikleistung besitzen. Laut Apple soll die Leistung des iPad Air 4 auch für 4K-Videoschnitt und anspruchsvolle Spiele ausreichen.

Der Touch-ID-Fingerabdrucksensor wandert von der Vorderseite in den Powerbutton an der Seite. Er soll für mehr Sicherheit sorgen und etwa bezahlen per Apple Pay einfacher machen.

Wie die iPad Pros hat das Air 4 nun einen USB-C-Anschluss an der Seite. So lässt sich etwa auch ein 4K-Monitor anschließen. Das iPad Air 4 schießt Bilder mit einer 12-Megapixel Hauptkamera mit 4K-Videoaufnahme und beherrscht schnelles Wifi 6.

Außerdem lässt es sich sowohl mit dem Apple Pencil 2 wie auch mit Apples Tastatur-Cover, dem Magic Keyboard und Smart Keyboard Folio, nutzen. Das ging bislang nur mit den iPad Pro-Modellen. Es erscheint in fünf Farben, darunter Roségold und Grün.

Apple iPad Air 4:

  • erhältlich ab Oktober
  • Preise: ab rund 633 Euro (Wifi) und ab rund 769 Euro (Wifi + Cellular)

Neues Einsteiger iPad kompatibel mit Pencil und Tastatur

Neben dem iPad Air erhält auch das günstige 10,2-Zoll-Einsteiger-iPad erhält eine Neuauflage. Bei der inzwischen achten Generation wurde in erster Linie die Performance erhöht.

Der A12 Bionic-Chip soll im Vergleich zum Vorgänger 40 Prozent schneller sein, die Grafikleistung soll sich verdoppelt haben.

Praktisch für Notizen, Zeichnungen, im Büro oder im Studium: Das Basis-iPad arbeitet jetzt mit dem Apple Pencil (1. Generation) und der Smart Keyboard Tastatur zusammen.

Apple iPad 8. Generation:

  • erhältlich ab Freitag 18. September
  • Preise: ab rund 369 Euro (Wifi) und ab rund 506 Euro (Wifi + Cellular)

Apple-Chef Tim Cook stellt weitere Neuerungen vor

Neben den vorgestellten Geräten warfen Apple-Chef Tim Cook und sein Team einen Ausblick auf die neue Software. Bereits ab Mittwoch starten mit iOS 14, iPadOS 14 und WatchOS 7 auch verbesserte Betriebssysteme mit neuen Funktionen in den Bereichen Gesundheit, Fitness und Sicherheit. Neu ist auch der Abo-Service Apple One, der Einzelabos wie Apple Music, Apple Arcade, Apple Fitness+ oder Apple TV+ zu einem monatlichen Pauschalpreis bündelt und so günstiger machen soll.

Wer die Apple Watch vor allem für die eigene Fitness nutzt, kann mit Fitness+ künftig auch ein kostenpflichtiges Abo nutzen. Es bietet etwa einen Mix aus Musik und Video-Workouts, bei denen man seine Werte parallel auf der Uhr und auf dem Smartphone-Bildschirm verfolgen kann. Enthalten sind zehn verschiedene Workout-Typen, wie Yoga, Radfahren oder Fitness. Das Abo soll noch dieses Jahr verfügbar sein und kostet rund zehn Dollar pro Monat oder 80 Dollar pro Jahr. Euro-Preise wurden nicht genannt.

In Zukunft öffnen wir Autos mit dem Smartphone
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iPhone 12: Neue Smartphones erst ab Oktober erwartet

Neue iPhone-Modelle, die nun auch 5G-fähig sein sollen, wurden wie erwartet am Dienstag noch nicht gezeigt. Die mutmaßlich erstmals vier Modelle der iPhone-12-Reihe sollen aufgrund der Corona-Pandemie voraussichtlich erst auf einem weiteren Apple-Event Anfang Oktober vorgestellt werden.

Neben den Spitzen-Modellen iPhone 12 Pro (6,1 Zoll) und dem iPhone 12 Pro Max (6,7 Zoll) soll seriösen Voraussagen zufolge auch das günstigere Modell iPhone 12 in zwei Größen erhältlich sein: in 6,1 und 5,4 Zoll. Das kleinere von beiden wäre das kleinste iPhone seit dem iPhone SE im Jahr 2016. Das iPhone 12 Pro Max wäre bei Erscheinen das bisher größte Smartphone des Konzerns.

Abgesehen von neuen iPhones will Apple im vierten Quartal auch ein erstes Modell der Mac-Computer und Macbook-Laptops – die bisher Intel-Chips verbaut haben – mit Prozessoren aus eigener Entwicklung vorstellen.

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