Corona-Impfstoffe

Wann Nebenwirkungen bei Biontech und Moderna stärker sind

Lesedauer: 3 Minuten
Ein Fläschchen des Moderna-Impfstoffes steht neben Spritzen.

Ein Fläschchen des Moderna-Impfstoffes steht neben Spritzen.

Foto: Rogelio V. Solis/AP/dpa

Berlin.  Wie stark die Nebenwirkungen einer Corona-Impfung sind, hängt auch davon ab, ob es sich um die erste oder zweite Dosis handelt. Warum?

  • Bei den Corona-Impfungen können – wie bei allen Medikamenten – Nebenwirkungen auftreten
  • Bei den mRNA-Vakzinen Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna sind sie nach der zweiten Impfung oft stärker
  • Aber warum ist das so? Forscher haben dafür eine Erklärung

Wer sich mit einem der mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer oder Moderna gegen das Corona-Virus impfen lässt, hat womöglich nach der zweiten Spritze stärkere Symptome als nach der ersten.

Das zeigen zum Beispiel Daten der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA. Bekamen etwa nach der ersten Biontech-Spritze rund vier Prozent der geimpften 18- bis 55-Jährigen Fieber, waren es nach der zweiten Spritze rund 15 Prozent.

Nach der zweiten Dosis klagten mehr Menschen über Symptome

Auch über

  • Müdigkeit (Dosis 1: 47 Prozent/Dosis 2: 59 Prozent),
  • Kopfschmerzen (42 Prozent/52 Prozent),
  • Schüttelfrost (14 Prozent/35 Prozent),
  • Übelkeit (1 Prozent/2 Prozent) und
  • Muskelschmerzen (21 Prozent/37 Prozent)

klagten nach der zweiten Spritze mehr Menschen.

Und bei Moderna ist der Unterschied zwischen Erst- und Zweitimpfung noch deutlicher. Aber warum ist das so? Und warum verhält es sich bei Astrazenecas Impfstoff umgekehrt?

Beim ersten Mal reagiert nur das angeborene Immunsystem

Der Immunologe Professor Carsten Watzl hat eine mögliche Erklärung: Bei der ersten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff reagiere das angeborene Immunsystem auf die im Impfstoff enthaltene RNA.

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Sie wird von Abwehrzellen als Gefahr angesehen, die dann als Reaktion darauf Botenstoffe ausschütten und Entzündungen hervorrufen – der Geimpfte bekommt vielleicht Fieber, fühlt sich abgeschlagen oder bekommt Gliederschmerzen. Lesen Sie hier: Kann ich den Termin für die Zweitimpfung vorziehen?

Neu erworbene Abwehr wird auch aktiv

„Bei der zweiten Impfung kommen dann zwei Dinge zusammen“, sagt Watzl, der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie ist:

Zusätzlich zu der Reaktion des angeborenen Immunsystems reagiere nun auch das sogenannte adaptive Immunsystem, also die durch die Erstimpfung neu erworbene Abwehr, gegen das Spike-Protein.

„Diese neu erworbenen Abwehrmechanismen können die Reaktion des angeborenen Immunsystems noch mal verstärken.“ Auch interessant: Warum eine Impfung Long-Covid-Patienten helfen könnte

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Astrazeneca: Stärkere Symptome nach erster Dosis

Anders ist es bei einer Immunisierung mit Astrazenecas Vakzin Vaxzevria: Hier treten stärkere Symptome häufiger nach der ersten Impfdosis auf.

Das angeborene Immunsystem reagiert in diesem Fall bei der ersten Spritze auf die harmlosen Adenoviren, die im Impfstoff enthalten sind. Lesen Sie auch: Kreuzimpfung: Erst Astra, dann Biontech - wie wirksam ist das?

„Bei der zweiten Dosis werden diese Impfviren schon durch die neu erworbene Abwehr abgefangen und können die Zellen des angeborenen Immunsystems gar nicht erst stimulieren“, erklärt Watzl. Die Impfreaktion falle schwächer aus.

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