VW und Ford weiten Kooperation aus

Wolfsburg.  Der VW-Aufsichtsrat hat offenbar grünes Licht gegeben, am Freitag wollen die Konzernchefs die Details bekanntgeben.

Ford-Chef Jim Hackett (links) und VW-Chef Herbert Diess im Januar bei der Automesse in Detroit.

Ford-Chef Jim Hackett (links) und VW-Chef Herbert Diess im Januar bei der Automesse in Detroit.

Foto: BEN KLAYMAN / Reuters

Der Aufsichtsrat des VW-Konzerns hat der umfassenden Kooperation mit Ford offenbar zugestimmt. Am Donnerstagabend lud VW für Freitag zu einer Pressekonferenz in New York ein. Zu erwarten ist, dass die beiden Autobauer dann bestätigen, in den Zukunftsfeldern Elektromobilität und autonomes Fahren zusammenzuarbeiten.

„Volkswagen und Ford weiten ihre Zusammenarbeit aus“, hieß es in der Mitteilung lediglich. VW-Konzernchef Herbert Diess und Ford-Chef Jim Hackett sollen bei der Presse- und Investoren-Konferenz über die Details sprechen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll auch der Chef der Ford-Tochter Argo AI für autonomes Fahren, Bryan Salesky, teilnehmen.

VW dürfte zum autonomen Fahren die Audi-Tochter AID einbringen. Die früheren Konkurrenten können so vor allem die Kosten für die Zukunftsthemen senken, die enorme Investitionen erfordern. „Einen isolierten eigenständigen Weg gibt es in diesem Feld nicht“, erklärte Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Car-Instituts der Universität Duisburg-Essen. Auch in seinen Augen macht die Kooperation für beide Seiten Sinn. „Eine sehr, sehr teure Technologie für die Zukunft“, so der Branchenexperte. „Man muss heute investieren, um vielleicht 2030 die ersten Umsätze damit zu machen.“ Hinzu kommen als neue Wettbewerber Tech-Konzerne.

Branchenexperte fordert Tempo und kulturelles Verständnis

VW soll außerdem vor allem davon profitieren, dass Ford gegen Gebühr den Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB) der Wolfsburger nutzt, mit dem sie auch für Elektroautos Produktionsprozesse und Bauteile vereinheitlicht haben. Ford hinkt bei E-Autos noch hinterher, den Amerikanern drohen deshalb wegen der verschärften CO2-Vorgaben Strafzahlungen.

Nun kommt es laut Dudenhöffer auf Tempo und kulturelles Verständnis an. Die beiden Hersteller arbeiten bereits bei Pick-ups und leichten Nutzfahrzeugen zusammen. In der Vergangenheit hatten sie schon einmal bei einer Großraumlimousine kooperiert. VW ist stark in Europa und China, Ford vor allem in den USA – wo die Wolfsburger nach wie vor ein Nischendasein führen.

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