Ranking: VW hängt in Niedersachsen alle ab

Braunschweig.  Der Wolfsburger Konzern bleibt mit großem Abstand das bedeutendste Unternehmen.

Das Verwaltungshochhaus des Autobauers in Wolfsburg.

Das Verwaltungshochhaus des Autobauers in Wolfsburg.

Foto: Darius Simka / regios24

Unter den 100 umsatzstärksten Unternehmen in Niedersachsen befanden sich im vergangenen Jahr 14 aus unserer Region. Das entsprach dem Wert des Vorjahres. Die Rangliste veröffentlichte die Norddeutsche Landesbank (Nord-LB) am Montag. Wenig überraschend wurde dieser Vergleich einmal mehr vom VW-Konzern angeführt, der 2018 einen Umsatz von 235,8 Milliarden Euro erzielte.

Dass die Wolfsburger mit diesem Wert in einer ganz eigenen Liga spielen, zeigt der Vergleich mit der zweitplatzierten Continental AG aus Hannover. Der Zulieferer kam auf einen Umsatz von 44,4 Milliarden Euro – das ist weniger als ein Fünftel des VW-Umsatzes. Das mit einem Umsatz von 19,5 Milliarden an Rang drei gesetzte Unternehmen war die Tui AG aus Hannover. Dahinter folgt auf Rang vier mit der Salzgitter AG wieder ein Unternehmen aus unserer Region: Der Stahlkonzern kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von knapp 9,3 Milliarden Euro.

Der Zugbauer Alstom aus Salzgitter war das Unternehmen aus unserer Region, das innerhalb des Vergleichs den größten Sprung machte. Rangierte Alstom 2017 noch auf Rang 71, belegten die Salzgitteraner mit einem Umsatz von knapp 872 Millionen Euro im vergangenen Jahr Platz 46. Wie sich die übrigen Unternehmen platzierten, zeigt die Tabelle am Ende des Textes.

Nach Angaben der Nord-LB erzielten die 100 größten niedersächsischen Unternehmen 2018 zusammen einen Umsatz von 435 Milliarden Euro – 55 Prozent davon steuerte der VW-Konzern bei. Die Höhe des Gesamtumsatzes entspreche in etwa dem Vorjahresniveau. Nord-LB-Chefvolkswirt Christian Lips betonte, dass sich die niedersächsischen Unternehmen in einem raueren wirtschaftlichen Umfeld – die Stichworte lauten Brexit und Handelskonflikt USA-China – „erstaunlich robust“ erwiesen hätten.

Am Montag gab es dann sogar noch leichten Rückenwind. Das Münchner Ifo-Intsitut berichtete, dass die 9000 Unternehmen, die vom Institut befragt werden, ihre aktuelle wirtschaftliche Entwicklung wieder positiver bewerten als in der jüngeren Vergangenheit. Auch die Geschäftserwartungen seien wieder etwas optimistischer. Die Nord-LB verfällt in ihrer Analyse aber nicht in Euphorie, sondern spricht von einer Bodenbildung. Soll heißen: Eigentlich sollte es nicht mehr abwärts gehen. Die Unsicherheit in den Unternehmen bleibe allerdings vorerst bestehen. Das gelte unter anderem wegen der Unberechenbarkeit der Entscheidungen des US-Präsidenten Donald Trump.

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