Nachhaltigkeit

Rossmann testet Nachfüllstationen nun auch in Deutschland

Berlin.  Immer mehr Händler wollen Plastikmüll stärker reduzieren. Rossmann startet nun ein Pilotprojekt mit Nachfüllstationen in Deutschland.

Rossmann und dm: Kampf der Drogerie-Giganten

Rossmann und dm sind die Könige der deutschen Drogerien-Branche. In Sachen Filialen, Mitarbeiter und Umsatz liefern sich beide ein hartes Rennen.

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  • Der Plastikverbrauch der Menschheit ist ein Problem für die Umwelt
  • Sind Abfüllstationen für Produkte wie Seife und Waschmittel der Weg der Zukunft?
  • Die Drogeriemärkte Rossmann und dm haben Pilotprojekte gestartet

Das Duschgel ist leer, die Flasche landet: im Müll. Das Gleiche gilt für Shampoo, Flüssigwaschmittel, Weichspüler, Geschirrspül-, Reinigungsmittel und Co. Nachhaltig ist das nicht. Eine mögliche Lösung: Nachfüllstationen im Einzelhandel. Rossmann und Henkel testen den Einsatz nun in mehreren deutschen Filialen.

Ab Oktober können Kunden in ausgewählten Filialen in Hannover, Köln, Münster und München Wasch- und Spülmittel der Henkel-Tochtermarke Love Nature selbst nachfüllen, wie Rossmann vergangene Woche mitteilte. Die nachfüllbaren Flaschen bestünden vollständig aus recyceltem Plastik.

„Unsere Love Nature Wasch- und Reinigungsmittel bestehen zu einem sehr hohen Anteil aus Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs, sind vegan und tragen das EU Ecolabel für umweltverträgliche Produkte“, sagt Vera Diel von Henkel. Getestet werden solle nun vor allem die Resonanz der Kunden sowie das Handling der Anlagen, so das Unternehmen. Seit 2019 testen Rossmann und Henkel bereits in mehreren tschechischen Märkten solche Nachfüllstationen für Wasch- und Reinigungsmittel.

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Waschmittel-Nachfüllstationen: Auch dm hat getestet

Auch Konkurrent dm sammelt bereits Erfahrungen mit Abfüllstationen. In einem Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit dem Beiersdorf-Konzern können Kunden seit Anfang August in ausgewählten Filialen in Hamburg und Karlsruhe Pflegeduschen von Nivea selbst abfüllen. Das Angebot stünde den Kunden zudem in Nivea-Häusern zur Verfügung, wie dm zum Start des Tests mitteilte.

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Die erste Projektphase sei auf sechs bis acht Monate ausgelegt. Beiersdorf wolle mit dem Projekt herausfinden, „welche Lösungen zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft sinnvoll und praktikabel sind“, so Konzernmanager Iain Holding. „Mit dem Test einer Nachfüllstation möchten wir unseren Beitrag dazu leisten, dass auch ein Bewusstsein für Wiederverwendung und Recycling entsteht“, sagt Sebastian Bayer von dm. Je nachdem wie die Kunden dieses Angebot annähmen, werde dm „weitere Schritte gehen“.

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Die Drogeriekette testet bereits seit Längerem Nachfüllstationen für Bio-Waschmittel und Bio-Spülmittel in Österreich. Mittlerweile sind 35 Filialen etwa in Wien, Graz, Innsbruck und Bregenz damit ausgestattet. Das Unternehmen betreibt die Stationen gemeinsam mit dem Hersteller Planet Pure. (mit mbr)

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