Verzögert sich Winterkorn-Prozess?

Braunschweig.  Der Ex-VW-Chef soll krank sein. Das könnte die Braunschweiger Verfahren in die Länge ziehen.

Der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn soll gesundheitlich angeschlagen sein.

Der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn soll gesundheitlich angeschlagen sein.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa (ARCHIV)

Ex-VW-Chef Martin Winterkorn muss sich im Zusammenhang mit dem Abgas-Betrug gleich zwei Mal vor dem Landgericht Braunschweig verantworten: wegen des Verdachts der Marktmanipulation und wegen des Vorwurfs des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs. Der Gesundheitszustand Winterkorns könnte allerdings dazu führen, dass sich die Verfahren in die Länge ziehen.

Angeblich liegen Atteste vor

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, sollen Fußoperationen und ein Hüftleiden Winterkorn beeinträchtigen. Das werde auch in Attesten ausgewiesen, die für das Landgericht Braunschweig bestimmt seien. Auf Nachfrage unserer Zeitung äußerten sich weder die Staatsanwaltschaft Braunschweig noch das Landgericht dazu. Schon zu VW-Zeiten machte Winterkorn aber seine Hüfte zu schaffen.

Termine stehen noch nicht fest

Tatsächlich hat es nach Informationen unserer Zeitung Anfang Oktober eine Vorbesprechung zum Betrugsverfahren gegeben. Gut möglich, dass in diesem Gespräch auch Atteste übergeben wurden. Das Verfahren ist noch nicht terminiert, wird wohl im Februar oder März 2021 beginnen. Von der Festlegung der Verhandlungstage für dieses Verfahren sind die Termine für das Verfahren wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation abhängig.

Zuschalten per Video nicht möglich

Sollte der einstige VW-Chef gesundheitlich stark beeinträchtigt sein, könnten sich die Verfahren zeitlich ziehen. Zusätzliche Pausen und die Befreiung von einzelnen Verhandlungstagen könnten für eine Entlastung Winterkorns sorgen. Dass er per Video in die Verhandlung zugeschaltet wird, ist hingegen wegen der grundsätzlichen Anwesenheitspflicht nicht möglich.

Winterkorn übernahm politische Verantwortung

Winterkorn hat bisher die politische, aber nicht die strafrechtliche Verantwortung für den Abgas-Betrug übernommen. Kurz nach Bekanntwerden des Skandals am
18. September 2015 war er als VW-Vorstandschef zurückgetreten.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder