Energie

Ukraine-Krieg: Gaspreis in Deutschland fast verdreifacht

| Lesedauer: 2 Minuten
Gasumlage: Auf Haushalte kommen hohe Mehrkosten zu

Gasumlage- Auf Haushalte kommen hohe Mehrkosten zu

Gaskunden in Deutschland müssen ab Oktober mit deutlich steigenden Preisen rechnen: Ab dann dürfen sich Gasimporteure Mehrkosten wegen Lieferausfällen aus Russland erstatten lassen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen über eine Gasumlage einen Großteil der Belastung schultern.

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Berlin.  Ukraine-Krieg: Gas ist für Haushalte so teuer wie nie zuvor. Auf welche Preiserhöhungen sich die Verbraucher noch einstellen müssen.

Die Gaspreise für Haushalte haben in Deutschland ein neues Rekordhoch erreicht. Die durchschnittlichen Gaspreise sind binnen eines Jahres um 184 Prozent gestiegen und haben sich damit verdreifacht. Dies hat eine Analyse des Vergleichsportals Verivox ergeben, die unserer Redaktion vorliegt.

Ein Ende des Preisanstiegs ist als Folge des Ukraine-Konflikts nicht in Sicht. Für August, September und Oktober haben Versorger weitere 136 Preiserhöhungen um durchschnittlich 50 Prozent angekündigt, berichtet Verivox. Das entspricht Mehrkosten für Haushalte von etwa 946 Euro im Jahr. Durch die staatlich verordnete Gasumlage zum 1. Oktober könnten sich die Gaspreise sogar noch vervierfachen.

Ukraine-Krieg: Versorger kündigen noch höhere Gaspreise an

„Einen Gaspreis von fast 18 Cent pro Kilowattstunde für Haushalte gab es in Deutschland noch nie. Der Preis wird jedoch noch deutlich höher steigen, denn die Großhandelspreise für Gas liegen derzeit deutlich über diesem Niveau,“ sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Daher müssten sich Verbraucher auf weiter steigende Preise einstellen.

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Während eine Familie mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) im August 2021 noch 1258 Euro im Jahr bezahlte, sind es aktuell durchschnittlich 3568 Euro. Die Höhe der geplanten Gasumlage, mit der Gasgroßhändler ab Oktober gestützt werden sollen, steht noch nicht fest und soll zwischen 1,5 Cent/kWh und 5 Cent/kWh betragen.

Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh bedeutet dies Mehrkosten zwischen 357 und 1190 Euro. Die jährlichen Gesamtkosten lägen dann bei bis zu 4758 Euro, was einer Preissteigerung von 278 Prozent entspräche – damit hätten sich die Preise im Vergleich zum August 2021 sogar fast vervierfacht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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