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Olaf Scholz im stern: "Ich sage nicht, dass alles einfach werden wird. Ich sage nur, dass es geht"

Hamburg (ots) - Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in überraschend deutlichen Worten Impfgegner und Impfverweigerer kritisiert und ihnen unsolidarisches Verhalten vorgeworfen.

"Wir sollten nicht um den heißen Brei herumreden. Wir haben unsere aktuellen Probleme, weil es eine zu große Gruppe gibt, die sich trotz aller Empfehlungen nicht hat impfen lassen. Das ist für mich eine große Enttäuschung", sagte Scholz dem Hamburger Magazin stern. Die "bittere Wahrheit" sei deshalb: "Eine Impfpflicht ist notwendig." Es sei "doch eine Sache der Solidarität, dass wir uns gemeinschaftlich schützen. Impfen ist auch eine Frage der Solidarität." Der neue Kanzler verteidigte zugleich die aktuellen Einschränkungen von Ungeimpften durch G2-Regeln: "Darf eine ungeimpfte Minderheit das ganze Land in den Lockdown treiben?"

Scholz untermauerte, dass es keine Abstriche an der Erhöhung des Mindestlohns in einem Schritt geben werden. "Natürlich werden wir den Mindestlohn im ersten Jahr auf zwölf Euro anheben. Das ist mir ein Herzensanliegen", sagte er dem stern. Das Drängen aus Teilen der Wirtschaft, den Mindestlohn geringer anzuheben, nannte Scholz einen "vorhersehbaren Versuch".

Trotz Corona wolle die Ampel neben dem Mindestlohn "viele Vorhaben sofort auf den Weg bringen", so der Kanzler weiter. "Wir werden jetzt einen verlässlichen Plan verfolgen, wie wir das Land innerhalb von 25 Jahren so umgestalten, dass wir klimaneutral wirtschaften und weiterhin Industrieland bleiben", sagte Scholz. Dabei werbe er "dafür, dass man nicht immer gleich von Zumutung redet. In diese Rhetorik dürfen wir nicht hineinrutschen. Der Bau einer neuen Industrieanlage, die mit Wasserstoff läuft, ist doch ein tolles Ereignis." Für sein Programm rechne er "vor allem mit breiter Unterstützung". Scholz fügte aber auch hinzu: "Ich sage nicht, dass alles einfach werden wird. Ich sage nur, dass es geht."

Privat wolle er auch weiterhin regelmäßig joggen und rudern, sagte Scholz dem stern. "Das habe ich fest vor." Es gehe "ja nur um zwei-, dreimal die Woche. Das muss auch als Kanzler drin sein."

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