Hilfe für Flüchtlinge kommt aus der Luft – und aus Wolfenbüttel

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Matthias Roßberg auf den sieben Grundelementen, die zusammengesteckt werden und den Boden eines Flüchtlingshauses bilden. Die mittleren sind gefüllt mit lebensnotwendiger Ausstattung. Die Seitenteile enthalten Teleskop-Elemente, die als Seitenwand hochgefahren werden und schon vier Betten enthalten

Matthias Roßberg auf den sieben Grundelementen, die zusammengesteckt werden und den Boden eines Flüchtlingshauses bilden. Die mittleren sind gefüllt mit lebensnotwendiger Ausstattung. Die Seitenteile enthalten Teleskop-Elemente, die als Seitenwand hochgefahren werden und schon vier Betten enthalten

Foto: Privat

Wolfenbüttel.  Der Wolfenbütteler Erfinder Matthias Roßberg hat sich ein System ausgedacht, das für schnelle Hilfe in Katastrophengebieten sorgen soll.

Er ist Unternehmer und Erfinder, Solar-Experte und Problemlöser in einer Person: Matthias Roßberg. Nun hat der Wolfenbütteler die weltweit dramatische Situation der Flüchtlinge in den Fokus genommen, welche er schon seit sechs Jahren erkannt hat und bei allen seinen Aktivitäten im Hinterkopf hatte – und eine unkonventionelle Lösung in Arbeit.

Das von ihm erdachte Prinzip einer Transportverpackung, die zum Leichtbau-Haus wird, könnte per Flugzeug schnell in großer Stückzahl jeden Punkt der Erde erreichen, heißt es in einer Mitteilung.

Roßberg selbst spricht vom „Fliegenden Flüchtlingslager“ oder auch Yellow-Camp, angelehnt an die Farbe Gelb der Transportboxen. „Mir geht es darum, Menschen nach Naturkatastrophen und Kriegen schnellstmöglich und gezielt helfen zu können“, sagt er. Die Idee: „Aus Flugzeugen abgeworfene gelbe Boxen öffnen sich in der Luft und gelangen mit Fallschirmunterstützung sicher in die betreffende Region.“ So werden selbst Orte erreicht, in denen durch Hochwasser oder Vegetation keine Flugzeuge landen können.

Das System ist nach einem Baukasten-Prinzip aufgebaut und bietet Stau- und Nutzraum für eine achtköpfige Gruppe, außerdem für mindestens 14 Tage Wasser, Nahrungsmittel, Kleidung, Erste Hilfe sowie einen Werkzeugsatz zur Eigeninitiative. „Unser erstes Modell in Originalgröße würde nach der Landung bereits vier Betten enthalten. Weitere vier können aus den Transportkisten entnommen werden.“

Wichtig ist Roßberg, dass die Gelben Häuser nicht nur in internationalen Kriegsgebieten helfen können, sondern auch raschen Schutz bei Evakuierungen oder Hochwasser in der westlichen Welt bieten, heißt es weiter. Lagerung und Transport hat der Wolfenbütteler mit bedacht: „Die Abmessungen sind auf Transportflugzeuge der Nato und des Ostblocks abgestimmt und perfekt mit einem Gabelstapler zu verladen. Die Häuser ließen sich am Einsatzort leicht umsetzen, können nach dem Ende der Mission aufgeladen werden und sind wiederverwendbar.“ Ein 1-zu-1-Modell steht in wenigen Tagen an der Nordanlage Neuer Weg 79a.

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