Corona: Das rät der Landkreis Wolfenbüttel Supermärkten

Wolfenbüttel.  Hamsterkäufe seien „unsolidarisch“, schreiben Landkreis Wolfenbüttel, Bürgermeister und die Polizei in einer Mitteilung.

Dieses Symbolbild zeigt einen Hamstereinkauf im Leicester, Großbritannien. Wolfenbüttels Bürgermeister Thomas Pink wünscht sich, dass beim Einkauf mehr Solidarität gelebt wird.

Dieses Symbolbild zeigt einen Hamstereinkauf im Leicester, Großbritannien. Wolfenbüttels Bürgermeister Thomas Pink wünscht sich, dass beim Einkauf mehr Solidarität gelebt wird.

Foto: Joe Giddens / dpa

Der Landkreis Wolfenbüttel ruft im Namen von Polizei, Landratsamt und den Bürgermeistern in Stadt und Kreis in einer Mitteilung zu Solidarität auf.

„Der Hamster hat derzeit keinen guten Ruf – und das völlig zu Recht. Obwohl er mehr als genug zu essen hat, hortet er immer mehr Nahrung, als er tatsächlich verzehren kann. Dieses auch gegen eigene Artgenossen oft aggressive Tier haben sich offenbar einige Menschen als, wenn auch sehr schlechtes, Vorbild genommen“, heißt es in der Pressemitteilung. Resultate seien scheinbar leergekaufte Supermärkte. „Tatsächlich ist die Versorgungslage gesichert“, schreibt Andree Wilhelm, Pressesprecher des Landkreises. Der Handel stocke das Sortiment auf. Dass bei einigen Produkten der Eindruck entstehe, dass sie knapp sind, sei noch nicht angepassten logistischen Abläufen geschuldet. Es gebe keine Versorgungsprobleme, beruft sich der Landkreis auf das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Der Wolfenbütteler Bürgermeister Thomas Pink habe kein Verständnis für das rücksichtslose Einkaufsverhalten von manchen Mitmenschen: „Die Hamsterer stopfen sich die Backen voll und diejenigen, die für uns da sind, da sie bis abends arbeiten, machen am Ende nur dicke Backen. Das können wir in der derzeitigen Situation nicht länger dulden. Und natürlich mache ich Großfamilien, die tatsächlich den Bedarf haben, keine Vorwürfe, die leiden ebenso unter dem rücksichtslosen Verhalten einiger Mitbürger.“

Das Ergebnis sei, dass Menschen im Landkreis Wolfenbüttel, die etwa spätnachmittags einkaufen gehen, kein Toilettenpapier oder Nudeln mehr bekämen. Dann gibt es leere Regale, die erst am nächsten Tag wieder aufgefüllt werden. Ware sei genug da, aber nicht immer dann, wenn man im Laden sei, so äußerten sich die Landrätin und die Bürgermeister laut Mitteilung. Es sei solidarischer, wenn auch die, die nachmittags einkaufen, auch mal Nudeln, Mehl oder Toilettenpapier vorfinden.

Hamsterkäufe sind irrational. Es gibt überhaupt keinen Grund dafür, die Versorgungslage ist gut “, wird Landrätin Christiana Steinbrügge zitiert. „Meine Bitte an die Bürgerinnen und Bürger ist: Kaufen Sie nur so viel, wie Sie tatsächlich benötigen. Gerade in dieser Zeit sollten wir uns solidarisch zeigen und füreinander da sein, wie es die meisten Menschen bei uns auch tun“, heißt es weiter.

„Handgreiflichkeiten wegen einer Packung Nudeln? Da würden wir natürlich kommen und schlichten. Bisher war das nicht nötig und das soll auch so bleiben“, wird Frank Oppermann, Pressesprecher des Polizeikommissariats Wolfenbüttel, in der Pressemitteilung zitiert, „Hier heißt es für uns alle: Rücksicht nehmen und nach dem Motto handeln: Was Du nicht willst, dass man es Dir antut, das tue auch keinem anderen an.“

Einig seien sich Landrätin, Bürgermeister, Bürgermeisterin und Polizeisprecher: Der Lebensmittelhandel hat Maßnahmen umgesetzt, um Kundschaft und Personal zu schützen. Klebestreifen am Boden zeigen den Mindestabstand von 1,5 Metern an. Das Personal sei mit Handschuhen und teilweise auch mit Mundschutz ausgestattet. Informationstafeln zu den vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Hygienemaßnahmen hingen in Lebensmittelhandel aus. Der Landkreis Wolfenbüttel hatte in einer Allgemeinverfügung vom 20. März 2020 angeordnet, dass der Lebensmittelhandel diese Maßnahmen einhält. Auch der Zugang zu den Lebensmittelgeschäften muss so organisiert sein, dass sich keine Schlangen bilden und der Mindestabstand eingehalten wird. Diese Regelungen gelten zunächst bis zum 18. April des Jahres.

Aufgrund der Hamsterkäufe rufe die Landkreis in der Mitteilung dazu auf, Waren nur in haushaltsüblichen Mengen an eine Person abzugeben. „Ich hoffe, dass das auf freiwilliger Basis funktioniert. Sollte das nicht der Fall sein, können wir entsprechende Regelungen treffen. Wenn alle sich vernünftig verhalten, ist das aber nicht nötig“, wird Landrätin Steinbrügge zitiert.

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