Großer Bedarf: Wolfenbütteler Tafel öffnet am Montag wieder

Wolfenbüttel.  Seit 14 Tagen ist die Tafel des DRK-Kreisverbandes geschlossen. Nun öffnet die Einrichtung am Montag, 6. April, wieder ihre Türen.

Freuen sich über das neue Lastenfahrrad: (von links) Aline Gauder, Juliane Liersch, Ines Renner und Geschäftsführer Uwe Rump-Kahl. 

Freuen sich über das neue Lastenfahrrad: (von links) Aline Gauder, Juliane Liersch, Ines Renner und Geschäftsführer Uwe Rump-Kahl. 

Foto: Privat

Zwar hatten die Beteiligten lange versucht, die Schließung zu verhindern, doch am Ende sprachen zwei Gründe dagegen: „Wir mussten an die Gesundheit unserer Mitarbeiter und der ehrenamtlichen Helfer denken“, wird der zuständige Geschäftsführer Uwe Rump-Kahl in der Mitteilung des DRK zitiert. „Außerdem ließen mit dem Anwachsen der Corona-Krise die Lebensmittel-Spenden aus dem Groß- und Einzelhandel spürbar nach.“

Nun will die Tafel aber am Montag, 6. April, wieder öffnen. Zu groß sei der Bedarf an Lebensmitteln, und: „Wir glauben mittlerweile, dass es gerade auf den Dörfern eine große Dunkelziffer gibt.“ Vor allem alten oder bedürftigen Menschen falle es oft schwer, mal eben nach Wolfenbüttel zu kommen und sich dort Hilfe abzuholen. „Darum haben wir uns jetzt ein System überlegt, wie wir auch diesen Menschen helfen können: mit einem Kümmerer.“ Ein erster persönlicher Kontakt per Telefon sei allerdings unabdingbar.

Unter (05331) 948655 werden alle Besuche genau terminiert, damit es im Tafelladen am Großen Zimmerhof 29 in Wolfenbüttel nicht zur Überfüllung kommt, heißt es. „Außerdem reduzieren wir etwaige Hemmschwellen unserer Neukunden“, so Rump-Kahl. Am Telefon lasse sich auch die Sache mit dem Kümmerer klären: „Wer möchte, kann einen Verwandten oder einen Nachbarn anmelden, der die Lebensmittel stellvertretend in Empfang nimmt.“ Denn im Vordergrund stehe die „kontaktlose Tafel“. Die Kunden müssten am vereinbarten Termin einen Moment draußen warten, bis sie in die Tafel hineingerufen würden. Es solle jeweils nur ein Kunde im Laden sein. Der Mindestabstand von zwei Metern zu Mitarbeitern und anderen Kunden müsse eingehalten werden.

Mit Spenden allein komme die Tafel derzeit nicht über die Runden. Erstmals müssten Lebensmittel dazu gekauft werden, so Tafel-Leiterin Juliane Liersch. Es habe Anrufe in der Zentrale gegeben, in denen dringend um die Wiedereröffnung der Einrichtung gebeten worden sei. „Darunter waren auch Neukunden, die durch Corona ganz plötzlich in Not geraten sind.“ Zudem habe das DRK eigens ein Lastenfahrrad mit Elektromotor angeschafft, um einen Haustür-Service einzurichten. Dafür und für andere Tätigkeiten seien dringend Helfer nötig.

Kontakt für Neukunden und potenzielle Helfer: https://www.drk-kv-wf.de/angebote/existenzsichernde-hilfe/tafel-wolfenbuettel.html.

Auch das BZV-Medienhaus hat eine Plattform geschaffen, auf der Menschen Tipps, Orientierung und Nachbarschaftshilfe finden können – und auf der sich der lokale Einzelhandel mit seinen Corona-Angeboten präsentieren und vernetzen kann. Zu finden ist „Gemeinsam stark“ unter www.wolfenbuetteler-zeitung.de/gemeinsamstark/

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