Polizei lobt die Disziplin beim Einkaufen in Wolfenbüttel

Wolfenbüttel.  In Wolfenbüttel dürfen Baumärkte und Gartencenter öffnen. Die Bürger kaufen sehr diszipliniert ein.

Marktleiter Harald Witt und seine Stellvertreterin Silvia Liebelt stehen vor einem Ständer mit Leckereien zum Osterfest. Im Rewe-Markt sind die Regale gut gefüllt. Die Kunden nehmen sehr viel Rücksicht, wie die Marktleitung findet.

Marktleiter Harald Witt und seine Stellvertreterin Silvia Liebelt stehen vor einem Ständer mit Leckereien zum Osterfest. Im Rewe-Markt sind die Regale gut gefüllt. Die Kunden nehmen sehr viel Rücksicht, wie die Marktleitung findet.

Foto: Stephanie Memmert

Jan Kirstein freut sich riesig. Der Schladener Blumenhändler darf erstmals seit vielen Tagen sein Geschäft wieder öffnen. Bunte Blumensträuße, die die Betrachter fröhlich stimmen sollen, sind am Samstag der Renner. Außer Gärtnereien dürfen auch Baumärkte und Gartencenter erstmals wieder öffnen. Die Zahl der bestätigten Coronafälle im Kreis Wolfenbüttel am Sonntag: 73.

Der Andrang in Baumärkten und Gartencentern, von dem befürchtet worden war, dass er hätte chaotisch werden können, aber bleibt am Samstag überschaubar. Äußerst diszipliniert geht es zumindest um 10.30 Uhr rund um den Baumarkt Hellwig in Wolfenbüttel zu. Vor dem Markt ist der Parkplatz mit Autos gut gefüllt. Vor dem Eingang weisen Trassierband und Schilder den Kunden den Weg. Ein älterer Mann, der einen Mundschutz trägt, schiebt seinen Einkaufswagen vor sich her und stellt sich in gebührendem Abstand hinter den Kunden vor ihm. „So ist es richtig“, sagt er und seine Augen verraten ein Lächeln hinter seinem Mundschutz.

Vor dem Baumarkt Toom hat sich unterdessen eine lange Warteschlange gebildet. „Sie hat sich ziemlich bald wieder aufgelöst. Es ist ruhig“, sagt ein Sprecher der Polizei Wolfenbüttel und lobt die Disziplin.

Vor dem Wolfenbütteler Wochenmarkt, der wegen des größeren Platzes nun auf dem Schlossplatz stattfindet, haben sich zwei Warteschlangen gebildet. Die eine reicht vom Eingang bis über die ehemalige Hauswirtschaftsschule hinaus, die andere erreicht fast das Zeughaus. Es sieht fast wie beim Antreten auf einem Schulhof aus: Meist zu zweit stehen die Bürger im Abstand von mindestens 1,50 Metern – mitunter auch mehr – hintereinander. Die Stadt Wolfenbüttel hatte angekündigt, dass ihr Ordnungsdienst Kontrollen machen würde.

Unterdessen geht bei Rewe in Schladen ohne Einkaufswagen gar nichts. „Die Wagen sorgen für Abstand“, sagt Witt und fügt hinzu: „Generell klappt Abstand halten bei unseren Kunden wunderbar. Sie sind verständnisvoll“, lobt der Marktleiter. Wer den Supermarkt im Nahversorgungszentrum an der Hermann-Müller-Straße betritt, begegnet zunächst zwei ziemlich gut aufgelegten Mitarbeitern, die den Kunden freundlich guten Tag sagen.

Wer es wünscht, bekommt Desinfektionsmittel und Tücher gereicht, um seinen Einkaufswagen persönlich nochmals abwischen zu können. „Wir reinigen aber alle Einkaufswagen ohnehin stündlich“, versichert Witt, „aber manche wollen es eben lieber selbst noch einmal machen.“ Wer nun noch Einweghandschuhe haben möchte, bekommt sie am Eingang gereicht.

Im Markt selbst trifft der Kunde überall auf Abstandsmarken am Fußboden: zum Beispiel in der Bäckerei, am Fleischtresen und natürlich an den Kassen, die inzwischen alle mit Plexiglas als Spuckschutz ausgestattet sind, um Kassiererinnen und Kunden zusätzlich Sicherheit vor Ansteckungen zu geben. Die Zahl der Personen, die gleichzeitig den Markt betreten dürfen, ist begrenzt – ein Kunde pro 20 Quadratmeter. Die Zahl der Einkaufswagen vor der Tür ist abgezählt. Sind alle Einkaufswagen im Einsatz, ist der Markt nach Corona-Maßstäben voll. Dann müssen die Kunden warten.

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Im Markt selbst gibt es derzeit fast alle Waren mit Ausnahme von Mehl und Hefe. „Ansonsten sind unsere Regale voll“, sagt Witt. Das gelte auch für Toilettenpapier. Die Stadt und der Landkreis Wolfenbüttel hatten in der vergangenen Woche mehrfach dazu aufgefordert, das Hamstern zu lassen.

Witt ist unterdessen voll des Lobes: „Logistik, Einkauf, Fahrer – man merkt, dass hier in Deutschland alle an einem Strang ziehen.“ Die Kunden selbst danken es den Mitarbeitern mannigfach: „Sie haben uns Kuchen, Schokolade und selbstgemachte Salate als Dankeschön gebracht“, sagt Witt und lächelt. Dann geht er wieder nach draußen vor die Tür, begrüßt Kunden und achtet auf die Abstände.

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