Wolfenbütteler Experte rät von Handyverboten in Corona-Zeiten ab

Wolfenbüttel.  Die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche im Landkreis Wolfenbüttel bietet eine telefonische Sprechstunde für Familien an.

Über die Messenger-Dienste der Smartphones können Kinder und Jugendliche in Kontakt zu ihren Freunden bleiben. (Symbolbild)

Über die Messenger-Dienste der Smartphones können Kinder und Jugendliche in Kontakt zu ihren Freunden bleiben. (Symbolbild)

Foto: imago stock / Westend61

Die Kinder sind für vier Wochen zu Hause, die Eltern in Kurzarbeit oder im Home-Office – das bedeutet für alle, dass mehr Zeit als sonst in der Familie verbracht wird. Das kann manchmal auch eine Chance sein, das Familienleben neu zu erleben, wenn die familiäre Situation hinreichend stabil ist und die Rahmenbedingungen stimmen. Diese Situation kann aber auch zu Auseinandersetzungen und Stress in Familien führen, teilt der Landkreis Wolfenbüttel mit. Die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche im Landkreis hat eine telefonische Sprechstunde eingerichtet, um Familien im Umgang mit der aktuellen Situation zu unterstützen.

„Ganz wichtig ist es, weiterhin die sozialen Kontakte zu Freunden und Verwandten zu pflegen. Nähe ist ganz wichtig, auch wenn man sich derzeit nicht persönlich treffen kann“, erklärt Jörg Hermann. Der Diplom-Psychologe leitet die Beratungsstelle. Als Erziehungs- und Familienberater wisse er um die Belastungen, aber auch Chancen, die Familien jetzt haben.

Kontakt über Messenger

Smartphones oder auch dem Telefon komme da eine wichtige Rolle zu. „Kinder und Jugendliche können über Messenger im engen Kontakt mit ihren Freunden bleiben. Daher ist gerade keine gute Zeit für Handyverbote, auch wenn die Online-Zeit weiterhin nicht unbegrenzt stattfinden sollte. In dieser Zeit ist es sehr wichtig, dass ein sozialer Austausch über alle möglichen Kanäle stattfinden kann“, so Hermann. „Mit kleineren Kindern können Eltern auch gemeinsam bei Oma und Opa anrufen, so können Großeltern und Enkel in Kontakt bleiben“, sagt der Diplom-Psychologe.

Ein Thema in der telefonischen Sprechstunde sei der Umgang mit dem Kind bei getrennt lebenden Eltern, nimmt Hermann wahr. Das Umgangsrecht kann weiterhin wahrgenommen werden. „Gerade jetzt ist der vertraute Kontakt des Kindes zu Vater und Mutter wichtig, auch wenn die Eltern getrennt leben“, so Hermann. Die aktuelle Situation dürfe kein Grund für Erwachsene sein, einen Umgang ohne Weiteres auszusetzen.

Telefonische Sprechstunde für Familien

Die telefonische Sprechstunde ist von montags bis freitags, jeweils von 10.30 bis 12.30 Uhr, unter der Rufnummer (05331) 84194 erreichbar.

Für alle anderen Fragen und Anliegen an die Beratungsstelle gelten die üblichen Anmeldezeiten, die wie gewohnt unter der Telefonnummer (05331) 84186 zu erreichen ist.

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