Acht Wolfenbütteler Schulen sind im Wechselunterricht

Wolfenbüttel.  Für die meisten Schüler in Wolfenbüttel bedeutet das: Der Unterricht findet sowohl Zuhause als auch im Schulgebäude statt.

490 Schüler sind an der Oberschule Sickte vom Wechselunterricht betroffen.

490 Schüler sind an der Oberschule Sickte vom Wechselunterricht betroffen.

Foto: Kai-Uwe Ruf / Archiv

Hunderte Schüler im Landkreis Wolfenbüttel lernen zurzeit wieder von Zuhause aus. Sechs Schulen sind seit Montag im sogenannten Szenario B – eine siebte kam am Mittwoch dazu. Was bedeutet Szenario B und wie sieht aktuell der Schulalltag in den betroffenen Bildungseinrichtungen aus? Wir haben bei den Schulen und beim Landkreis nachgefragt.

Nach der aktuellen Niedersächsischen Corona-Verordnung wechselt eine Schule für die Dauer von zwei Wochen in das sogenannte Szenario B, wenn die 7-Tage Inzidenz über 100 pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner liegt und eine andere, die Schule betreffende, Infektionsschutzmaßnahme angeordnet wurde, teilt der Landkreis mit. Für die Schüler, Lehrer und auch Eltern bedeutet das: Wechselunterricht. Während eine Hälfte der Klasse in der Schule lernt, pauken die Mitschüler vom heimischen Schreibtisch aus.

Acht Wolfenbütteler Schulen betroffen

Im Landkreis Wolfenbüttel sind seit Montag sieben Schulen davon betroffen (Stand 20. November): Große Schule, Grundschule Cramme, Oberschule Sickte, Carl-Gotthard-Langhans-Schule, IGS Wallstraße und die IGS Schöppenstedt. Die Schule am Teichgarten gibt auf ihrer Homepage an, dass sie sich auch im Szenario B befinden. Der Unterricht finde allerdings – aufgrund der geringen Klassenstärke und unter Wahrung der Hygieneregeln – weiterhin im Präsenzunterricht statt.

Am Mittwoch musste auch das Gymnasium im Schloss (GiS) ins Szenario B wechseln, was für Schulleiter Oliver Behn äußerst ärgerlich sei: „Wegen eines Tages mussten wir von Szenario A zu B wechseln. Jetzt ist der Inzidenzwert zwar wieder gesunken, wir bleiben aber 14 Tage im Wechselunterricht“, sagt der Schulleiter gegenüber unserer Zeitung. Die Klasse 11c und der Kurs if5 müssen grundsätzlich zuhause bleiben, da Quarantäne angeordnet wurde.

Lehrer verrichten doppelte Arbeit

Bis zum 2. Dezember wechseln sich die Schüler wöchentlich beim Präsenzunterricht ab. Anschließend geht es wieder zurück zum eingeschränkten Regelbetrieb. „Sicher gibt es Schüler, die sich über das Homeschooling freuen. Es gibt aber auch Schüler, die das zusätzlich stresst und viel lieber in der Schule lernen möchten“, so Behn. Auch für die Lehrer des Gymnasiums bedeute das: zwei Wochen doppelte Arbeit. Lernmaterial muss zum einen für die Schüler daheim vorbereitet werden, zum anderen muss der Unterricht im Klassenraum geplant sein.

Diese Arbeit machen sich auch die Lehrer an der Oberschule in Sickte. Allerdings wechseln hier die Schüler – anders als das GiS – täglich zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling. „Das ist für uns das sinnvollste Modell. Wir wollen nicht, dass die Schüler die Bindung zur Schule verlieren“, sagt Stefan Marken, Rektor der Oberschule.

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Junge Schüler mussten vorbereitet werden

490 Schüler sind in Sickte betroffen. Die jüngsten von ihnen seien besonders auf das nun geltende Szenario vorbereitet worden. „Wir haben in diesem Schuljahr 120 neue Schüler aufgenommen. Einige von ihnen kannten dieses Szenario noch nicht“, verrät Marken.

Für die Sickter sei die Situation jedoch nicht neu, deswegen würden viele Schüler und Lehrer gut damit klar kommen. „Die Schüler machen das echt toll. Mittlerweile haben wir auch einen technischen Standard, dass das Szenario ganz gut bewältigen ist. Dennoch wünschen wir uns eine schnelle Rückkehr zum Normalbetrieb“, sagt Marken abschließend.

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