Eine Woche E-Auto fahren: 157 Wolfenbütteler machen mit

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Die Ostfalia Wolfenbüttel hatte für einen Testzeitraum von knapp zwei Jahren zwei E-Golfs zur Verfügung gestellt.

Die Ostfalia Wolfenbüttel hatte für einen Testzeitraum von knapp zwei Jahren zwei E-Golfs zur Verfügung gestellt.

Foto: Privat

Wolfenbüttel.  Eine Woche mal ein E-Auto testen? Die Ostfalia hat es in knapp zwei Jahren 157 Wolfenbüttelern ermöglicht – mit ganz unterschiedlichem Feedback.

Das Centrum für Energie und Mobilität (Cemo) der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften zieht eine positive Bilanz nach Abschluss des Projekts „Sieben Tage unter Strom – Testen Sie selbst“. Initiiert worden sei es, so heißt es in der Mitteilung, um Vorurteile abzubauen. Interessierte Personen aus dem Landkreis Wolfenbüttel hätten zwischen März 2019 und Januar 2021 ein Elektroauto eine Woche lang im Alltag testen können. Die Hochschule habe zwei E-Golfs zur Verfügung gestellt.

312 Wolfenbütteler haben sich für den Test beworben

Insgesamt hätten sich 312 Personen für die Teilnahme beworben. Trotz zwischenzeitlicher Unterbrechungen des Verleihs aufgrund der Corona-Pandemie hätten 157 Fahrer teilgenommen. „Durchschnittlich zeigten die Testenden fünf weiteren Personen das Fahrzeug und informierten über ihre Erfahrungen mit dem Elektroauto“, so die Ostfalia.

Unmittelbar nach der Testwoche seien die Teilnehmer um ein Feedback gebeten worden. Mit Hilfe eines Fragebogens sei unter anderem die Entwicklung der Nutzereinstellung zur E-Mobilität durch die Teilnahme am Projekt ermittelt worden – anhand einer Skala von 1 bis 5. Eine 3 bedeute, dass die Einstellung unverändert sei, eine Zahl kleiner 3 zeige eine positive Entwicklung, eine Zahl größer 3, dass sich die Einstellung verschlechtert habe.

Kritik an Reichweite und zu wenigen öffentlichen Ladestationen

Mit 3,5 sei in der Befragung der Mangel an öffentlichen Ladestationen bewertet worden, die Preise von Elektrofahrzeugen mit einem Wert von 3,4 als zu hoch, und die Reichweite des E-Golfs mit 3,3 als zu gering. Dazu Projektmanager Hauke Wischer vom Cemo: „Zur Relativierung dieser Ergebnisse kann gesagt werden, dass die Anzahl der öffentlichen Ladestationen in Deutschland sich von 20.000 Anfang 2019 auf circa 40.000 im Februar 2021 verdoppelt hat. Außerdem wurden seit Beginn des Projektes Förderinstrumente, zum Beispiel der Umweltbonus, geschaffen, um die Preise der Elektrofahrzeuge deutlich zu senken. Darüber hinaus hat sich die Batteriekapazität neuerer Elektrofahrzeuge tendenziell deutlich erhöht und damit auch die Reichweite. Aus diesen Gründen sollten sich die Nutzereinstellungen deutlich verbessern, sofern das Projekt mit Fahrzeugen neuerer Generation wiederholt würde.“

Alltagstauglichkeit von E-Fahrzeugen: Meinung hat sich verbessert

Die Meinung der Nutzer im Vergleich zum Projektbeginn gegenüber den Aspekten „Laden zu Hause ist einfach“ mit einem Wert von 1,8 sowie der „Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen“ mit einem Wert von 1,7 und der Kategorie „E-Autos machen Freude“ mit einem Wert von 1,2 hätten sich deutlich verbessert.

In einer zusätzlichen Umfrage sei es zudem darum gegangen, ob die Teilnahme am Projekt zu konkreten Käufen von Elektrofahrzeugen geführt oder sich die Wahrscheinlichkeit eines Kaufes erhöht habe. Daran hätten sich 87 Personen beteiligt, darunter 28, die einen neuen oder gebrauchten PKW erworben hätten. Für ein Auto mit konventionellem Antrieb hätten sich elf Personen entschieden, fünf für einen Plug-In-Hybrid Antrieb und die Mehrheit von zwölf Fahrern für einen batterie-elektrischen Antrieb.

Mehrheit der Teilnehmer würde batterie-elektrischen Antrieb wählen

46 Prozent der Teilnehmer, die noch kein neues Fahrzeug erworben hätten, hätten angegeben, sich noch nicht für einen bestimmten Antrieb entschieden zu haben. 13 Prozent der verbleibenden 54 Prozent, die bereits eine Entscheidung getroffen hätten, würden demnach einen konventionell angetriebenen PKW wählen, 8 einen mit Plug-In-Hybrid-Antrieb, und die Mehrheit von 18 Teilnehmern einen batterie-elektrischen.

„Der Anteil von Elektrofahrzeugen an neu gekauften Fahrzeugen nach Projektteilnahme liegt deutlich über dem Durchschnitt an Neuzulassungen im Jahr 2020 von 6,7 Prozent in Deutschland“, so Wischer abschließend.

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