Wolfsburg-Marathon droht das Aus

Wolfsburg.  Die Stadt will den Zuschuss um 40.000 Euro kürzen. Der VfL kann die Laufveranstaltung ohne die Unterstützung nicht stemmen.

Mehr als 3400 Starter waren beim Wolfsburg-Marathon im September 2018 auf den verschiedenen Strecken dabei.

Mehr als 3400 Starter waren beim Wolfsburg-Marathon im September 2018 auf den verschiedenen Strecken dabei.

Foto: Helge Landmann / Regios24

Die Planungen für den 14. Wolfsburg-Marathon am 8. September laufen seit Wochen auf Hochtouren. Die ersten Anmeldungen sind längst eingegangen. Doch die Organisatoren des VfL Wolfsburg e. V. haben einen herben Rückschlag zu verdauen. Die Verwaltung will den Zuschuss für die weit über die Stadtgrenzen beliebte Laufveranstaltung drastisch kürzen.

Der Haushaltsplan 2019 stand am Dienstag auf der Tagesordnung des Sportausschusses. Fast beiläufig erwähnte Reiner Brill, Geschäftsbereichsleiter Sport, dass der städtische Zuschuss von bisher 70.000 auf 30.000 Euro gekürzt werden soll. Ein Reduzierung von etwa 57 Prozent. Der Wolfsburg-Marathon sei zwar eine wichtige Veranstaltung, die die Stadt unterstützen wolle. „Aber vielleicht muss man sie etwas abspecken“, sagte Brill.

Die Verantwortlichen des veranstaltenden VfL Wolfsburg wurden von der Stadt kurz vor Weihnachten von den geplanten Sparmaßnahmen informiert. „Wir waren total baff. Auch von dieser Höhe“, meinte VfL-Geschäftsführer Stephan Ehlers. „So ist der Wolfsburg-Marathon für uns nicht zu stemmen.“ In den vergangenen drei Jahren habe der Zuschuss stets 70.000 Euro betragen. In Zeiten eines angespannten städtischen Haushaltes sei der VfL ja durchaus bereit, nicht die volle Summe zu verlangen, so Ehlers. „Wir haben für Kürzungen Verständnis, aber es muss im Rahmen bleiben.“ Ehlers sieht dringenden Gespräch- und Handlungsbedarf, wenn der Wolfsburg-Marathon in der gewohnt hohen Qualität angeboten werden soll.

Unterstützung bekommt der VfL-Geschäftsführer von den Mitgliedern des Sportausschusses. „Es kann keiner wollen, dass die Veranstaltung gefährdet ist“, sagte Ausschuss-Vorsitzender Werner Reimer (CDU). Sein Stellvertreter Ingolf Viereck (SPD) schlug vor, die städtischen Töchter als Sponsoren mit ins Boot zu holen. Auch Stefan Kanitzky (CDU) unterstrich die hohe Bedeutung der Veranstaltung: „Das müssen wir irgendwie hinkriegen. Wir müssen dem Veranstalter Planungssicherheit geben.“

3400 Läufer gingen im Vorjahr auf den verschiedenen Strecken an den Start. Etwa 800 Helfer waren rund um die Strecke im Einsatz. In diesem Jahr soll das Angebot um Jugend- und Staffelläufe erweitert werden. „Wir müssen mit der Stadt nach Lösungen suchen“, sagte Ehlers. Sonst droht das Aus.

KOMMENTAR

Von Markus Kutscher

Der Wolfsburg-Marathon ist neben dem Triathlon die beliebteste und größte Breitensportveranstaltungen in der Stadt. Tausende Menschen nehmen jedes Jahr aktiv oder passiv daran teil. Nun droht dem Marathon das Aus, weil die Stadt sparen muss und den Zuschuss kürzen will. Es wäre ein Armutszeugnis, wenn dem Veranstalter VfL und seinen vielen ehrenamtlichen Helfern die Unterstützung versagt bliebe. Der Verein braucht für die weitere Planung schnell eine finanzielle Zusage der Stadt oder der Sponsoren. Sonst degeneriert diese wunderbare Veranstaltung mit Strahlkraft in die Region schnell zu einem besseren Volkslauf. Und das kann niemand wollen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder