Poetry-Slammer überzeugen im Hallenbad mit ernsten Themen

Wolfsburg.  Beim Dichterwettbewerb kürte das Wolfsburger Publikum die Nordhornerin Theresa Sperling zur Siegerin. Dominik Bartels moderierte den Poetry-Slam.

Poetry Slam, große Bühne im Hallenbad Kultur am Schachtweg. Moderator Dominik Bartels. Foto: regios24/Helge Landmann

Poetry Slam, große Bühne im Hallenbad Kultur am Schachtweg. Moderator Dominik Bartels. Foto: regios24/Helge Landmann

Foto: Helge Landmann / regios24

Zehn Poetry-Slammer stellten sich in der vergangenen Woche dem Urteil der Zuschauer im Hallenbad. Oder, um es mit Moderator Dominik Bartels Worten auszudrücken: „Es wird am Ende einen Sieger und neun gebrochene Menschen geben.“

Der Vortragswettbewerb, bei dem die „Slammer“ selbstgeschriebene Texte performativ präsentieren, gehört schon zum festen Programm des Kulturzentrums am Schachtweg. Laut Bartels sei man jetzt zum 34., 38. oder auch schon 42. Mal hier in Wolfsburg – und der Saal des Hallenbads war erneut komplett ausverkauft. Fünf bis sechs Minuten Zeit hatten alle Vortragenden, um das Publikum auf ihre Seite zu holen, sonst drohte das Einspielen lauter Musik oder, so drohte Bartels, „der Slammer fliegt von der Bühne.“ Der Moderator ernannte zu Beginn zehn Zuschauer zur Jury, die jeden Beitrag mit einer Punktzahl von 0 bis 6 bewerten sollten. Dass das Publikum sowohl mit lustigen, satirischen aber auch ernsten Themen zu überzeugen war, bewiesen die „Slammer“ dabei einmal mehr.

Dichterin Sabine aus Helmstedt machte den Anfang mit einer Geschichte über „den Sinn des Lebens“ – ein Motiv, dass sich in vielen der zehn Beiträge wiederfinden lies. Zwischen Gedichten über Liebe, Leistungsdruck, Kindheit, Vergänglichkeit, Einsamkeit fielen Beiträge, wie etwa von Alex aus Wolfsburg, der sich mit der Frage beschäftigte, wer das Asia-Buffet erfunden hat, amüsant aus der Reihe. Für Gänsehaut dagegen sorgte der Beitrag von Juston Buße, der über seine persönlichen Erfahrungen mit Depressionen erzählte. Den Berliner, dem bei seinem Vortrag selbst die Tränen in die Augen stiegen, wählte die Publikums-Jury zurecht ins Finale.

Den Sieg „erslammte“ sich jedoch die gebürtige Berlinerin Theresa Sperling. Die mittlerweile im niedersächsischen Nordhorn lebende Jugendbuchautorin überzeugte die Wolfsburger mit zwei bewegenden Geschichten und einer emphatischen Erzählform: Mit „Die Zwölfte Fee kam nicht mehr vor“ erzählte sie zuerst von zwei jungen Menschen, deren Liebe durch einen Autounfall auseinanderzureißen droht.

Im Finale setzte sie mit ihrem Gedicht „Sezierung“ über eine Gruppe von Mädchen, die nach und nach ihr Selbstbewusstsein und die eigene Schönheit wiederentdecken einen eindringlichen Schlusspunkt. Sperling, die mittlerweile eine echte Größe in der deutschen Slammer-Szene ist, kürte das Publikum mit dem lautesten Applaus an diesem Abend zur verdienten Gewinnerin.

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