Wolfsburger Regisseur dreht DiCaprio-Film über VW-Skandal

Wolfsburg  Leonard DiCaprio kaufte 2015 die Rechte am Dieselgate-Buch. Nun hat er den Wolfsburger Regisseur Edward Berger mit der Verfilmung beauftragt.

Der gebürtige Wolfsburger Regisseur Edward Berger soll einen Hollywood-Film über den VW-Abgasskansal drehen.

Der gebürtige Wolfsburger Regisseur Edward Berger soll einen Hollywood-Film über den VW-Abgasskansal drehen.

Foto: Tim Brakemeier / Dpa

. Der Dieselskandal bei Volkswagen ist ein Wirtschaftskrimi. Jack Ewing, Journalist der New-York-Times, schrieb darüber das Buch: „Wachstum über alles: Der VW-Skandal.“ Schon vor der Veröffentlichung im Mai 2017, genauer bereits im Oktober 2015, hatte sich Hollywood-Star Leonardo DiCaprio die Filmrechte gesichert. Wie nun bekannt wurde, soll Edward Berger („Deutschland 83“) Regie führen. Der 49-Jährige ist gebürtiger Wolfsburger.

Zuerst berichtete die US-Unterhaltungs-Nachrichtenseite „Collider“ über Bergers Engagement. Schon früher wurde vermeldet, dass Charles Randolph das Drehbuch schreiben soll. Er erhielt 2016 den Oscar für das „Beste adaptierte Drehbuch“ für das Drama „The Big Short“ über die Finanzkrise 2007. Den Film produziert DiCaprio mit seiner Firma Appian Way gemeinsam mit Paramount Pictures. Ein Drehtermin steht noch nicht fest. Es ist wohl nicht auszuschließen, dass noch die juristische Aufarbeitung des Skandals in Deutschland abgewartet wird.

Wie unsere Zeitung exklusiv berichtete, könnte die Staatsanwaltschaft Braunschweig ab Mai erste Entscheidungen gegen beschuldigte VW-Verantwortliche verkünden. Gegen Ex-Konzernchef Martin Winterkorn, den früheren VW-Finanzvorstand und aktuellen Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sowie um den aktuellen VW-Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess wird wegen Marktmanipulation ermittelt.

Dass DiCaprio mit Edward Berger ausgerechnet einen Wolfsburger mit der Verfilmung des Skandals beauftragt hat, dürfte nicht von ungefähr kommen. Bergers Vater war Logistikmanager bei Volkswagen. Er wuchs in der Teichbreite auf, also in Sichtweite des Werks. Für die Beilage unserer Zeitung zum 80. Stadtgeburtstag im vergangenen Jahr wurde Berger als prominenter Ex-Wolfsburger zu seinen Erinnerungen an die Stadt befragt. Er berichtete von der Waldschule Eichelkamp, Spaghettieis bei Olivier, Turmspringen im VW-Bad. Sein erstes Auto? Na klar, ein Käfer! Im Interview wurde deutlich, dass er seine Heimat nie vergessen hat.

Sein Interesse für den Film weckte ein Schulausflug an die Hochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig, wo er entdeckte, dass es eine Filmklasse gibt. Im Interview mit dem Deutschlandfunk berichtete Berger: „Ich wusste nicht, dass man sowas studieren kann. Dann kam ich ganz begeistert nach Hause und mein Bruder sagte: ‚Ach, das kannst du vergessen, da musst du hinterher Taxi fahren‘.“

Nach dem Abi am THG wurde Edward Berger vier Jahre Gasthörer in der HBK-Filmklasse. Danach ging er nach New York, schloss ein Regiestudium an der New York University ab.

Er führte unter anderem Regie bei „Schimanski“, „Polizeiruf 110“, drehte die letzte „Tatort“-Folge mit Hauptkommissarin Conny Mey (gespielt von Nina Kunzendorf). Sein erster Kinofilm „Jack“ von 2014 über einen 10-Jährigen, der mit seinem kleinen Bruder in Berlin die Mutter sucht, erhielt den Deutschen Filmpreis in Silber. Der endgültige Durchbruch gelang ihm 2015 mit der Serie „Deutschland 83“ über DDR-Grenzsoldaten, für die er in den ersten fünf Teilen Regie führt. Sein letztes Projekt war 2018 die Serie „Patrick Melrose“.

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